Trends im Flottenmangement

Autor / Redakteur: Isabella Finsterwalder / Stephan Richter

Der freie Flottenmanagementanbieter Arval hat für das CVO Barometer 2009 europaweit Interviews geführt, und ermittelt jetzt aus den Ergebnissen Trends für das Flottenmanagement.

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„Egal, ob Firmen ihre Flotten im Full-Service- oder im Finanzleasing betreiben: Die Fahrzeuge werden nahezu immer von Markenwerkstätten betreut“, weiß Ralf Woik, Marketingchef des freien Flottenmanagementanbieters Arval Deutschland GmbH und verantwortlich für das Corporate Vehicle Observatory (CVO) Barometer 2009 in Deutschland. Im Zeitraum von zwei Monaten interviewte die Informationsplattform für Flottenmanagement europaweit 3.379 Wirtschaftsunternehmen mit Firmenwagen. Ein Fazit des Barometers lautet: „Autohäuser und Flottenmanagement-Anbieter sollen enger zusammenarbeiten.“

„Flotte heißt Mobilität“, begründet Woik dieses Ergebnis anlässlich der Präsentation des CVO-Barometers 2009. So komme es in der Betreuung von Firmenkunden stark darauf an, dass der Fachhandel flexibel und prompt Serviceleistungen anbieten könne, wie Hol- und Bringservice, Ersatzwagen oder auch Schnellreparaturen. Vor allem die Händlerorganisationen der deutschen Automobilhersteller seien für Firmenkunden höchst professionell aufgestellt.

Ganzheitliche Betreuung

Dennoch sieht Woik mit Blick auf die Zusammenarbeit zwischen markengebundenen Autohäusern und Flottenmanagement-Anbietern noch Optimierungspotenzial: „Wenn Autohäuser gegenüber Flottenmanagement-Dienstleistern zum Vorteil des Kunden künftig noch offener miteinander umgehen, entsteht eine Win-Win-Situation.“ Dann nämlich erfahre der Flottenkunde eine ganzheitliche Betreuung, die aus den Stärken des Flottenmanagement-Anbieters als Nutzenoptimierer von Flotten und den Stärken der Fachwerkstatt bei professionellen Serviceabläufen bestehe. Um das Mobilitätspotenzial der Flotte auszuschöpfen, müssten die Prozesse zwischen allen Beteiligten optimal aufeinander abgestimmt werden, also zwischen Fahrer, Autohaus, Flottendienstleister und Flottenbetreiber.

Wie das Barometer 2009 weiter zeigt, nutzen Fuhrparks heute vor allem Mobilitätsdienstleistungen wie Wartung und Reparatur, Reifen, 24-Stunden-Pannen-/-Abschleppdienst, Ersatzfahrzeug sowie Tankkartenmanagement im Rahmen von Leasingverträgen oder auch im externen Flottenmanagement.

Deutschland unter dem Durchschnitt

Dagegen nutzen Firmenkunden hierzulande Angebote wie Kurzzeitmieten oder Fahrzeugortung zur Diebstahlsicherung nur unterproportional. Gegenüber dem europäischen Durchschnitt liegen deutsche Flottenkunden damit laut Arval-Deutschland-Kommunikationschefin Claudia Kaiser jedoch weit zurück. Zum einen sieht Kaiser einen engen Zusammenhang mit einem umfangreicheren Service der Markenwerkstätten und einem engen persönlichen Kontakt der Fachwerkstatt zum Firmenkunden in Deutschland. Zum anderen zeige sich auch, dass Unternehmen Servicedienstleistungen in wirtschaftlich schlechten Zeiten wieder stärker ins eigene Haus holten.

Geringes Wachstum

Befragt nach dem erwarteten Flottenwachstum in den kommenden drei Jahren schätzt das Gros der Firmen die Situation stabil ein. Während vor allem mittlere Unternehmen (10 bis 99 Mitarbeiter) mit einem Wachstum rechnen, erwarten größere Unternehmen eher einen leichten Rückgang bzw. nur ein geringes Wachstum.

Da jedoch bei kleinen und mittleren Unternehmen in der Regel der Firmeninhaber auch der Fuhrparkentscheider ist, zeichnet sich laut Woik ein insgesamt positives Bild ab mit einem geschätzten Stückzahlplus von 1,5 Prozent in den kommenden drei Jahren. „Die Firmen werden auch künftig auf Dienstwagen als Arbeitsmittel und Motivationsfaktor setzen“, ist Woik überzeugt. „Die persönliche Beziehung zum Kunden wird gerade in schwierigen Zeiten immer wichtiger. Dafür ist Mobilität unerlässlich“, resümiert der CVO-Experte.

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