Bilanz 2024 Transporter lassen europäischen Nutzfahrzeugmarkt boomen

Von Andreas Grimm 2 min Lesedauer

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Transporter hui, Lkw so lala und Elektro ohne Impulse: Der europäische Nutzfahrzeugmarkt des Jahres 2024 hinterlässt einen zwiespältigen Eindruck.

Transporter aller Art waren 2024 erneut das Zugpferd des europäischen Neuwagenmarkts.(Bild:  Renault)
Transporter aller Art waren 2024 erneut das Zugpferd des europäischen Neuwagenmarkts.
(Bild: Renault)

Der Nutzfahrzeugabsatz in Europa hat im zurückliegenden Jahr deutlich zugelegt. Wie der Herstellerverband Acea mitteilte, kamen in den Ländern der EU, der Efta und in Großbritannien 2.440.167 Neufahrzeuge im Jahr 2024 zur Zulassung. Das waren 4,8 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Damit hat sich der Nutzfahrzeugsektor deutlich robuster entwickelt als der Pkw-Markt, der nur um 0,9 Prozent zulegte.

Allerdings war die Nachfrage je nach Fahrzeugklasse sehr unterschiedlich. Wie bereits in den Vorjahren hatte der Handel vor allem mit den leichten Nutzfahrzeugen seine Freude. In der Transporter-Klasse legte der Absatz in den von Acea erfassten europäischen Märkten um 6,9 Prozent auf 2.002.023 Verkäufe zu.

Die meisten europäischen Märkte meldeten dabei ein Plus, teils mit bemerkenswerten Sprüngen. In den Niederlanden ging es etwa um 87 Prozent nach oben. Mit knapp 130.000 Einheiten war der Absatz dort fast schon auf dem Niveau von Spanien, wo 166.000 Einheiten neu zugelassen wurden (+13,7 %). Auch in Deutschland ging es – anders als im Pkw-Markt – mit den Transporter-Zulassungen deutlich aufwärts (+8,4 %; 281.000 Einheiten).

Lkw-Nachfrage schwindet

Im Gegensatz dazu gingen die Neuzulassungen von Lkw in Europa um 5,5 Prozent zurück. Am Ende kamen 392.300 Einheiten neu auf die Straßen. Dieser Rückgang war in erster Linie auf einen Rückgang der Verkäufe von schweren Lkw um 8,1 Prozent zurückzuführen (auf noch 316.000 Einheiten). Ein Stück weit aufgefangen wurde der Rückgang durch ein Plus bei den mittelschweren Lkw um europaweit 7,2 Prozent.

Insgesamt war der Truck-Markt von einer Nachfrageschwäche in vier der fünf größten Märkte in Europa gekennzeichnet. Dabei gingen die Verkäufe in Deutschland am deutlichsten zurück (-6,9 %; 88.200 Einheiten). Auch in Frankreich (-2,9 %; 50.600), Großbritannien (-2,1 %; 52.900) und in Italien (-0,7 %; 28.700) schwächelte der Absatz, während in Spanien auch in dieser Klasse die Nachfrage bemerkenswert anzog (+12,0 %; 32.100).

Rasant zugelegt haben 2024 dagegen die Verkäufe neuer Busse. In Europa kletterten die Neuanmeldungen um 14,8 Prozent auf 45.900 Einheiten. Ein wesentlicher Treiber war dabei Großbritannien mit einem Zuwachs um 57 Prozent auf knapp 8.700 Einheiten. Auch für Italien vermeldet der Herstellerverband einen zweistelligen Zuwachs von knapp 27 Prozent auf 6.600 Einheiten. Spanien (+10,3 %; 4.100 Einheiten) und Frankreich (+2,2 %: 6.300 Einheiten) sind ebenfalls im Plus. In Deutschland hingegen gab der Bus-Markt 2,0 Prozent nach (5.400 Einheiten).

Elektrifizierung kommt weiter nicht in Gang

Keine Freude hatten die Hersteller erneut mit Elektro-Modellen, im Gegenteil. Selbst bei den Transportern, wo es bereits Modelle mit akzeptabler Reichweite gibt, rutschte der Absatz der E-Fahrzeuge um 7,7 Prozent. Dadurch sank ihr Anteil auf 6,5 Prozent. Die Verkäufe von Transportern mit Hybrid-Antrieb gingen um 2,2 Prozent zurück und erreichten nur noch einen Marktanteil von 2 Prozent. Stattdessen bleibt der Diesel die bevorzugte Wahl der Käufer. Die Zulassungen stiegen um 8,8 Prozent auf 1.702.230 Einheiten (Marktanteil: 84,5 %).

Noch klarer ist die Situation bei den Lkw, wo der Diesel mit einem Marktanteil von 94,8 Prozent in Gesamteuropa noch deutlicher dominiert. Die Zulassungen von elektrisch aufladbaren Lkw stiegen allerdings um 2,1 Prozent, was vor allem am starken Plus in Großbritannien (+27,4 %) und in der Schweiz (+48,8 %) liegt. Vor allem in Frankreich (-57,4 %) und den Niederlanden (-42,3 %) wurden elektrische Trucks dagegen deutlich weniger gekauft.

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