Auch im Aftersales-Bereich soll die Digitalisierung bei Mitsubishi-Partnern mehr und mehr Einzug halten. Dabei hat der Importeur laut Service-Chef Peter Beck einen Drei-Punkte-Plan im Sinn. Zunächst will Mitsubishi ein Angebots-Tool etablieren. Darüber sollen Kunden beispielsweise Preise für Teile und den Einbau einsehen können. „Digitalisierung heißt Transparenz. Zeigen Sie ruhig online Ihre Preise“, ermunterte Beck die Händler. Schließlich gelte es, im Wettbewerb mit freien Werkstätten, die eigene Preiswürdigkeit zu beweisen. Die Pilotphase für das Angebots-Tool startet im Februar.
Partner, die Midata nutzen, können für 60 Euro pro Monat auf das Tool zurückgreifen. Händler mit einem anderen Dealer-Management-System wird es für 80 Euro pro Monat zur Verfügung stehen. „Wir wollen, dass alle Händler das Tool nutzen“, machte Beck klar. In Phase zwei will der Aftersales-Chef dann ein Tool für die Dialogannahme einführen. Der letzte Schritt wird dann ein digitales System zur Preiskalkulation sein. „Ziel ist es, den kompletten Serviceprozess zu digitalisieren“, erklärte Peter Beck.
Auch Jens Schulz wies die Partner in seiner Rede ausdrücklich darauf hin, dass sie bei der Digitalisierung mitziehen sollen. Dabei müssen die Händler aus seiner Sicht einen Spagat hinlegen. „Wer den digitalen Tornado überstehen will, braucht digitale Fitness. Menschliche Bindung zu den Kunden ist aber genauso wichtig“, so Schulz. „Die Nähe zum Kunden ist die Daseinsberechtigung des stationären Handels. Denn die werden Amazon und Co. niemals haben.“
Wie bisher könne aber nicht alles bleiben. Es sei beispielsweise wahrscheinlich, dass der Hersteller mit neuen CI-Richtlinien in den Startlöchern stehe. „Wir werden uns dafür einsetzen, dass alle Investitionen in einem gesunden Rahmen bleiben“, versprach der Vertriebschef. Im zweiten Halbjahr 2018 wird es außerdem Updates für die Händlerwebseiten und einen neuen Konfigurator geben, mit dem Kunden ihr Wunschauto beispielsweise besser als bisher an Tablets zusammenstellen können sollen.
Ein Spaziergang wird der digitale Wandel gewiss nicht – weder für den Handel, noch für den Importeur. Am Rande der Händlertagung in Düsseldorf äußerten sich mehrere Mitsubishi-Partner skeptisch zu den digitalen Plänen der Marke. Töne wie „brauchen wir alles nicht, wir sind ja auch so in den letzten Jahr vorangekommen“, waren gelegentlich zu hören. Rebstock, Schulz, Beck und Co. werden in den nächsten Monaten viel Überzeugungsarbeit leisten müssen.
„Ohne die Allianz würde Mitsubishi nicht überleben“
Viele Fragen bei Mitsubishi gibt es derzeit auch zur Allianz mit Renault und Nissan, zu der die Marke seit letztem Jahr gehört. Kolja Rebstock unterstrich deren Bedeutung für die Japaner: „Alleine würde Mitsubishi Digitalisierung, autonomes Fahren, Konnektivität, alternative Antriebe und Co. nicht überleben. Deshalb ist die Allianz so wichtig für uns“, sagte der Geschäftsführer.
Bei all seinen Vorhaben in den kommenden Monaten verfolgt der Importeur eine Vision. „Wir müssen unser Wachstum sichtbar machen“, forderte Rebstock. „Heute hängt sich kein 11-jähriger Junge Mitsubishi-Poster über sein Bett. Niemand drückt sich die Nase an den Schaufenstern von Mitsubishi-Autohäusern platt“, so der Manager. „Aber da wollen wir hin. Wir wollen eine begehrenswerte Marke werden.“
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