Antriebstechnik Vollhybrid vs. Vollhybrid

Von Gernot Goppelt 7 min Lesedauer

Volkswagen hat auf dem Wiener Motorensymposium im April seinen ersten seriell-parallelen Vollhybrid mit zwei E-Maschinen vorgestellt. Mercedes bietet seit Kurzem einen 48-Volt-Vollhybrid an. Die beiden Lösungen könnten kaum unterschiedlicher sein.

Der Aufbau des VW-Antriebs. Die beidem E-Maschinen sind axial angeordnet, eine Lamellenkupplung ermöglich einen Durchtrieb für den Parallelbetrieb.(Bild:  VW)
Der Aufbau des VW-Antriebs. Die beidem E-Maschinen sind axial angeordnet, eine Lamellenkupplung ermöglich einen Durchtrieb für den Parallelbetrieb.
(Bild: VW)

Bisher dachten einige, dass Mild- und 48-Volt-Hybride eigentlich dasselbe sind. Stimmt nicht so ganz, wie der neue 48-V-Vollhybrid von Mercedes zeigt, denn er kann auch ein wenig elektrisch fahren. Und bisher waren Vollhybride deutscher Hersteller normalerweise Parallelhybride. Aber auch das stimmt nicht mehr: Volkswagen bringt seinen ersten seriell-parallelen Vollhybrid in Serie, der gewissermaßen vom elektrischen Antrieb her gedacht ist.

Die beiden neuen Hybridantriebe von Mercedes und VW interpretieren den Vollhybrid geradezu diametral unterschiedlich. Während Mercedes auf 48 Volt setzt – und somit keine Hochvolt-Zusatzqualifikation in Werkstätten erforderlich ist –, bewegt sich VW mit dem neuen Hybrid quasi am anderen Ende des Spektrums: Es ist ein Hochvolthybrid mit 400 V, mit zwei E-Maschinen und seriell-paralleler Betriebsweise, mit einem Gang für den Parallelbetrieb; funktional ähnlich, wie man es im deutschen Markt bisher vor allem von Honda kannte.