Suchen

Vans verlieren Kundschaft in mehrere Richtungen

Autor / Redakteur: ampnet/gr / Andreas Grimm

Das Zeitalter der Vans scheint vorüber – die verschiedenen SUV-Modelle, aber auch leichte Nutzfahrzeuge mit Pkw-Ausstattung, setzen dem einst beliebten Fahrzeugsegment europaweit immer mehr zu.

Firmen zum Thema

Der aktuelle Renault Espace unterscheidet sich deutlich von seinen Vorgängern. Der Urspungs-Van war deutlich geräumiger.
Der aktuelle Renault Espace unterscheidet sich deutlich von seinen Vorgängern. Der Urspungs-Van war deutlich geräumiger.
(Bild: Renault)

Minivans und Vans, einst praktische Familientransporter, sind in den vergangenen Jahren immer mehr aus dem öffentlichen Bewusstsein verschwunden. VW Sharan, Renault Espace oder Ford Galaxy gibt es natürlich noch, doch kaum jemand sieht hin. Und auch in der Gunst der Käufer haben die inzwischen als MPV (Multipurpose Vehicles) bezeichneten Vans verloren.

Wurden in Deutschland im Jahr 2013 noch 419.000 Vans und Minivans verkauft, waren es im vergangenen Jahr nach Zahlen des Marktbeobachters Jato Dynamics lediglich noch 346.000. Ein ähnliches Bild ergibt sich für die DACH-Region: Zusammen mit den Verkäufen in Österreich und der Schweiz gingen die Neuzulassungen von 519.000 auf 411.000 zurück.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 5 Bildern

Den Rang abgelaufen haben ihnen insbesondere Sport Utility Vehicles (SUVs), auf die inzwischen beinahe jede dritte Zulassung entfällt, aber auch die Gruppe der Geländewagen. In Deutschland kamen diese beiden Segmente im Juli Daten des Kraftfahrtbundesamtes zufolge zusammen auf 30,6 Prozent Marktanteil. Zum Vergleich: Die Kompaktklasse erreichte 20 Prozent, die Vans kamen auf 6,5 Prozent. In beiden südlichen Nachbarländern ist die Entwicklung nicht viel anders.

In allen drei Ländern hat sich der SUV-Absatz zwischen 2013 und 2018 fast verdoppelt, in Deutschland stiegen die Verkäufe sogar noch deutlicher – von rund 363.000 auf gut 817.000 verkaufte Fahrzeuge.

Nachfrage sinkt bereits seit 2011

Letztlich hat der Rückzug der Vans und Multipurpose Vehicles allerdings schon vor 2013 eingesetzt. In einer weiteren Analyse betrachtet Jato Dynamics den Absatz dieser beiden Fahrzeugkonzepte in Europa seit dem Jahr 2009. Damals stieg der Absatz im Boom-Segment noch bis zum Jahr 2011 leicht an, um dann rapide abzufallen. Seit 2016 beschleunigt sich der Rückgang nochmals, wobei interessanterweise die klassischen Vans sogar wieder zulegen konnten. Aus den Zahlen geht allerdings nicht hervor, welchen Einfluss etwa Modell-Einstellungen auf die Verkaufszahlen hatten.

Neben den SUVs konkurriert jedoch noch ein weiteres Segment mit den MPV- und Van-Modellen um Kunden: die leichten Nutzfahrzeuge, die für den Privatkundeneinsatz genutzt werden. Modelle wie VW Multivan, Mercedes-Benz Vito, Renault Trafic oder Toyota Proace kommen in puncto Vielseitigkeit und Innenraum den MPVs am nächsten.

Die Transporter richten sich ebenfalls an größere Familien und alle, die ordentlich Laderaum und mehr als fünf Sitzplätze benötigen. Allein der Absatz der als Personenwagen und nicht als Nutzfahrzeug zugelassenen Transporter stieg in der DACH-Region von knapp 30.000 Einheiten (2013) auf mehr als 50.000 Einheiten im vergangenen Jahr.

(ID:46064341)