Landesverband Niedersachsen-Bremen US-Schulbus wird zum Kfz-Messemobil

Von Doris S. Pfaff 3 min Lesedauer

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Auffallen und sichtbar werden: Nach diesem Motto wirbt das Kfz-Gewerbe Niedersachsen-Bremen auf Berufsmessen. Ein umgebauter Ami-Bus soll die Jugend für die Autoberufe begeistern.

Mit KI erstellt: So soll der Bus des Kfz-Gewerbes Niedersachsen/Bremen am Ende aussehen: Der gelb-blaue Farbverlauf soll die Reise von der Schule zu den Autoberufen andeuten.(Bild:  KI-generiert)
Mit KI erstellt: So soll der Bus des Kfz-Gewerbes Niedersachsen/Bremen am Ende aussehen: Der gelb-blaue Farbverlauf soll die Reise von der Schule zu den Autoberufen andeuten.
(Bild: KI-generiert)

Mit einem auffälligen ehemaligen amerikanischen Schulbus will der Landesverband des Kfz-Gewerbes Niedersachsen-Bremen künftig bei Jugendlichen punkten. Der noch knallrote Bus wird bereits zum „Bus2Kfz“ umgebaut und soll als mobiler Messestand künftig auf Ausbildungsmessen, Oldtimer- oder Fachveranstaltungen bei Jugendlichen die Lust auf eine Karriere im Kfz-Handwerk wecken.

Die Idee dahinter ist, etwas zu bieten, das Jugendliche auf Berufsmessen anspricht. „Bisher fehlte uns ein echter Blickfang, der junge Menschen neugierig macht“, erklärt Thorsten Brändle, Technischer Leiter QM-System beim Landesverband. Klassische Messestände mit Logos des Kfz-Gewerbes allein erzielten oft wenig Resonanz, anders als die Markenembleme der Fahrzeughersteller, die bei Schülern sofort Wiedererkennung auslösten.

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Bei seiner Suche nach einer Idee stieß er schließlich auf den US-Bus. Als positives Beispiel dürfte Brändle Carli vor Augen gehabt haben. Carli ist ein vom Kfz-Gewerbe Sachsen umgewandeltes altes Löschfahrzeug, das seit zwei Jahren ebenfalls als multifunktionales Hingucker-Fahrzeug bei Veranstaltungen und Messen zum Einsatz kommt.

Vom US-Schulbus zum Karrierebus

Der vom Landesverband Niedersachsen-Bremen bereits im November erworbene US-Schulbus wird derzeit in einem Karosseriefachbetrieb in Niedersachsen umgebaut und neu lackiert. Bei dem Diesel-Fahrzeug handelt es sich um einen Navistar School Bus mit einem Aufbau der Firma Bluebird (Baujahr 2002). Ursprünglich kam der Bus im US-Bundesstaat Maryland zum Einsatz, später wurde er nach Deutschland importiert, zunächst von einem Sportverein genutzt und dann an ein Unternehmen verkauft, das ihn als Partybus einsetzte, erzählt Brändle. Der ließ den gelben Schulbus auch in knallrotes Rot umlackieren.

Ausgestattet ist der US-Bus mit einem Achtzylinder-Motor mit 7,2 Litern Hubraum und 142 kW/193 PS Leistung, sagt Brändle. „Selbstverständlich wird der Bus mit einem Partikelfilter nachgerüstet. Damit erfüllt er vollumfänglich die geltenden deutschen Abgasnormen.“ Sein Äußeres ändert sich: Aus dem knallroten Bus wird ein blau-gelber Kfz-Bus. Der Farbverlauf unterstreicht das Motto des Projekts: „Deine Fahrt ins Kfz-Gewerbe“.

Infotainment und Werkbank

Derzeit wird der Bus in einem Karosseriefachbetrieb in Hameln umgebaut. Zuerst musste die rote Farbe ab, dann die Originalfarbe, sodass schließlich die gewünschte Lackierung möglich ist. Der Bus soll es im wahrsten Sinn auch in sich haben: Innen wird Brändle selbst Hand anlegen und wichtige Ausstattung selbst einbauen. Dazu gehört ein multifunktionaler Info-Bereich, eine Werkbank samt Schraubstock, eine Sitz- und Podcast-Ecke für Interviews, eine Fotobox auf dem Fahrersitz. Und ein QR-Code, der die Interessierten direkt auf die einschlägigen Berufsinformationsseiten des Kfz-Gewerbes zieht ( AutoBerufe.de und #wasmitautos.de). Zudem sollen große Monitore installiert werden, um Videos zu zeigen.

Brändle hat auch schon die Einsatzmöglichkeiten des Busses auf den Messen vor Auge. Draußen soll beispielsweise ein 5 x 5 Meter großer Pavillon mit Chill-Area und Sitzgelegenheiten auf Ölfässern das Konzept ergänzen. „Wir wollen, dass dort richtig was los ist – ein Ort, an dem Gespräche entstehen und sich Begeisterung fürs Handwerk überträgt“, sagt Brändle. Ziel ist es, mit dem Messemobil die Sichtbarkeit des Kfz-Gewerbes deutlich zu erhöhen. Brändle gibt sich ehrgeizig: „Wenn wir durch den Bus 20 Prozent mehr Ausbildungsanfragen erreichen, haben wir viel gewonnen.“

Gemeinschaftsprojekt mit Signalwirkung

Hinter dem Bus steht das gesamte Kfz-Gewerbe des Landes. Brändle konnte den Landesvorstand und alle 39 Innungen im Landesverband überzeugen. Unterstützung gibt es auch vom Landesinnungsmeister Peter Dreyer vom Landesinnungsverband des Fahrzeug- und Karosserie-Handwerks.

Der Bus soll künftig flexibel zwischen Weser und Elbe eingesetzt werden – etwa auf Berufsbildungsmessen oder bei regionalen Veranstaltungen. Auch eine Ausleihe an andere Landesverbände ist denkbar. Die Gesamtkosten für das Projekt schätzt Brändle auf rund 100.000 Euro.

Der erste Einsatz des Busses ist im Mai auf der Nordic Motor Show (8. bis 10. Mai) geplant. Offiziell vorgestellt wird der Bus im Herbst auf der Automechanika in Frankfurt am Main.

In der Winterzeit findet der Bus voraussichtlich im Automuseum Norddeich würdigen Unterschlupf. Viel stehen soll der Messe-Bus jedoch nicht. „Jeder Tag, wo der Bus zum Einsatz kommt, ist ein guter Tag, weil er für die Autoberufe wirbt“, betont Brändle. So sieht es auch Karl Heinz Bley, Präsident des Landesverbands: „Wir freuen uns als Landesverband und Landesinnungsverband von Niedersachsen-Bremen, dass wir für die Ausbildungswerbung etwas Positives auf den Weg gebracht haben. Wir kommen damit dem Wunsch der Innungen nach und nehmen dazu auch gerne Geld in die Hand.“

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