Der japanische Hersteller gibt bei der Elektrifizierung Vollgas: Das schicke, vollelektrische Coupé-SUV C-HR+ schließt die Lücke zwischen dem Urban Cruiser und dem bZ4X. Sehen lassen kann sich nicht nur die Reichweite, die 600 Kilometer überschreitet, sondern auch der geringe Stromverbrauch.
Als Zielgruppe für den vollelektrischen C-HR+ sieht Toyota sowohl Privatkunden als auch dienstwagenberechtigte Mitarbeiter.
(Bild: Mauritz – VCG)
Gleich drei neue und ein überarbeitetes vollelektrisches SUV im B-, C- und D-Segment schickt Toyota in der ersten Jahreshälfte 2026 ins Rennen. Als Vertreter des beliebten Kompaktklassesegments kommt dem neuen C-HR+ dabei eine besondere Rolle zu. Ab April 2026 steht das coupéhafte SUV offiziell bei den deutschen Toyota-Händlern. Bestellbar ist es bereits jetzt – ab 38.990 Euro. Ab dem 1. April bietet Toyota für das Modell eine Null-Prozent-Finanzierung an. Die Leasingraten für Privatkunden starten bei 295 Euro monatlich. Im Sommer soll der Preis für das Modell auf 41.990 Euro steigen.
Toyota nennt die Performance, die Reichweite und den hohen Nutzwert als wesentliche Argumente, die für das elektrische Schwestermodell des C-HR sprechen. Für Mario Köhler, Präsident von Toyota Deutschland, reiht sich mit dem Design ein weiteres dazu. Er rechnet in Deutschland mit einem Jahresverkaufsvolumen von rund 6.000 Einheiten und nennt sowohl Privatkunden als auch dienstwagenberechtigte Mitarbeiter als Zielgruppe.
Tatsächlich ist der C-HR+ mit seiner coupéhaften Silhouette ein echter Hingucker – und das aus jeder Perspektive. Im Vergleich zu seinem hybriden Schwestermodell C-HR, mit dem sich der C-HR+ allerdings nur den Namen und nicht die Plattform teilt, wirkt das Elektro-SUV noch moderner und zugleich erwachsener. Das liegt auch daran, dass es mit einer Gesamtlänge von gut 4,52 Metern etwa 16 Zentimeter länger ist als der C-HR. Elf Zentimeter kommen dabei den Insassen zugute. Im Fond ist die Beinfreiheit üppig, anders sieht es bei der Kopffreiheit aus. Wer größer als 1,75 Meter ist, muss Einbußen beim Komfort in Kauf nehmen. Der Kofferraum schluckt 416 Liter, wobei die Ladekante recht hoch ist. Ein Lademeister ist das Modell damit nicht, zumal man einen Frunk vergeblich sucht.
Beim Antrieb und der Batterie haben die Käufer die Wahl zwischen zwei verschiedenen Lithium-Ionen-Akku-Größen und drei Antrieben. Zudem können sie sich entscheiden, ob sie den C-HR+ lieber mit Front- oder Allradantrieb fahren möchten. Den Einsteig bildet dabei im frontangetriebenen C-HR+ eine 57,7-kWh-Batterie. Diese bringt 123 kW/167 PS auf die Straße. Mit voll aufgeladenem Akku soll der CH-R+ in dieser Ausführung bis zu 458 Kilometer zurücklegen können, ehe er eine Ladesäule ansteuern muss. Ein Wermutstropfen ist, dass die Höchstgeschwindigkeit auf 140 km/h begrenzt ist.
In 5,2 Sekunden von 0 auf 100 km/h
Wer Wert auf mehr Performance legt und öfter auf der Autobahn unterwegs ist, sollte daher den C-HR+ mit der 77-kWh-Batterie wählen. Kostenpunkt: mindestens 45.990 Euro. Die Frontantriebsversion, der Toyota das meiste Volumen zutraut, leistet dabei 165 kW/224 PS und hat mit 607 WLTP-Kilometern bei der Reichweite die Nase vorne. Die Höchstgeschwindigkeit steigt auf 160 km/h. Beim Allradantrieb, mit dem man maximal 180 km/h fahren kann, schmilzt die WLTP-Reichweite auf 507 Kilometer. Dafür sorgt die Systemleistung von 252 kW/343 PS dafür, dass der C-HR+ in gerade einmal 5,2 Sekunden von null auf 100 km/h beschleunigt.
Wir konnten den C-HR+ mit der großen Batterie mit Frontantrieb und Allradantrieb testen, und beide Varianten machten in puncto Fahrkomfort, Fahrspaß und vor allem Effizienz eine sehr gute Figur. Vor allem bei der Version mit Frontantrieb musste man sich beim Blick auf den Bordcomputer schon fast die Augen reiben: Er vermeldete bei einer E-Autofreundlichen Außentemperatur von 17 Grad einen Durchschnittsverbrauch von gerade einmal 13 kWh/100 km. Bei einer längeren Testfahrt mit der Allradversion lag der Durchschnittsverbrauch bei 18 kWh/100 km.
Um die Effizienz zu erhöhen, hat Toyota dem CH-HR+ bereits in der Basisversion eine Wärmepumpe gegönnt, die die Wärmeenergie der Außenluft nutzt, um den Innenraum zu heizen. Beim Energiefresser Klimatisierung setzt Toyota indes auf eine zweischichtige Funktionsweise: In den oberen Teil des Innenraums wird frische Luft mit geringer Luftfeuchtigkeit geleitet, um ein Beschlagen der Scheiben zu verhindern. Im Fußraum wiederum zirkuliert warme Luft. Bei den Testfahrten war dieses duale Raumklima durchaus angenehm. Ist ein Sitz nicht belegt, strömt dorthin auch keine Luft.
Agiles Fahrverhalten
Freude bereitet beim C-HR+ aber nicht nur die Effizienz, sondern auch das Fahrgefühl: Vor allem bei Kurvenfahrten kommen die Vorteile der steifen Karosserie und des niedrigen Fahrzeugschwerpunkts zum Tragen. Die Batterie ist unter dem Boden montiert. Auch beim Fahrwerk hat Toyota Hand angelegt. So liegt der C-HR+ selbst auf maroden Straßen erstaunlich gut in den Kurven. Im C-HR+ mit Allradantrieb trägt dazu ein neues Kurvenkontrollsystem bei, das das Drehmoment aktiv zwischen den Vorder- und Hinterrädern verteilt. Die Entwickler haben beim CH-R+ den Sweet Spot zwischen Agilität und Komfort getroffen. Zum Fahrspaß trägt auch das angenehm direkte Lenkgefühl bei. Die Intensität der Rekuperation lässt sich über Schaltwippen am Lenkrad in vier Stufen einstellen.
Stand: 08.12.2025
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Einen Quantensprung hat Toyota beim Thema Ladeleistung gemacht. Bei der ersten Generation des vollelektrischen Pkw-Modells bZ4X musste man an einer Ladesäule noch sehr viel Geduld mitbringen. Der C-HR+ soll auch dank der Batteriekonditionierung von 10 auf 80 Prozent in akzeptablen 28 Minuten laden – mit einer Leistung bis 150 kW. Testen konnten wir das in der Praxis allerdings nicht.
An AC-Säulen und Wallboxen lädt zumindest die Topversion mit der großen Batterie dank 22-kW-AC-Bordladegerät mit 3,5 Stunden ebenfalls zügig. Bei 11 kW steigt die Ladedauer indes auf rund sieben Stunden. Praktisch ist die serienmäßige EV-Routenplanung im Modell: Auf Basis des Batterieladestandes in Echtzeit und der verbleibenden Reichweite schlägt das Navigationssystem bei der Routenplanung automatisch die besten Ladestopps vor. Beim Laden wird der Fahrer auf dem sieben Zoll großen Fahrerinformationsdisplay über wichtige Daten zur aktuellen Batterieleistung informiert.
Üppige Serienausstattung
Der Innenraum des C-HR+ ist im Kern analog mit Toyotas größerem Elektromodell bZ4X. Gleichwohl hat der Hersteller dem Modell eigene Sitzbezüge gegönnt, und auch die Oberfläche des Armaturenbretts unterscheidet sich. Die Käufer haben bei den Sitzen die Wahl zwischen Kunstleder, einem wildlederähnlichen Material oder Stoff. Der Anteil an recycelten PET-Materialien ist im Interieur dabei hoch. Alles in allem ist das Interieur gelungen, gleichwohl stellt man sich die Frage, ob beim Armaturenbrett wirklich so viele Kanten und Ecken nötig gewesen wären.
Durchaus positiv zu vermerken ist indes, dass Toyota bereits seinem Einstiegsmodells Active eine umfangreiche Serienausstattung gegönnt hat: Sie umfasst unter anderem adaptive LED-Scheinwerfer, ein digitales Cockpit mit 7-Zoll-Kombiinstrument und 14-Zoll-Multimedia-Display, ein Navigationssystem, eine Zwei-Zonen-Klimaautomatik mit Vorheiz-/Vorkühlfunktion, gleich zwei kabellose Smartphone-Ladestationen, ein Audio-System mit sechs Lautsprechern sowie eine Sitzheizung für die Vordersitze, ein beheizbares Lenkrad und 18-Zoll-Leichtmetallfelgen. Und auch an Sicherheitssystemen hat der Hersteller nicht gespart: Ab Werk verbaut sind unter anderem ein Pre-Collisons-System, ein Fernlichtassistent, ein Spurhalte- und Spurführungs-Assistent, ein Toter-Winkel-Warner, eine adaptive Geschwindigkeitsregelanlage und eine Verkehrszeichenerkennung.
In der höchsten, 53.990 Euro teuren Ausstattungslinie Lounge kommen unter anderem ein Kreuzungs-Assistent mit Notbremsfunktion hinzu, eine 360-Grad-Kamera samt automatischem Einpark-Assistent, eine beheizbare Frontscheibe, ein Premium-Audiosystem und ein elektrisch verstellbarer Fahrersitz mit Memory-Funktion.