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Transporter mit Sauna-Ausbau: Heiße Kiste für kalte Tage

Autor / Redakteur: sp-x / Andreas Wehner

Ein Finne ohne Sauna? Geht gar nicht, dachte sich ein nach Kanada ausgewanderter Finne und baute sich seine eigene – für unterwegs.

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Ein nach Kanada ausgewanderter Finne hat sich eine mobile Sauna gebaut.
Ein nach Kanada ausgewanderter Finne hat sich eine mobile Sauna gebaut.
(Bild: sp-x)

Draußen hat es minus 20 Grad, der Schnee liegt meterhoch und von den Felsen hängen dicke Eiszapfen: Es ist tiefster Winter in Revelstoke am Fuß der Rocky Mountains, und wer sich überhaupt aus dem Haus traut, der steckt in vier Lagen Thermo-Wäsche und achtet peinlich genau darauf, dass ja kein Fitzelchen Haut herausschaut.

Doch Tomi sitzt im Fond seines Kleintransporters und schält sich aus den Klamotten. Denn es wird hübsch warm im Heck seines Fiat Ducato, der hier drüben in Kanada als Dodge Ram Promaster verkauft wird. Kein Wunder. Ganz hinten knistert ein Holzfeuer im Ofen und die Temperatur steigt so langsam auf 90 Grad. Denn Tomi sitzt im wohl einzigen Sauna-Van im Umkreis von vielen Tausend Meilen und macht sich gerade bereit für einen Runde Schwitzen im Sitzen.

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Das muss man verstehen. Schließlich ist Tomi Finne und so wohl er sich in Kanada fühlt, fehlt ihm in dem Outdoor- und Wintersport-Mekka sechs Stunden östlich von Vancouver die heimische Sauna-Kultur. Das hat ihn allerdings nach Jahren der Saisonarbeit als Skilehrer nicht daran gehindert, vor rund zehn Jahren ganz nach Kanada zu ziehen. Das sichert ihm jetzt in der neuen Heimat sein Auskommen und zusammen mit seiner Partnerin baut er individuelle Saunen für die Locals und heizt den Wintersportlern auf diese Weise gehörig ein.

Nachdem er seine Schwitzkästen in Keller gebaut hat und in Gartenhütten, in Garagen und Dachböden, Waldhütten und Wiesenhügel, hat er im letzten Sommer auch seinen Ducato zu einer heißen Kiste umgebaut. Schließlich ist der Finne gerne unterwegs, geht im Sommer an den Seen campen und im Winter am nahen Eagle-Pass zum Backcountry Skiing.

„Und nichts ist schöner, als nach einer langen Tour direkt in die Sauna zu steigen, ohne erst ein paar Stunden fahren zu müssen,“ schwärmt der knapp 50-jährige Finne und freut sich über die vielen Bekanntschaften, die er dabei schon auf Park- und Campingplätzen gemacht hat. Klar, schauen viele erstmal ein bisschen irritiert, wenn er ihnen erklärt, warum sein Van einen Schornstein hat und weshalb daraus plötzlich Rauch aufsteigt. Doch nicht selten sind die Passanten danach buchstäblich Feuer und Flamme und fragen nach einem Handtuch, erzählt er mit einem breiten Grinsen.

Wochenlang geplant, schnell gebaut

Geplant hat er an seinem Sauna-Van viele Wochen. Stundenlang hat er dafür in seinem Lieblingscafé an der Hauptstraße gesessen, Skizzen gemacht und gerechnet. Doch der Umbau selbst ging dann überraschend schnell. Hier mal an ein paar Stunden nach Feierabend, da mal ein Samstag – so nahm der Schwitzkasten auf Rädern zügig Gestalt an.

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