TRW: Radar für alle

Autor / Redakteur: Jan Rosenow / Dipl.-Ing. (FH) Jan Rosenow

Bislang waren radargestützte Sicherheitssysteme nur in den höheren Fahrzeugklassen zu haben. Ein kostengünstiges 24-Gigahertz-Radar von TRW könnte nun für eine weitere Verbreitung sorgen.

Notbremsassistenten oder Tempomaten, die sich am vorausfahrenden Verkehr orientieren, kommen derzeit vor allem in Fahrzeugen höherer Klassen zum Einsatz. Das liegt an den hohen Kosten der Radaranlagen. Der amerikanische Autozulieferer TRW bringt nun ein Bremssystem zur Kollisionsminderung (Collision Mitigation Braking – CMB) auf den Markt, das sich durch den Einsatz eines kostengünstigen Radarsystems, des AC100 mit 24 Gigahertz, auch für kleinere Fahrzeuge eignet.

Der Radarsensor des CMB ermittelt Abstand und Relativgeschwindigkeit von Objekten, die sich vor dem eigenen Fahrzeug befinden. Wenn das System eine potentiell gefährliche Situation erkennt, warnt es den Fahrer durch ein akustisches, visuelles oder haptisches Signal. Falls der Fahrer nicht auf diese Warnung reagiert, bremst es automatisch mit einer bestimmten Bremskraft, um die Fahrzeuggeschwindigkeit und infolgedessen die Unfallschwere zu reduzieren.

Laut TRW kostet der 24-Gigahertz-Sensor nur halb so viel wie ein 77-Gigahertz-Radar. Im Gegensatz zu laserbasierten Systemen soll er zudem mehr Sicherheitsfunktionen ermöglichen; er kann zudem auch bei schwierigen Wetterbedingungen eingesetzt werden, während Lasersysteme auf klare Sicht angewiesen sind.

Kann Unfälle vermeiden oder abschwächen

TRW hat die CMB-Technik speziell für den Stadtverkehr und für Kolonnenfahrten entwickelt. Das Bremssystem wird sechs bis sieben Meter vor dem Objekt ausgelöst und reduziert die Geschwindigkeit um 20 km/h. Bei einer Relativgeschwindigkeit von bis zu 20 km/h zu dem sich nähernden Objekt kann CMB den Unfall also vollständig vermeiden.

Die Detektionsreichweite beträgt bis zu 150 Metern und unterstützt damit auch Funktionen wie die Adaptive Geschwindigkeitskontrolle (Adaptive Cruise Control – ACC), die bis zu 160 km/h und damit auch auf Autobahnen einsetzbar ist.

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