Übergabe der Verantwortung planen
Der Ford-Händlerjuniorenkreis (JK) besteht seit 25 Jahren. In dieser Zeit hat er sich auch intensiv um Unternehmensnachfolgeregelungen gekümmert. Wolfgang Schumacher, Geschäftsführer Ford-Marketing-Institut, ist für klare Nachfolgeregelungen.
Redaktion: Der Ford-Händlerjuniorenkreis feiert in diesem Jahr 25-jähriges Bestehen. Was waren die Meilensteine seiner Geschichte
Wolfgang Schumacher: Der Ford-Händlerjuniorenkreis (JK) entstand auf einer Tagung in Belgien 1982. Den zweiten Meilenstein bildete die Einführung des Junioren-Sprecherkreises 1987. 1993 übernahmen dann Mitglieder des JK erstmals den Standdienst auf der IAA. Das JK-Juniorberaterteam im Ford-Marketing-Institut (FMI), das seit Mitte der Neunziger DPI-Sales (Dealer Process Improvement) unterstützt, belegt ebenfalls die große Bedeutung der Händlerjunioren für die gesamte Organisation. Weitere Highlights waren das erste europäische Juniormeeting in Berlin 1998 und die Gründung des Jungunternehmerkreises innerhalb des JK im Jahr 2000.
Was zeichnet das Verhältnis der Ford-Händlerjunioren untereinander und zum Hersteller aus
In den letzten 25 Jahren sind viele Juniorinnen und Junioren erfolgreich in die Inhaberschaft, Geschäftsführung und Abteilungsleitung von Ford-Betrieben hineingewachsen. Wir vom FMI sind sehr glücklich und stolz, mit der Organisation des Juniorenkreises einen Beitrag dazu geleistet zu haben. Die Mitglieder des JK sind in offene Gesprächsrunden mit dem Ford-Management involviert, haben Anregungen erhalten und vielfach wertvolle Anstöße für operative und strategische Entwicklungen gegeben. Ehemalige Junioren sind heute auch als Mitglieder im Händlerbeirat und in diversen Arbeitskreisen vertreten.
Welche Bedeutung hat für Sie die betriebliche Nachwuchsförderung
Eine geglückte betriebliche Nachfolge trägt nicht nur in automobilen Händlerbetrieben wesentlich zum Erfolg eines Unternehmens bei. Mit dem JK haben wir seit 25 Jahren immer wieder und kontinuierlich dieses Thema in den Mittelpunkt gestellt.
Auf welchen Themen sollten die Schwerpunkte bei der Händlernachwuchsförderung in der Branche liegen
Wir empfehlen zunächst grundsätzlich eine betriebswirtschaftlich orientierte Ausbildung. Trainings und Beratung sollten die Ausbildung begleiten. Außerdem müssen die Händlerjunioren Kontakte mit Entscheidern der Marke pflegen können sowie in gestalterische Projekte und öffentlichkeitswirksame Aktionen eingebunden sein. Denn solche Möglichkeiten stärken ihre individuelle Kompetenz.
Was können Eltern und Kinder tun, damit die Staffelübergabe im Handelsbetrieb optimal klappt
Die Eltern sollten ihr Wissen rechtzeitig an ihre Kinder weitergeben, Fehler zulassen, offen über ihre Erwartungen reden, beraten und den gesamten Übergabeprozess aktiv leiten. Die Nachfolger sollten zunächst alle erforderlichen Informationen für eine reibungslose Staffelübergabe heranziehen, sich umfangreich aus- und weiterbilden und früh signalisieren, dass sie Verantwortung übernehmen wollen. Überdies sollten sie sich immer wieder erproben, Rückmeldungen einholen und über den Tellerrand hinausschauen. Intensive und erfolgreiche Berufserfahrung außerhalb des eigenen Betriebs stärken zusätzlich den notwendigen Respekt des Händlerteams für den Nachfolger.
Was muss sich ändern, damit Unternehmensübergaben besser funktionieren
Die Unternehmen sollten die Übergabe der Verantwortung möglichst früh planen. Vielfach zögern sie eine solche Entscheidung zu lange hinaus. Aber unternehmerische Größe zeigt sich gerade auch in einer vernünftigen Nachfolgeregelung.
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