Testfahrt Toyotas Gelände-Ikone kommt im neuen Retro-Gewand

Von sp-x/jm 4 min Lesedauer

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Mit dem neuen Land Cruiser, der im Herbst in den Handel rollen wird, besinnt sich Toyota auf die Modellgeschichte seines legendären Offroaders zurück – zumindest optisch. Doch auch sonst weiß der japanische Geländewagen sehr zu gefallen.

Toyotas Land Cruiser gilt als der meistverkaufte Geländewagen der Welt. Mit dem 250 will Toyota diese Erfolgsgeschichte fortsetzen. (Bild:  Toyota)
Toyotas Land Cruiser gilt als der meistverkaufte Geländewagen der Welt. Mit dem 250 will Toyota diese Erfolgsgeschichte fortsetzen.
(Bild: Toyota)

Es gibt nur wenige Geländewagenhersteller, die auf eine jahrzehntelange Tradition zurückblicken können: in Amerika die Marke Jeep, in England Land Rover und in Japan schreibt Toyota die längste Allrad-Geschichte. Seit 1951 gibt es dort den Land Cruiser. Das Modell gilt als der meistverkaufte Geländewagen der Welt. Aus heutiger Sicht reiften zur Ikone besonders die Typen aus den 70er- und 80-Jahren. Sie gelten in der Szene als cool, kantig und kultig.

Genau daran orientierten sich die Designer bei der neuen Generation des Land Cruiser. Motto: Zurück zu den Wurzeln. Der knapp fünf Meter große Geländewagen wirkt zwar hochmodern und gut proportioniert, trägt dennoch ein paar Retro-Elemente, die ihn ein wenig an seine historischen Vorgänger erinnern lassen. Allein dieser optische Auftritt dürfte viele neue Kunden zur Marke bringen, die zuvor bei einem Lifestyle-Geländewagen als Letztes an einen Land Cruiser gedacht haben. In der japanischen Konzernzentrale ist man entsprechend zuversichtlich, spricht von einem jährlichen Produktionsvolumen von rund 180.000 Fahrzeugen.

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Geben wird es den Land Cruiser 250, so die offizielle Bezeichnung, in zwei unterschiedlichen Designs, einmal mit eckigen und einmal mit runden Scheinwerfern. Wer den Retro-Look bevorzugt, kommt leider zu spät. Die limitierte „First Edition“ von 3.000 Einheiten ist bereits ausverkauft – 300 davon sollen nach Deutschland kommen. Und dies, obwohl es noch nicht einmal einen Preis gibt. Allein daran lässt sich ermessen, wie gut den Toyota-Leuten ihr neuer Geländewagen optisch gelungen ist.

Dass unter dem Blech grundsolide Technik steckt, sollte besonders von diesem Hersteller erwartet werden. Schließlich hat der Land Cruiser einen Ruf zu verteidigen. Er steht für Langlebigkeit, er ist ein Arbeitstier mit exzellenten Offroad-Qualitäten und spielt nicht den Schicki-Micki-SUV für den Boulevard. Dass aufgrund seines coolen Designs der eine oder andere Kunde mit ihm jetzt dort aufkreuzen wird, dürfte in der Marketingabteilung bei Toyota sicher nicht auf Missfallen stoßen.

Auf der Antriebsseite ändert sich beim neuen Land Cruiser wenig. Die Wahl der Motorisierung fällt sehr leicht. Es gibt zumindest zum Marktstart nur den 2,8-Liter-Vierzylinder-Diesel. Dieser leistet, angepasst an die jüngsten Abgasgesetze, analog zu seinem Vorgänger 150 kW/204 PS und 500 Newtonmeter an Drehmoment. Das mag sich nicht sonderlich nach Power im Überfluss anhören, zumal der Land Cruiser rund 2,3 Tonnen auf die Waage bringt. Doch im realen Leben überrascht der japanische Brocken mit souveräner Kraftentfaltung, ruhigem Lauf und, bedingt durch die neue Achtgang-Automatik und geschmeidigem Schaltverhalten. Motor und Auto passen angenehm gut zusammen. Im kommenden Jahr soll es den Diesel alternativ mit einem 48-Volt-Mildhybrid-System geben. Dies dürfte den Verbrauch reduzieren und die Durchzugskraft erhöhen.

Gewöhnungsbedürftig sind die Abmessungen des Land Cruiser 250. Innenstädte und Parkhäuser zählen nicht zu seinen Lieblingsrevieren. Mehr Spaß macht da schon mal ein Ausflug ins Gelände. Bei aller Lifestyle-Orientierung, die sein Design mit sich bringt, Offroad-Qualitäten kostet das Outfit nicht. Im Gegenteil, ausgestattet mit allerlei Sperren, Untersetzung, elektronischen Hilfen wie Crawl Control und abkoppelbaren Front-Stabilisator, lässt es sich mit dem Land Cruiser auch in schwerem Geläuf wunderbar zurechtkommen. Ob tiefer Schlamm oder dickes Geröll, meist ist es der eigene Mut, der einen verlässt, die betreffende Passage unter die Räder zu nehmen. Den Land Cruiser juckt so etwas kaum.

Bedienung größtenteils über Kippschalter und Tasten

Im Cockpit geht es auf dem ersten Blick digital und modern zu. Dafür sorgen in erster Linie die virtuellen Anzeigen hinter dem Lenkrad und der große Bildschirm in der Mitte des Armaturenbrettes. Doch ein Großteil der Bedienung läuft noch über klassische Kippschalter und Tasten (Hard Keys). Hierzu zählen hauptsächlich die Klimatisierung inklusive Sitzheizung und -belüftung sowie die diversen Fahrmodi-Einstellungen. Man ist schnell mit allem vertraut und kann die hohe Sitzposition und die damit verbundene gute Übersicht genießen. Der Land Cruiser vermittelt eine ungeheure Souveränität.

Auch was das Platzangebot und das Kofferraumvolumen angeht, überzeugt der Japaner. Bis zu sieben Personen finden im Land Cruiser 250 Platz. Sind die gefalteten Rücksitze in der zweiten Reihe nach vorne geklappt und die beiden Einzelsitze in Reihe drei flach im Boden versenkt, entsteht eine riesige Ladefläche, größer als im Vorgängermodell. Gut auch, dass Toyota von ihm die Hecktür nicht übernommen hat, sondern zur Heckklappe wechselt. Sie ist elektrisch zu betätigen und hat sogar ein separat öffnendes Glasfenster.

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Genaue Preise gibt Toyota erst ab Mai bekannt, wenn der Land Cruiser 250 bestellt werden kann. Hinter vorgehaltener Hand heißt es jedoch, der Einstieg werde auf jeden Fall bei unter 70.000 Euro beginnen. Fest steht, dass die Nachfrage nach dem neuen Land Cruiser das Angebot übersteigen dürfte. Schließlich hatte das Modell noch weit vor seinem offiziellen Marktstart bereits einen Rekord gebrochen: Gerade einmal 18 Minuten, nachdem Toyota im Dezember 2023 die Reservierungsfunktion eröffnet hatte, musste der Hersteller sie bereits wieder schließen, da das gesamte Kontingent von 1.000 Fahrzeugen bereits ausgeschöpft war.

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