»kfz-betrieb«-Autocheck Der Toyota C-HR zeigt erneut Kante(n)

Von Edgar Schmidt 5 min Lesedauer

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Bereits bei der ersten Generation des C-HR zeigte Toyota, dass die Japaner nicht nur langweiliges Design entwickeln können. Nun schreibt der Hersteller die Erfolgsgeschichte des Modells weiter und bleibt sich bei der Gestaltung treu. Technisch hat das Modell einen deutlichen Schritt nach vorn gemacht.

Für die neue Generation des Kompakt-SUVs C-HR ist sich Toyota seiner Designphilosophie treu geblieben.(Bild:  Toyota)
Für die neue Generation des Kompakt-SUVs C-HR ist sich Toyota seiner Designphilosophie treu geblieben.
(Bild: Toyota)

Schon mit der ersten Generation des C-HR bewies Toyota 2017 Mut zu ungewöhnlichem Design. Dieser Mut hat die Japaner auch bei der neuen Generation des kompakten SUVs nicht verlassen – kein Wunder, viele der Kunden entscheiden sich genau wegen der unverwechselbaren Außenhaut für dieses Modell. Seit 2017 hat der Hersteller nach eigenen Angaben rund 840.000 Einheiten von dem Modell in Europa verkauft, mehr als 50.000 davon fahren laut KBA-Daten in Deutschland.

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Den als „Konzeptfahrzeug für die Straße“ beworbenen Wagen prägen erneut viele auffällige Kanten und Ecken, die man – wie beim Vorgänger – eher an einem Showfahrzeug für eine Messe erwartet als an einem Serienmodell. Dazu gekommen ist bei dem überarbeiteten Modell ein einzigartiges Lichtdesign. Erstmals ist zum Beispiel der Modellname direkt in die Voll-LED-Rückleuchte integriert und die Voll-LED-Scheinwerfer sind inklusive Blinkerleuchten so in die Front integriert, dass sie zu dem pfeilförmigen Design beitragen. Wer also Spaß an ungewöhnlichem Design hat, kommt auch bei der neuesten Generation auf seine Kosten. Markant ist zum Beispiel auch, dass die Kanten der hinteren Türen direkt an die Rückleuchten anschließen. Und wo andere Hersteller eher eine sanfte Rundung in der Karosserie unterbringen, sitzt beim C-HR eine Kante.

Hybridantrieb der fünften Generation

Doch auch unterm Blechkleid hat sich einiges getan. Erstmals soll es auch in diesem Modell einen Plug-in-Hybrid geben, der besser zu dem sportlich wirkenden Modell passt als die beiden Vollhybrid-Varianten.

Wenngleich die 1,8- und 2,0-Liter-Vollhybride der inzwischen fünften Generation keine schlechten Antriebe sind – im Gegenteil. Sie eignen sich wegen ihres typischen Hybridverhaltens mit dem ungewöhnlichen Aufheulen des Motors beim Beschleunigen allerdings eher für eine entspannt zurückhaltende Fahrweise. Der Plug-in verführt bei ausreichend geladener Antriebsbatterie dagegen schon eher dazu, auf eine sportliche Kurvenhatz zu gehen. Das passende, eher straff abgestimmte Fahrwerk dafür hat der Wagen.

Der 164 kW/223 PS starke Antriebsstrang des Plug-in-Hybrids, der ebenfalls mit dem 2,0-Liter-Benziner kombiniert ist, hat mit dem knapp 4,4 Meter langen Gefährt zu keinem Zeitpunkt Probleme und reagiert spontan auf jede Bewegung des Fahrpedals. Die Antriebsbatterie mit einer Kapazität von 13,8 kWh soll für eine rein elektrische Reichweite von 62 bis 66 Kilometer sorgen. Bei einem ersten Fahreindruck auf den kurvenreichen Straßen von Ibiza (bei für E-Autos idealen Temperaturen von rund 20 Grad Celsius) wirkten die Werksangaben durchaus realistisch. Allerdings waren hier keine für Deutschland repräsentativen Verbräuche zu erfahren.

Das Gleiche gilt für die ersten Testfahrten mit den 1,8-Liter- und 2,0-Liter-Vollhybriden. Hier zeigte sich jedoch, dass sich die beiden Antriebsvarianten in Sachen Laufkultur immer ähnlicher werden. Beide sind gut gedämmt, sodass die Beschleunigungsgeräusche des Verbrenners nicht mehr so dominant zu hören sind wie noch bei älteren Generationen dieses Antriebsstrangs. Auf den Testrunden auf Ibiza lag auch bei beiden Varianten der Verbrauch bei knapp unter fünf Litern auf 100 Kilometern.

Da die Testrouten aber keine Autobahnanteile enthielten und die Geschwindigkeiten auf den Landstraßen maximal 80 km/h betragen, ist ein Vergleich, der sich auf deutsche Straßenverhältnisse übertragen lässt, nur schwer möglich. Beide Varianten wirken trotzdem effizient und arbeiten ohne störende Vibrationen. Bei Autobahnfahrten soll laut Toyota eine im Vergleich zum Vorgänger um bis zu 500 min-1 geringere Motordrehzahl zu einem ruhigeren und komfortablen Fahrverhalten führen. Die stärkere der beiden Versionen bietet zwar spürbar mehr Durchzug. Diese Leistungsreserve ist im Fahralltag aber selten notwendig, denn auch mit dem 1,8-Liter-Motor wirkt der Wagen nicht untermotorisiert.

Den 2,0-Liter-Hybrid wird es in der neuen Generation optional auch mit einem elektrischen Allradantrieb geben. Hier sorgt dann ein zusätzlicher Elektromotor-Generator an der Hinterachse für Unterstützung. Diese Variante stand für erste Testfahrten aber noch nicht bereit.

Aufwendige Ambientebeleuchtung

Der Innenraum vorne glänzt mit hochwertigen Materialien und gepolsterten Oberflächen. Hinten und im Kofferraum gibt es dagegen viel Hartplastik, das zumindest im Neuzustand aber nicht billig wirkt. Viel Mühe haben sich die Designer mit der Ambientebeleuchtung gegeben. Diese verstärkt mit bis zu 64 Farben und mit direkter sowie indirekter Beleuchtung ein je nach Tageszeit und Temperatur kühles oder warmes Ambiente im Innenraum. Die Entwickler haben laut Toyota dafür ein Programm mit 24 wechselnden Farbtönen entwickelt, das sich über den Tagesverlauf anpasst und von hellen Farbtönen am Morgen zu entspannenden Farben am Abend übergeht. Außerdem lässt sich die Beleuchtung mit der Klimaanlage synchronisieren. Sie verwendet dann wärmere Farben, wenn sich der Innenraum aufheizt, oder kühlere, wenn die Temperatur sinkt.

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Leasing ohne Anzahlung und 15 Jahre Garantie

Die ersten Kundenfahrzeuge will Toyota ab Januar 2024 ausliefern. Der C-HR Plug-in-Hybrid folgt dann ab März 2024. Zum Start der neuen Modellgeneration bietet der Hersteller zwei Premiere-Editionen, die das höchste Ausstattungs- und Styling-Niveau beinhalten. Beide verfügen zum Beispiel serienmäßig über die „Zweifarblackierung Plus“, die insbesondere das Design des Fahrzeughecks noch einmal intensiver zur Geltung kommen lässt.

Die Preise starten ab 34.990 Euro für den 1,8 Hybrid in der einfachsten Ausstattungslinie „Flow“. Das obere Ende der Preisskala markiert der 2,0 Plug-in-Hybrid mit einem Einstandspreis von 43.490 Euro. Toyota Deutschland will künftig zudem mit günstigen Leasingkonditionen auf Kundenfang gehen. Die Leasingraten starten für Privat- und Gewerbekunden bei 299 Euro ohne Anzahlung. Außerdem bietet der Importeur eine bis zu 15 Jahre lange Garantie.

Trotz des 2.000 Euro höheren Grundpreises betont Toyota, dass das neue Modell im Prinzip ohne Preiserhöhung auf den Markt komme. Denn der neue C-HR böte allein eine Mehrausstattung im Wert von 1.500 Euro und einen leistungsstärkeren sowie effizienteren Antrieb. Außerdem geht der Importeur davon aus, dass die Restwerte des neuen Modells um rund vier Prozent steigen werden. In der mittleren „Team Deutschland“-Ausstattung liegt der Preis des neuen Modells (mit dem nun stärkeren 1,8 Hybrid) sogar 50 Euro unter dem des Vorgängers (mit dem 2,0 Hybrid).

Ausstattungsmerkmale wie 17-Zoll-Leichtmetallfelgen, LED-Scheinwerfer, Rückfahrkamera, Zwei-Zonen-Klimaautomatik, Toyota Smart Connect mit Acht-Zoll-Touchscreen samt Cloud-Navigation und Smartphone-Integration sowie das zwölf Zoll große digitale Cockpit gehören immer zum Serienstandard. Ebenfalls Standard ist das Toyota-Safety-Sense-System, das unter anderem ein Pre-Collision-System, eine adaptive Geschwindigkeitsregelanlage mit Stop-and-go-Funktion, einen aktiven Spurführungsassistenten oder eine Müdigkeitserkennung beinhaltet.

Toyota plant, von dem neuen Modell 140.000 Einheiten pro Jahr in Europa abzusetzen, 10.000 davon in Deutschland. Der Importeur rechnet damit, dass sich jeweils zehn Prozent der Kunden für den Plug-in-Hybrid oder die Allradvariante entscheiden. Die restlichen 80 Prozent der Kunden entscheiden sich laut der Prognose des Importeurs jeweils zur Hälfte für den 1,8-Liter-Motor und den 2,0-Liter-Motor. Die Allradvariante wird es nur mit der Topausstattung geben.

Zu einem Auto mit einer solch auffälligen, sportlich geschnittenen Karosserie würde ideal auch ein reiner Elektroantrieb passen. Das zeigten die ersten Kilometer mit dem Plug-in-Hybrid. Die TNGA-Plattform, auf der der Wagen basiert, eignet sich jedoch nicht dafür. Bei künftigen Modellen wollen die Japaner aber nun stärker auf den reinen E-Antrieb setzen. Bis 2026 sollen fünf neue batterieelektrisch angetriebene Modelle auf den Markt kommen.

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