Neuzulassungen Juli Der Handel hat keine Lust auf Eigenzulassungen

Von Andreas Grimm 3 min Lesedauer

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Hinter dem leichten Zulassungsplus im Juli verbergen sich teils konträre Marktentwicklungen. Insbesondere der Privatmarkt zeigt sich weiter konsumwillig – dank der E-Auto-Förderung.

Der leicht positive Neuwagenmarkt im Juli ist das Ergebnis einer steigenden Privatkunden-Nachfrage – und der Zulassungstätigkeit der Vermieter.(Bild:  Achter – VCG)
Der leicht positive Neuwagenmarkt im Juli ist das Ergebnis einer steigenden Privatkunden-Nachfrage – und der Zulassungstätigkeit der Vermieter.
(Bild: Achter – VCG)

Das Zulassungsplus von 1,2 Prozent im Juli geht im Wesentlichen auf das Konto der Privatkunden. Wie aus einer Analyse der Zulassungszahlen durch die Marktforschung Dataforce hervorgeht, wurden in diesem Absatzkanal 8,0 Prozent mehr Pkw neu zugelassen als im Vergleichsmonat des Vorjahres. Einmal mehr sorgte das wachsende Interesse an Elektroautos für den Zuwachs. Die Privatverkäufe der Elektromodelle legten um 102 Prozent zu – sie kommen auf einen Absatzanteil von 39 Prozent im Privatkundenmarkt.

„Ein wichtiger Treiber dürfte weiterhin die Förderung sein, kombiniert mit den wieder aufgeflammten Preisen an den Tankstellen“, heißt es dazu in der Dataforce-Analyse. Im Vergleich dazu büßten Benziner ganze 27 Prozent ein. Ähnlich erscheint die Entwicklung im Flottenmarkt, bei dem allerdings das Plus der E-Autos (+31 %) aktuell nicht reicht, um die Verluste der Verbrenner aufzufangen (-15 % bei den Benzinern, -22 % bei den Diesel-Modellen).

Die Neuzulassungen durch gewerbliche Kunden waren im Juli 2,9 Prozent rückläufig. Damit zeigt sich in der Absatzentwicklung in diesem Kanal zunehmend die schwierige wirtschaftliche Situation. In den ersten sieben Monaten war das Gewerbesegment zusammengerechnet nur 1 Prozent rückläufig.

Deutlich negativer waren im Juli die Zulassungen im Fahrzeughandel mit einem Minus von 17,4 Prozent. Im bisherigen Jahresverlauf senkte der Handel die Zahl der Eigenzulassungen um 11 Prozent. Auffällig ist, dass die Zahl der Elektrozulassungen unter den Eigenzulassungen des Handels deutlich steigt – auf gut 20 Prozent im Juli. Im Gesamtjahr stellen die E-Autos nur 14 Prozent der händlereigenen Zulassungen. Ob die Juli-Entwicklung ein Hinweis auf ein verändertes Portfolio der Händler mit elektrischen Tages- und Kurzzulassungen ist, wird sich jedoch erst in den Folgemonaten zeigen.

Sicher ist, dass es ohne taktische Zulassungen nicht geht. Die Hersteller und Importeure weiteten ihre Zulassungstätigkeiten im Juli um 5,7 Prozent aus, während auch die Vermieter deutlich mehr Neuwagen abnahmen als vor einem Jahr (+12,2 %). Im bisherigen Jahresverlauf haben die Vermieter sogar 17 Prozent mehr Fahrzeuge abgenommen als im Vorjahreszeitraum. Die Hersteller sind 8 Prozent im Plus. Für Dataforce-Analyst Julian Litzinger zeigt sich darin trotz des wachsenden Privatmarkts, dass „taktische Zulassungen wieder vermehrt eine Rolle spielen“.

Transportermarkt leidet unter Wirtschaftsschwäche

Der Markt für Transporter und Pkw-Utilities ging gegenüber dem Pkw-Markt im Juli deutlich in die Knie. Der Rückgang belief sich auf 7 Prozent und war die Folge niedrigerer Volumina in fast allen Kanälen. Am stärksten büßte der Privatkanal ein mit einem Rückgang um 11 Prozent und dem höchsten Volumenverlust. Auch die Autovermieter und der Fahrzeughandel verloren zweistellig (-10 % und -11 %).

Einzig die Eigenzulassungen der Hersteller legten zu – und das mit einem Plus von 17 Prozent durchaus signifikant. Die Nachfrage der Gewerbekunden sank um 4 Prozent und entwickelt sich erwartungsgemäß zur aktuellen Marktlage, die erneut von geopolitischen Krisen und wirtschaftlicher Unsicherheit geprägt ist und damit wenig Anlass zu Investitionen gibt.

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