TÜV Süd präsentiert Rekordzahlen
Die Prüf- und Sicherheitsdienstleistungen des TÜV Süd sind weltweit gefragt. Umsatz und Gewinn steigen. Die Übernahme der spanischen Atisae-Gruppe soll einen weiteren Schub bringen.

Das Jahr 2016 steht beim TÜV Süd ganz im Zeichen des 150-jährigen Bestehens. Neben dem Jubiläum gibt es aber auch einen anderen Grund zum Feiern: Auf der Bilanzpressekonferenz präsentierte der Prüfkonzern am Mittwoch in München erneut Rekordzahlen. Axel Stepken, Vorstandsvorsitzender der TÜV Süd AG, und Finanzvorstand Matthias J. Rapp gaben für 2015 einen Jahresumsatz von 2,2 Milliarden Euro bekannt. Das entspricht einer Steigerung von acht Prozent gegenüber 2014. Im laufenden Jahr dürfte diese Bestmarke durch die Übernahme der spanischen Atisae-Gruppe noch einmal übertroffen werden.
Das Ergebnis (ber. EBIT) beträgt 190 Millionen Euro. Der Jahresüberschuss legte unter dem Strich um über neun Prozent auf 114 Millionen Euro zu. Die deutschen Tochtergesellschaften erreichten einen Umsatzanteil von 1,4 Milliarden Euro. Dabei ist der TÜV Süd außerhalb Deutschlands stärker gewachsen als im Inland. „Die Entwicklung des TÜV Süd hat sich vor dem Hintergrund der herausfordernden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen als sehr robust erwiesen“, sagte Rapp. Der Finanzvorstand benannte vor allem den Ölpreis als Risikofaktor für die künftige Entwicklung.

Die Sparte Mobility, in der 4.712 Mitarbeiter tätig sind, erreichte mit 638,8 Millionen Euro Umsatz eine Steigerung um fünf Prozent. Der Anteil am Konzernumsatz lag damit bei 28,7 Prozent. „Haupt- und Abgasuntersuchungen, unser Kerngeschäft in diesem Segment, sorgten für einen stabilen Umsatzbeitrag“, sagte Rapp. Der TÜV Süd habe mehr Fahrzeuguntersuchungen durchgeführt und Führerscheinprüfungen abgenommen als im Vorjahr. Wachstumsimpulse für das Ergebnis brachten Rapps Angaben zufolge vor allem das Engagement in der Türkei sowie die Dienstleistungen im Flottenmanagement und in der Fahrzeugaufbereitung.
Seit dem 1. Januar 2016 zählt auch der spanische Prüfdienstleister Atisae mit 1.300 Mitarbeitern zum Konzern. Für den TÜV Süd war das die bislang größte Akquisition der Unternehmensgeschichte. „Die Atisae-Gruppe ist mit einem breiten Leistungsangebot in vielen Branchen tätig und fügt sich damit hervorragend in den TÜV-Süd-Konzern ein“, sagte Stepken. Insgesamt beschäftigt der TÜV Süd jetzt 24.000 Mitarbeiter, von denen mehr als die Hälfte im Ausland arbeitet.
Wachstumsfelder Digitalisierung und Vernetzung
Ein wichtiges Wachstumsfeld für die kommenden Jahre sehen die Sachverständigen im Bereich Digitalisierung und Vernetzung. Aktuell baut das Unternehmen Digital Units in Deutschland und Asien auf, welche sich den erhöhten Anforderungen an den Datenschutz der Zukunft widmen. Ein Beispiel dafür ist das Forschungsprojekt Pegasus, an dem sich alle deutschen Automobilhersteller und einige Zulieferer beteiligen. Sie wollen in den kommenden drei Jahren Test- und Freigabemethoden für hochautomatisiertes Fahren auf Autobahnen bis Tempo 130 km/h definieren.
Anlässlich seines Jubiläums hat der TÜV Süd fünf Millionen Euro für die Ausbildung von jungen Menschen gespendet. Dazu wird die TÜV-Süd-Stiftung eine Reihe von Projekten ins Leben rufen. Dabei geht es um die Entwicklung und Umsetzung von speziellen Lernkonzepten für Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund, um sozial benachteiligten jungen Menschen eine technische Berufsausbildung zu ermöglichen.
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