Toyota schaltet mehrere Gänge hoch

Bis 2021 bekommt ein Großteil der Toyota-Modelle neue Antriebe. Neben Hybriden gehören dazu auch eine Zehngang-Automatik und Motoren mit hohem Wirkungsgrad.

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Ungewöhnlich: ein neuer Motor ohne Turbo! Der 2,5-Liter-Vierzylinder von Toyota dürfte vor allem in den USA zum Einsatz kommen.
Ungewöhnlich: ein neuer Motor ohne Turbo! Der 2,5-Liter-Vierzylinder von Toyota dürfte vor allem in den USA zum Einsatz kommen.
(Bild: Toyota)

Neue Hybridantriebe, neue Acht- und Zehngangautomatik, supereffiziente Motoren: Toyota hat seine Antriebsstrategie für die kommenden Jahre enthüllt. Bis zum Jahr 2021 sollen mindestens 60 Prozent aller verkauften Toyota- und Lexus-Fahrzeuge in Japan, China, Europa und den USA mit den neuen Antrieben ausgestattet sein, so dass die Flottenemission von Kohlendioxid (CO2) um mindestens 15 Prozent sinkt.

Den Auftakt der Technikoffensive bildete die neue Fahrzeugplattform namens Toyota New Global Architecture (TNGA), die als Basis für alle neuen Modelle der Marke dient. TNGA weist eine aufwendigere Achskonstruktion, einen niedrigeren Schwerpunkt und eine steifere Karosseriestruktur als bisherige Toyota-Modelle auf. Dank der flacher angeordneten Motorhaube bietet sich mehr Gestaltungsspielraum beim Design. Das erste TNGA-Modell ist die vierte Generation des Toyota Prius; noch deutlicher zeigt allerdings das neue SUV-Coupé C-HR die Potenziale dieser Konstruktion auf.

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Die neue Motorengeneration wurde in praktisch allen Details überarbeitet, selbst die Fördermenge der Ölpumpe oder der Thermostat des Kühlwassers werden künftig elektronisch geregelt. Besonderen Wert legten die Toyota-Techniker auf einen effizienten Verbrennungsprozess, um saubere Emissionen bei dennoch dynamischem Ansprechverhalten zu erzielen. Der neue 2,5-Liter-Ottomotor weist zum Beispiel einen der weltweit höchsten thermischen Wirkungsgrade überhaupt auf: In benzinbetriebenen Autos beträgt er laut Werksangaben 40 Prozent, in Hybridmodellen sogar 41 Prozent.

Auch Ford und VW arbeiten an Zehnganggetrieben

Für die Kraftübertragung hat Toyota eine kompakte Achtgangautomatik für den Quereinbau sowie eine Zehngang-Variante für den Längseinbau entwickelt. Nach der Gemeinschaftsentwicklung von Ford und GM sowie dem angekündigten Doppelkupplungsgetriebe von Volkswagen ist es das dritte Zehnganggetriebe am Markt. Ein neues CVT-Getriebe ist ebenfalls geplant.

Toyota hat auch beim Hybridantrieb zusätzliche Varianten entwickelt. So wird bei künftigen Plug-in-Generationen der Elektromotor MG1, der bislang ausschließlich als Generator dient, zusätzlich für den Radantrieb genutzt. So steht eine höhere elektrische Antriebsleistung zur Verfügung.

Hybridgetriebe für den Längseinbau

Eine neue Welt für Toyota ist der Hybridantrieb Multistage THS II. Es unterscheidet sich stark von dem bekannten Hybridsystem aus dem Prius, das konzeptionell unverändert in vielen Modellen vom Yaris bis hin zu den Lexus-SUV (hier mit zusätzlicher elektrischer Hinterachse) Dienst tut und ohne eigentliches Getriebe auskommt. Das neue Konzept basiert auf dem oben erwähnten Zehngang-Automatgetriebe, das durch zwei elektrische Motoren ergänzt wird. Der zweite Motor deutet darauf hin, dass wie beim bisherigen THS eine Betriebsart mit Leistungsverzweigung darstellbar ist.

Durch seine Bauart ist das Multistage THS allerdings auf Fahrzeuge mit längs eingebautem Motor festgelegt, die es im europäischen Toyota-Programm kaum gibt. Nur die größeren Lexus-Limousinen eignen sich dafür.

Der Startschuss für die neue Antriebsgeneration fällt 2017 mit der Einführung eines neuen Modells. Bis Ende 2021 sollen insgesamt neun Motoren in 17 Versionen, vier Getriebe in zehn Versionen, darunter ein CVT-Getriebe, sowie sechs Hybridsysteme in zehn Versionen auf den Markt kommen, heißt es bei dem Unternehmen.

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