Dabei hat sich Tomi für den schweren Weg entschieden: Weil er seinen Ducato auch als Lieferwagen fürs Geschäft und als Wohnmobil nutzt, durfte der Ausbau keinen Platz kosten und musste sich vor allem schnell auf- und zurückrüsten lassen. Deshalb steht er jetzt an den offenen Türen am Heck des Ducato und zieht allerlei Bretter aus dem doppelten Boden seines Kleintransporters. Klack, klack, klack – mit einem einfachen Stecksystem hat er den letzten Meter vom Rest der Kabine abgetrennt, aus der holzvertäfelten Seitenwand klappt er eine Bank, vor die offenen Türen hängt er weitere Bretter, auf Teleskopschienen verlängert er den Fußboden und mit drei Handgriffen hat der Überhang auch ein Dach. Klack, klack, klack, dann ist vorne auch zu, und mit dem letzten Handgriff klemmt Tomi noch eine Trittleiter vor die Tür, bevor er drinnen mit dem Holzverschnitt aus seiner Sauna-Schreinerei den Ofen anheizt.
Lange Warten muss er danach nicht mehr: „In kaum mehr als einer Viertelstunde hat die Sauna mollige 80 Grad“, strahlt der stolze Erfinder und nestelt schon an den Hemdsköpfen. Denn wenn das Feuer erstmal brennt, ist der Finne kaum mehr zu halten. „Mein Büro hat 80 Grad, bringt also besser ein Handtuch mit“, rät er seinen Geschäftspartnern – und hat damit offenbar Erfolg: Rund ein Dutzend Saunen baut er im Jahr und hat deshalb eigentlich viel zu wenig Zeit, im eigenen Van zu sitzen und zu schwitzen.
Wegen Rechtsanwälten: Sauna-Van bleibt Einzelstück
Allerdings haben die wenigsten davon Räder und fahren kann bislang keine anderer: Der Schwitzkasten im Dodge ist ein Einzelstück und wird es wohl auch bleiben: An Nachfrage für die heißen Van mangelt es dabei nicht. An Ideen auch nicht. Und der Preis, den Tomi auf rund 15.000 Dollar schätzt, dürfte auch keine unüberwindbare Hürde sein. „Sondern das Problem hier in Nordamerika sind die Gesetze und die Rechtsanwälte“, stöhnt er.
Ein TÜV würde ihn zwar nicht behindern, aber die Angst vor einer Fehlbedienung ist ihm schlicht zu groß. In einem Land, in dem man in die Bedienungsanleitung der Mikrowelle schreiben muss, dass man darin keine Katze trocknen darf, ist ihm eine mobile Sauna einfach zu heiß, erzählt er und zuckt resigniert mit den Schultern: „Da würde ich am Formblatt zum Haftungsausschluss länger sitzen als am Umbau selbst.“ Und dabei wahrscheinlich auch mehr ins Schwitzen kommen als in der Sauna.
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