Toyota Supra: Die Vorfahren des Sportlers

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Kein V8 und trotzdem mehr Leistung

Damit dieses Vorhaben trotz der Verwandtschaft mit der Celica klappt, erhielt der Supra ein Plus von 13 Zentimetern beim Radstand und 27 Zentimetern bei der Länge und in Japan den Namen Celica XX („Super Size“). Unter der verlängerten Motorhaube sorgte in den USA ein 2,6-Liter-Sechszylinder mit bis zu 103 kW/140 PS für muskulösen Antrieb, nicht einmal der 5,0-Liter-V8 Mustang Cobra konnte diese Power überbieten, denn die ersten US-Katalysatoren kosteten Kraft. Jenseits konventioneller Sportcoupés und GT sollte der Supra reüssieren, und das gelang ihm auch mit außergewöhnlichen Komfortfeatures wie der ersten serienmäßigen Cruise Control, einer Klimaautomatik und Overdrive-Funktion beim manuellen Fünfganggetriebe und wahlweiser Viergangautomatik. Über 70.000 verkaufte Supra in den ersten zwei Jahren standen für einen schönen Anfangserfolg, aber schon 1980 brachen die Verkaufszahlen ein.

Was fehlte, war heißblütigere Performance. Diese lieferte der zweite Celica Supra (Typ A60) ab 1982 auch in Deutschland. In angedeuteter Keilform mit Klappscheinwerfern trat der 125 kW/170 PS starke Supra gegen Porsche 944 oder Mitsubishi Starion an, denen er serienmäßigen Sechszylinder-Komfort voraushatte. Aber es fehlte ihm noch an Bekanntheit und Image. Anders sah es auf Rennstrecken aus, wo sich das Coupé mit Heckklappe bei europäischen Tourenwagenrennen wie der britischen BTTC gegen V8-Rivalen durchsetzte. Trotzdem fand der Celica Supra hierzulande nicht aus einer Nische heraus.

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Für das Leben auf der Überholspur

Das änderte sich erst 1986 mit der dritten Generation (Typ A70), die international als „strict Supra“ beworben wurde, weil sie jede Verwandtschaft mit der Celica ablegte. Mit Leistung bis zum Anschlag und Turboaufladung feierte dieser Supra ein Sportfest der Superlative. So kürten die Medien den bis 173 kW/235 PS starken 3,0-Liter-Sechszylinder zu Japans „schnellstem Stürmer“, der in 6,3 Sekunden auf Tempo 100 spurtete. Diesen Wert konnte selbst in den vollgashungrigen Achtzigern kein Konkurrent unterbieten. Kein Wunder, dass Toyota für das auf manchen Märkten sogar 206 kW/280 PS freisetzende Geschoss mit dem Slogan „Life In The Fast Lane“ (Leben auf der Überholspur) warb. Der Gewinn zahlreicher Rundstreckenchampionate und Erfolge bei spektakulären Langstreckenrallyes bestätigten das hitzige Temperament dieses Toyota, der übrigens mit hierzulande serienmäßigen T-Top (herausnehmbares Targadach) den damals beginnenden Cabriohype befeuerte.

Von „einer neuen High-Tech-Ära im japanischen Sportwagenbau“ schrieben Fachjournalisten euphorisch über den Hochleistungssportler, der sich auch mit Ferrari Mondial maß und beim Ampelduell sogar manchem Vertreter aus Maranellos Zwölfzylinder-Meute den gewaltigen Heckspoiler zeigte. Tatsächlich brachte der dritte Supra den entscheidenden Beitrag zur Zahl von insgesamt 600.000 verkauften Fahrzeugen dieser Baureihe. Für viersitzige Sechszylinder-Gran-Turismo mit Heckklappe ein bis heute gültiger Rekordwert.

Jetzt kommt der Turbo

Konnte es da noch eine Steigerung geben? „Reinrassige Rennwagentechnik mit Komfortabstimmung“ sollte laut Toyota 1993 einen neuen Superlativ setzen. Der Supra MK IV (Typ A80) mit Doppelturbo ließ den Fahrer die sprichwörtliche Faust im Nacken spüren, wenn dieser sämtliche 243 kW/330 PS abrief. Mehr als 280 Stundenkilometer waren dann nach Aussage von Toyota möglich, vorausgesetzt die sonst bei Tempo 250 eingreifende serienmäßige Abregelung wurde deaktiviert. Dem Vollgashimmel nahe schien der vierte Supra durch seinen Heckflügel im Wolkenkratzerformat, der speziell auf deutschen Autobahnen, in der amerikanischen SCCA-Rennserie, beim Sturm auf den Pikes Peak und auf dem Nürburgring gute Dienste leistete.

Auf der Nordschleife überzeugte sich auch der heute amtierende Toyota-Präsident Akio Toyoda von den Racingqualitäten des hierzulande nach nur vier Jahren eingestellten Supra MK IV und gab deshalb schließlich grünes Licht für die Entwicklung des 2019 an den Start fahrenden GR Supra (A90). Damit die Karriere des fünften Supra nicht so kurzlebig ist wie die seines Vorgängers, gibt sich der neue Asphaltbrenner preislich bodenständiger – schließlich ist er das doppelte Flottchen vom BMW Z4.

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