Autolöwen-Insolvenz Nur ein Standort bleibt erhalten

Von Yvonne Simon 2 min Lesedauer

Am Aalener Standort der insolventen Autolöwen geht es weiter. Die Widmann-Gruppe übernimmt den Betrieb und ergänzt ihr Markenportfolio um vier Stellantis-Marken. Für die restlichen Autolöwen-Autohäuser konnte kein Investor gefunden werden.

Das Autohaus Spiegler in Aalen gehört jetzt zur Widmann-Gruppe.(Bild:  Auto Widmann GmbH & Co. KG)
Das Autohaus Spiegler in Aalen gehört jetzt zur Widmann-Gruppe.
(Bild: Auto Widmann GmbH & Co. KG)

Für den Standort Aalen der insolventen Autolöwen gibt es eine Investoren-Lösung: Die Widmann-Gruppe hat das dortige Autohaus Spiegler nach eigenen Angaben mit allen 33 Mitarbeitern zum 1. Juli übernommen. Der Mercedes-Benz-, Smart- und VW-Händler, der seinen Stammsitz in Aalen hat, wird damit Stellantis-Partner und vertreibt an dem neuen Standort die Marken Opel, Peugeot, Citroën und Leapmotor.

Für die restlichen Autolöwen-Betriebe gibt es hingegen schlechte Nachrichten. In Schwäbisch Hall, Öhringen, Ludwigsburg, Crailsheim und Heilbronn wurde zum 1. Juli der Betrieb eingestellt, wie die Kanzlei Schultze & Braun bekanntgab. Trotz intensiver Bemühungen habe man keine Investorenlösung finden können. Autolöwen hatte Ende April Insolvenz angemeldet. Das in Schwäbisch Hall ansässige Unternehmen betrieb insgesamt acht Standorte, beschäftigte rund 180 Mitarbeiter und Auszubildende und erzielte einen Jahresumsatz „im mittleren zweistelligen Millionenbereich“.

Nikolaus Röver von der Pluta Management GmbH, die den Investorenprozess gesteuert hat, schildert: „Wir haben im Zuge der Investorensuche insgesamt mehr als 200 potenzielle Interessenten angeschrieben. Mit 19 davon sind wir in nähere Gespräche eingestiegen, neun von ihnen legten ein Angebot vor oder äußerten konkreteres Interesse an einzelnen oder mehreren Standorten.“ Während Aalen erfolgreich übertragen werden konnte, seien mögliche Lösungen für Crailsheim und Schwäbisch Hall nicht zustande gekommen, weil sich Vermieter und Interessent nicht einig wurden. In Öhringen habe sich der Interessent selbst zurückgezogen.

100 Kündigungen an verbliebenen Autolöwen-Standorten

Insolvenzverwalter Dr. Markus Schuster von Schultze & Braun habe die Belegschaft bereits über die Situation informiert. Von den um die 150 verbliebenen Mitarbeitenden wurde rund 100 gekündigt, weitere circa 50 Mitarbeitende hatten zuvor Aufhebungsverträge geschlossen, weil sie anderweitig neue Arbeitsstellen gefunden hatten.

Die betroffenen Standorte hatte die Autolöwen GmbH gemietet. Sie sollen nun geordnet abgewickelt und an die Eigentümer übergeben werden.

Widmann wächst auf 19 Standorte

In Aalen hingegen geht es weiter. Geschäftsführerin Lisa Widmann erklärt der Pressemeldung der Gruppe zufolge, das Team des Betriebs sei „eine wertvolle Bereicherung für unser Unternehmen“. Die Kunden sollen nun gleichzeitig von Kontinuität, aber auch den Strukturen und der Leistungsfähigkeit der großen Autohausgruppe profitieren.

Die Autohaus-Gruppe Widmann betreibt künftig insgesamt 19 Standorte in Baden-Württemberg, Bayern, Sachsen und Brandenburg, darunter vier reine Vertriebsstützpunkte. Rund 1.150 Beschäftigte arbeiten für das Unternehmen, das im vergangenen Jahr einen Umsatz von 783 Millionen Euro erwirtschaftete. Widmann vermarktete 2025 rund 5.400 Neu- und 8.000 Gebrauchtwagen.

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