165455,126991 TÜV-Report 2010: Mehr Mängelware auf den Straßen
Ergebnis des TÜV-Reports 2010: Trotz Umweltprämie ist die Quote schwerwiegender Fahrzeug-Mängel gegenüber dem Vorjahr um einen Prozentpunkt auf 17,6 Prozent gestiegen.
Die Quote schwerwiegender Fahrzeug-Mängel ist 2009 trotz Umweltprämie im Vergleich zum Vorjahr um einen Prozentpunkt auf 17,6 Prozent gestiegen. Dies ist das Ergebnis des am Donnerstag in Berlin vorgestellten TÜV-Reports 2010. Besonders besorgniserregend sei dabei, dass immer noch rund neun Millionen aältere Fahrzeuge mit „erheblichen Mängeln“ unterwegs sind, heißt es in einer aktuellen Mitteilung des TÜV Süd.
Umweltprämie bringt nicht mehr Sicherheit
Daran habe auch der Anreiz zum Kauf eines Neuwagens durch die staatliche Abwrackprämie bislang nichts ändern können. „Das Neuzulassungs-Plus durch die Abwrackprämie hat bislang nicht ausgereicht, um die Sicherheit auf Deutschlands Straßen zu erhöhen“, so Horst Schneider, Sprecher der Geschäftsführung TÜV Süd Auto Service GmbH. Unter den Mängelriesen der Fahrzeuge bis drei Jahre befänden sich zudem zahlreiche Kleinwagenmodelle, die besonders vom Abwrackboom profitiert hätten.
Laut TÜV-Report 2010 hat das Prämien-Plus an Neufahrzeugen bislang keine signifikanten Auswirkungen auf die Mängelstatistik. Demnach wurden in diesem Jahr etwa zwei der insgesamt 41 Millionen in Deutschland zugelassenen Pkw verschrottet - geschätzte 1,2 Millionen davon wegen der Abwrackprämie. „Der negative Trend setzt sich fort. Die Mängelquote ist weiter angestiegen“, so Schneider. Ein Grund hierfür sei, dass die Gewinner der Abwrackprämie zwar preislich unter den „Zwergen“, bei den Mängeln aber oft unter den „Riesen“ zu finden seien.
Gewinner: Porsche 911 und Mazda2
Die Gewinner des TÜV-Reports 2010 kommen in diesem Jahr aus der Sport- und Kleinwagenklasse. Demnach fallen nur 1,9 Prozent der Porsche 911er, die nach drei Jahren das erste Mal zur Hauptuntersuchung müssen, durch erhebliche Mängel auf. Knapp dahinter auf Platz zwei folgt der Mazda2 mit einer Mängelquote von 2,4 Prozent. Den dritten Platz teilen sich VW Golf Plus, Ford Fusion und Mazda3 mit einer Mängelquote von jeweils 2,6 Prozent. Der Vorjahresgewinner Toyota Corolla Verso landet heuer auf Platz zehn.
Schlusslicht ist laut aktuellem TÜV-Report auch 2009 der Kia Carnival. Mit einer Mängelquote von 29,3 Prozent sei beinahe jeder dritte südkoreanische Großraum-Van bei der ersten Hauptuntersuchung durchgefallen. Als besonders interssanten Aspekt bei der Betrachtung der „Mängelriesen“ wertet die TÜV-Untersuchung die Tatsache, dass sich in dieser Kategorie auch Gewinner der Abwrackprämie wie der Dacia Logan (8,7 Prozent), der Citroen C4 (9,4 Prozent) und der Peugeot 307 (9,6 Prozent) wiederfinden.
Japanische und deutsche Modelle vorn
Auch bei den vier und fünf Jahre alten Autos teilen sich laut TÜV-Report 2010 Deutschland und Japan die Spitze. Platz eins belegt hier der VW Golf Plus (Mängelquote 3,4 Prozent), gefolgt vom Vorjahresgewinner Toyota Corolla Verso (3,6 Prozent) und BMW 1er (3,7 Prozent). Schlusslicht ist auch hier der Kia Carnival.
Bei den Acht- bis Neunjährigen lautet die Reihenfolge Toyota RAV4 (Mängelquote 6,6 Prozent), Porsche Boxster (7,0 Prozent) und Porsche 911 (7,6 Prozent).
Bei den Senioren der über zehn Jahre alten Autos machen die Japaner die ersten drei Plätze unter sich aus. Das Siegertreppchen besetzt hier der Toyota RAV4 (Mängelquote 10,2 Prozent). Platz zwei teilen sich Toyota Starlet und Subaru Forester (je 12,0 Prozent). Auf Rang drei landet der Toyota Corolla (12,9 Prozent).
Nur jeder Zweite „ohne Mängel“
Die häufigsten Mängel an den untersuchten Autos fanden sich laut TÜV-Report 2010 - unabhängig vom Fahrzeugalter - im Bereich der Beleuchtungsanlage sowie an der Vorder- und Hinterachse. Weitere Mängelschwerpunkte sind Auspuffanlage, Lenkungsspiel sowie Bremsleitungen und -schläuche.
Als „Quotenmittelwerte“ - über alle Altersklassen hinweg - weist der TÜV-Report folgende Werte aus: „Ohne Mängel“ (51,9 Prozent), „leichte Mängel“ (30,4 Prozent), „erhebliche Mängel“ (17,6 Prozent), „verkehrsunsicher“ (0,1 Prozent).
Für den TÜV-Report 2010 wurden den Angaben zufolge insgesamt rund 7,5 Millionen Hauptuntersuchungen (HU) von mehr als 200 Automodellen im Alter von zwei bis elf Jahren ausgewertet.
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