TÜV Süd bündelt Kompetenzen
Der Münchener Prüfkonzern bietet „Connected Services“ rund um das Automobil. Die neue Unternehmensstruktur soll den Bedürfnissen der Kunden noch besser dienen.
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Die Lehre stammte aus einer Befragung unter 600 Autohäusern, die der TÜV Süd im letzten Jahr durchgeführt hat: Die Kunden wollen „Connected Services“, also alle Dienstleistungen aus einer Hand. Das gilt indes nicht nur für den Kfz-Handel, sondern die gesamte Automobilbranche vom Zulieferer bis zum Endkunden. Ausgehend von dieser Befragung hat der Münchner Prüfkonzern seine Unternehmensstruktur geändert, um den Bedürfnissen der Kunden noch besser zu dienen.
Die Division Automotive, in der Entwicklungsdienstleistungen für die Automobil- und Zulieferindustrie gebündelt waren, wurde aufgelöst und ein Teil ihrer Aufgaben wie Abgaslabore oder Homologation zur TÜV Süd Auto Service GmbH verschoben. Ziel der Neuordnung laut Unternehmensangaben: OEMs, Zulieferer, Endverbraucher und Flottenbetreiber mit gebündelten Dienstleistungspaketen versorgen und strategische Partnerschaften weiter ausbauen.
„Im Autogeschäft sind strategische Partner gefragt, die zuverlässig alle Dienstleistungen rund ums Auto anbieten können. Die Integration der Automotive-Dienstleistungen in die TÜV Süd Auto Service GmbH bietet die Grundlage dafür“, sagte Bernhard Kerscher, Sprecher der Geschäftsführung, auf einer Pressekonferenz am 13. Januar in München.
Insgesamt bieten die Münchener nun alle Services entlang des Pkw-Lebenszyklus an – von der Entwicklung über die Vermarktung bis zum Betrieb. Zukünftige Schwerpunkte im Autogeschäft werden der Ausbau der Flottendienstleistungen sowie der Bereich Fahrzeugbewertungen und Schadengutachten sein. Hier sei der Bedarf an strategischen Partnerschaften besonders groß. „Gerade wenn es um das Vertrauen der Kunden geht, setzen die Autohäuser auf die Gutachten eines unabhängigen Dritten – hier punkten wir mit unserer Neutralität“, betont Kerscher
Autohäuser wollen neutrales Schadenmanagement
Neu für das Autohaus ist dabei der TÜV-Süd-Schadenmanager. Durch das Erstellen von Kostenvoranschlägen und die Umwandlung von Schadenersatzansprüchen in Werkstatt- und Reparaturumsätze kann er helfen, die Effizienz des Schadenbereichs im Autohaus zu steigern. Darüber hinaus bietet das Unternehmen die Zertifizierung zum geprüften Unfallschaden-Reparaturbetrieb.
Das Angebot für das Gebrauchtgeschäft im Autohaus umfasst die Bewertung, die Aufbereitung, die Datenpflege, die Unterstützung bei der regionalen Preisfindung sowie tatkräftige Hilfe bei der Fahrzeugpräsentation. Zusätzlich bietet TÜV Süd die Abmeldung, Zulassung und natürlich die Haupt- und Abgasuntersuchung. Alle Dienstleistungen können modular zusammengestellt und individuell kombiniert werden. „Die Kombination aus dem TÜV-Süd-Gebrauchtwagenzertifikat und dem guten Namen des Autohauses schafft Vertrauen bei den Kunden und damit die Voraussetzung für einen schnelleren Verkauf und geringere Standzeiten“, verspricht Kerscher.
Unabhängigkeit helfe auch beim reibungslosen Leasingrücklauf: Differenzen zwischen Kunden und Autohaus fielen weg, wenn das Markenzeichen der Prüforganisation auf dem Minderwertgutachten steht. Vorteil fürs Autohaus: starke Kundenbindung, Anschlussverkäufe und zusätzliches Servicegeschäft.
Bundesweiter Anbieter von Prüfmittelüberwachung
Das Angebot von TÜV Süd wird durch Beratungsservices komplettiert, die Unternehmerpflichten wie Arbeitssicherheit, Datenschutz oder Prüfmittelüberwachung beinhalten. In Sachen Prüfmittel sieht sich der Konzern als einziger bundesweit tätiger Anbieter, der an elf strategisch verteilten Standorten zwischen München und Hamburg ansässig ist.
Autohäuser und Werkstätten können auch einen „Fitness-Check“ buchen, der einzelne Bereiche analysiert und Handlungs- und Umsetzungsempfehlungen erstellt. Grundlage dafür sind beispielsweise Werkstatt-, Service- oder Verkaufstests. Auch Mitarbeiterfortbildungen etwa zum Umgang mit Hybrid- und Elektrofahrzeugen stehen auf dem Programm.
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