Tiefensee bekräftigt die Elektroziele

Autor / Redakteur: Christoph Baeuchle / Andreas Grimm, Andreas Grimm

Der Bundesverkehrsminister bekräftigt im Gespräch mit »kfz-betrieb ONLINE« die Ziele des nationalen Entwicklungsplans Elektromobilität. Dazu seien allerdings erhebliche Anstrengungen nötig.

Die Bundesregierung will mit einem nationalen Enwicklungsplan den Umstieg der Automobilwirtschaft auf den Elektroantrieb in den nächsten Jahren fördern. Mit einer verbesserten Batterietechnik und höhreren Kilometer-Reichweiten sollen die E-Mobile von 2012 an verstärkt auf den Markt kommen. 2020 sollen eine Million der mit Ökostrom betriebenen E-Fahrzeuge auf deutschen Straßen fahren und 2030 etwa 10 Millionen.

»kfz-betrieb ONLINE« hat Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee am Rande einer Branchentagung des Kfz-Gewerbes Berlin-Brandenburg zum so genannten „Nationale Entwicklungsplan Elektromobilität“ befragt.

Herr Minister Tiefensee, im Rahmen des Konjunkturpakets fördert die Regierung die Entwicklung der Elektromobilität mit 500 Millionen Euro. Reicht dies aus um Deutschland zum Leitmarkt zu machen?

Wolfgang Tiefensee: Zusätzlich zu den 500 Millionen Euro für Elektromobilität fördern wir seit 2008 die Entwicklung der Wasser- und Brennstoffzelle mit weiteren 500 Millionen Euro. Beide Entwicklungen hängen eng zusammen.

Die USA wollen die Entwicklung der Elektromobilität mit Milliarden stützen ...

Die Projekte werden gemeinsam mit der Industrie vorangetrieben. Diese investiert ja weitere Milliarden in die Elektromobilität. Wir sind davon überzeugt davon, dass wir es mit dieser Summe schaffen können. Die öffentliche Hand hat zurzeit nicht mehr zur Verfügung. Sollte es Spielräume geben, werden wir aufstocken. Aber angesichts der Haushaltslage dürfte dies schwierig werden.

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Politiker anderer Parteien sind da freizügiger und haben für die nächste Legislaturperiode weitere Unterstützung angekündigt.

Da wundere ich mich, wie man Steuern senken und gleichzeitig die nicht mehr zur Verfügung stehenden Gelder nutzen will, um die Programme aufzustocken. Wir wollen keine Steuersenkungen, damit die öffentliche Hand über Geld verfügt, um solche Entwicklungen weiter zu fördern.

Welcher Zeitraum ist für die Einführung der Elektromobilität vorgesehen?

Insgesamt gibt es drei Phasen: Bis Ende 2011 wollen wir die Pilotprojekte abschließen. Im Anschluss, von 2012 bis 2017, folgt die Marktvorbereitungsphase. In einem dritten Schritt findet die Einführung statt. Das Ziel sind rund eine Million Elektrofahrzeuge bis 2020.

Soll lediglich eine Infrastruktur mit Batterietankstellen erprobt werden oder kommt auch ein Plug-in-System in Frage?

Beide Wege werden verfolgt, allerdings scheint die Technologie mit Ladesäulen die größeren Erfolgsaussichten zu haben. Dies stellt besondere Anforderungen an die Städte und Ordnungspolitik. Wir müssen Parkräume schaffen und Leitungen verlegen. Dabei benötigen die Städte die Unterstützung von Unternehmen, weil sie es allein nicht tragen können. Dies muss alles in den nächsten drei bis fünf Jahren stattfinden, damit das Elektroauto zum Durchbruch kommt.

Wie unterstützen Sie die Einführung der Elektrofahrzeuge?

In der Erprobungsphasen geht es nicht nur um die Infrastruktur der Städte und Elektroautos sondern auch um finanzielle Anreize für die Umstellung. Es sind verschiedene Möglichkeiten denkbar: Die Unterstützung bei Kauf eines Autos, der Batterien oder des Stroms. Wir spielen unterschiedliche Möglichkeiten durch und entscheiden bis spätestens 2011, welche Variante sinnvoll ist um die weiteren Phasen zu unterstützen.

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