Veedol ist zurück im deutschen Markt

Autor / Redakteur: Andreas Grimm / Andreas Grimm, Andreas Grimm

Nach zehnjähriger Abstinenz wird die Traditions-Ölmarke wieder in ausgewählten Fachwerkstätten erhältlich sein. Der neue Veedol-Vertriebschef ist in der Branche kein Unbekannter.

Comeback für Veedol: Die Schmierstoffmarke kehrt im März zurück in die deutschen Fachwerkstätten.
Comeback für Veedol: Die Schmierstoffmarke kehrt im März zurück in die deutschen Fachwerkstätten.
(Foto: Veedol)

Die Konkurrenz auf dem deutschen Schmierstoffmarkt verschärft sich. Ab März 2014 wird die traditionsreiche Ölmarke Veedol wieder in Deutschland gehandelt. Wie es in einer Mitteilung der Veedol Deutschland GmbH mit Sitz in Hamburg heißt, soll Veedol hierzulande, in der Schweiz und Österreich als Premium-Marke im Bereich der automotiven Schmierstoffe neu aufgebaut werden.

Zum Neustart in Deutschland will Veedol – die Marke gehört seit 2011 der indischen Tide Water Oil Company, die ab 1928 Lizenznehmer im Heimatmarkt für Veedol-Schmierstoffe war – ein breites Sortiment anbieten. Zum Produktangebot gehören laut einer Broschüre Pkw-, Nutzfahrzeug- und Motorradöle, Schmierstoffe für Schalt- und Automatikgetriebe, Fette und Kühlmittel.

Geschäftsführer Nils Blunck (li.) und Vertriebsleiter Dietmar Neubauer sind die Macher der neuen Veedol Deutschland GmbH.
Geschäftsführer Nils Blunck (li.) und Vertriebsleiter Dietmar Neubauer sind die Macher der neuen Veedol Deutschland GmbH.
(Foto: Veedol Deutschland)
Die Führungskräfte von Veedol Deutschland sind in der Kfz-Branche keine Unbekannten. Geschäftsführer ist Nils Blunck, der zuvor verschiedene Führungspositionen bei der Royal Dutch Shell sowie Lukoil Europe innehatte. Vielfältige Kontakte in den Markt hat zudem Vertriebsleiter Dietmar Neubauer, der in gleicher Position bis vor Kurzem für Fuchs Schmierstoffe tätig war. Auf die Kfz-Branche baut zugleich die Vertriebsstrategie von Veedol Deutschland auf: „Unsere Heimat war und ist die Fachwerkstatt“, sagte Blunck laut Mitteilung. Veedol-Produkte werde es folglich weder in Bau- noch in Supermärkten geben.

Damit würde die 1915 gegründete Marke dort weitermachen, wo sie 2003 aufhören musste. Damals hatte die Deutschen BP AG als Muttergesellschaft die laut damaliger Eigenwerbung „edle Marke mit hoher Beratungskompetenz und absoluter Fachhandelstreue“ schrittweise vom Markt genommen. Begründet wurde die Entscheidung damals, dass nur noch „Marken mit einem hohen Endverbraucher-Bekanntheitsgrad gute Chancen im Markt haben“.

Zudem konkurrierten innerhalb des Öl-Konzerns damals neben Veedol auch die Marken Castrol, BP und Aral um Kunden. „In einem hart umkämpften Markt können wir uns keine vier Marken mehr leisten“, sagte damals der Leiter des BP-Schmierstoffgeschäfts, Karl-Heinz Seifert, im Gespräch mit »kfz-betrieb«. Im Jahr 2005 war die Marke endgültig vom Markt verschwunden, bereits 2003 war nach langjähriger Kooperation zum letzten Mal der DAT-Veedol-Report erschienen (zum DAT-Archiv).

Ergänzendes zum Thema
Veedol: Jahrhundert Markengeschichte
  • 1915 Die unter dem Namen Tydol und V Oil vertriebenen Produkte werden umbenannt in Veedol – die Geburtsstunde der Marke.
  • 1925 wird Veedol Deutschland gegründet.
  • 1949 entwickelt Veedol das erste Motoröl speziell für Dieselmotoren.
  • 1973 wird das europäische Geschäft der Marke Veedol an Burma Castrol verkauft.
  • 1979 erobert Veedol das Weltall – als Schmierstofflieferant für das NASA Space Shuttle Columbia.
  • 2011 wird Veedol von der indischen Tide Water Oil Company übernommen, die die Marke bereits seit 1928 erfolgreich in Indien und Asien führt.
  • 2012 Gründung der Veedol International in Dubai.
  • 2013 Gründung der Veedol Deutschland GmbH
  • 2014: Veedol ist zurück auf dem deutschen Markt

(ID:42544841)