Corona-Lockdown Thüringen lässt die Autohäuser offen

Autor: Doris Pfaff

Autohändler im Freistaat Thüringen brauchen ihre Verkaufsflächen nicht abzusperren, wenn am Mittwoch ganz Deutschland in den Corona-Lockdown geht.

Firmen zum Thema

Bundesländer können den Corona-Beschluss vom Sonntag abändern. Das hat nun Thüringen getan.
Bundesländer können den Corona-Beschluss vom Sonntag abändern. Das hat nun Thüringen getan.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Großes Aufatmen in Thüringen: Die Landesregierung hat ihre neue Corona-Verordnung in Bezug auf den stationären Autohandel konkretisiert. Autohäuser sind wie Kfz-Werkstätten und Tankstellen vom Dezember-Lockdown ausgenommen. So hatte es auch der Entwurf aus der vergangenen Woche vorgesehen. Nach dem Beschluss von Bund und Ländern am Sonntag zum harten Lockdown, hieß es am Montag, Thüringen müsse ebenfalls seinen Autohandel schließen.

Laut der nun veröffentlichten und seit Montag gültigen Corona-Verordnung darf der Fahrzeughandel in Thüringen trotz Lockdown aber doch weiter geöffnet bleiben.

„Die Thüringer Landesregierung hat damit einerseits dem Umstand Rechnung getragen, dass Autohäuser mit ihren vergleichsweise großen Verkaufsflächen und der verhältnismäßig geringen Zahl gleichzeitig anwesender Kunden in keiner Weise zum aktuellen Infektionsgeschehen beitragen“, teilte Dietmar Hoffmann, Geschäftsführer vom Landesverband Thüringen am Dienstag mit.

Andererseits sei die Entscheidung im Hinblick auf die bis zum Jahresende befristete Absenkung der Mehrwertsteuer auf 16 Prozent als erfreuliche und vertrauensbildende Maßnahme der Politik zu bewerten. So könne die Frist von den Automobilhändlern und ihren Kunden in Thüringen bis zum 31. Dezember genutzt werden.

Unterschiede in den Landesverordnungen

Thüringen ist bislang das einzige Bundesland, das den stationären Autohandel vom Dezember-Lockdown ausnimmt. Doch die Entscheidung des Freistaates könnte für die anderen Bundesländer richtungsweisend sein.

Auch im Frühjahr waren die Autohäuser noch vor vielen anderen Einzelhändlern aus dem Lockdown geholt worden, weil die Ansteckungsgefahr in den Showrooms als sehr gering eingeschätzt wurde. Das hatte die Politik in den vergangenen Monaten dem Kfz-Gewerbe auch wiederholt bescheinigt.

Trotz der Ansage nach einer bundeseinheitlichen Umsetzung des Lockdowns, zeichnen sich damit wieder Unterschiede in den Corona-Verordnungen der Länder ab. So setzt der Autohandel darauf, wie im Frühjahr, als auch der stationäre Autohandel zunächst von der Schließung betroffen war, zumindest bestellte Fahrzeuge ausliefern und übergeben zu können sowie Online-Geschäfte abwickeln zu können. Ob das wieder überall möglich sein wird, ist aktuell noch fraglich.

Nordrhein-Westfalen erlaubt laut seiner Corona-Verordnung beispielsweise den Versandhandel und die Auslieferung bestellter Waren. Auch Kunden dürfen ihre bestellte Ware abholen, sofern dies kontaktfrei möglich ist. Gerade diese Regelung hatte dem Autohandel im Frühjahr geholfen, bestellte Fahrzeuge ausliefern zu können. In einigen Bundesländern, so in Baden-Württemberg, wird noch darum gerungen.

(ID:47041357)

Über den Autor

 Doris Pfaff

Doris Pfaff

Redakteurin bei »kfz-betrieb«, Ressort Verbände & Politik