Reaktionen auf den Autogipfel Verbände fordern günstigeren Ladestrom

Von Doris S. Pfaff 3 min Lesedauer

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Vor allem ZDK, VAD und VDIK begrüßen, dass die Bundesregierung am Kurs der Elektromobilität festhalten, aber das Verbrennerverbot aufweichen möchte. Kritik übt der VAD an der Kaufprämie.

Der Ladestrom muss günstiger und die Preise transparenter werden, wenn der Hochlauf der Elektromobilität gelingen soll, darin sind sich die Branchenverbände einig. (Bild:  frei lizenziert /  Pixabay)
Der Ladestrom muss günstiger und die Preise transparenter werden, wenn der Hochlauf der Elektromobilität gelingen soll, darin sind sich die Branchenverbände einig.
(Bild: frei lizenziert / Pixabay)

Keine Abkehr von der Elektromobilität, aber eine Aufweichung des EU-Verbrennerverbots – so das Ergebnis des Autogipfels, der mit Vertretern der Automobilindustrie am Donnerstag im Bundeskanzleramt stattfand.

Die Resonanz aus den Branchenverbänden fällt grundsätzlich positiv aus, aber es gibt auch deutliche Kritik, weil die Ergebnisse nicht konkret oder weitreichend genug seien.

Thomas Peckruhn, Präsident des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK), lobt die weiterhin eingeschlagene Richtung beim Ausbau der Elektromobilität, mahnt jedoch an, dass für die Zielerreichung mehr Zeit erforderlich sei: „Der Einsatz der Bundesregierung für eine Öffnung und Flexibilisierung der europäischen CO2-Flottenregulierung ist ein wichtiges Signal für das Kfz-Gewerbe. Denn bereits heute haben rund 60 Prozent der neu zugelassenen Fahrzeuge nicht mehr ausschließlich einen Verbrennungsmotor, sondern verfügen über teil- und vollelektrische Antriebe. Hybride, Plug-in-Hybride und batterieelektrische Fahrzeuge liegen hoch im Trend.“

ZDK fordert Ausbau der Ladeinfrastruktur und günstigeren Ladestrom

Ausschlaggebend für die weitere Akzeptanz alternativer Antriebe seien laut Peckruhn jedoch vor allem die Verfügbarkeit öffentlicher Ladesäulen und bezahlbare Strompreise. „Hier müssen die Energieerzeuger zu mehr Preistransparenz an Ladesäulen und der Senkung der Durchleitungskosten gezwungen werden. Eine einseitige Regulierung nur der Hersteller greift zu kurz, wenn die Stromerzeuger hier nicht stärker in die Verantwortung übernommen werden“, so Peckruhn weiter.

Auch Hildegard Müller, Präsidentin vom Verband der Automobilindustrie (VDA), lobte die Bundesregierung, die sich dafür aussprach, zur Erreichung der Klimaziele auch Hybride und Plug-in-Hybride sowie klimaneutrale Kraftstoffe bei der Flottenregulierung miteinzubeziehen. Müller: „Fest steht: Diese Technologien werden weltweit eine Rolle auf dem Weg zur klimaneutralen Mobilität spielen. Die Arbeitsplätze sollten dafür auch in Deutschland und Europa angesiedelt werden können.“

VDA warnt vor Strafzahlungen

Darüber hinaus warnt Müller vor Strafzahlungen angesichts der wirtschaftlichen und geopolitischen Herausforderungen sowie unzureichender politischer Rahmenbedingungen: „Der mangelnde Ausbau der Ladeinfrastrukturen und Stromnetze in Europa – um nur ein Beispiel zu nennen – kann nicht der Autoindustrie angelastet werden.“ Die Unternehmen dürften weder im Pkw-Hersteller- noch im Nutzfahrzeugbereich zusätzlich noch belastet werden. Kritisch sieht Müller die angekündigten Kaufanreize, deren Wirkung an den Standort Deutschland noch unklar sei. Langwierige Diskussionen müssten vermieden werden, um Kaufzurückhaltung zu verhindern und den Markt zu stabilisieren. Müller: „Bei Anreizen müssen die gleichen Bedingungen für alle gelten, Protektionismus ist nicht der richtige Weg.“

VDIK begrüßt Kaufanreize

Imelda Labbé, Präsidentin des Verbands der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK), begrüßt vor allem das Festhalten der Bundesregierung an der Elektromobilität. Und auch die angekündigten Förderungen. Im Vorfeld hatte der VDIK für Kaufanreize insbesondere für Privatkunden geworben. Auch Labbé fordert, die Ergebnisse nun schnell auf den Weg zu bringen. „Jetzt kommt es auf die schnelle Ausgestaltung restwertschonender Anreize für alle Privatkunden an. Die angekündigten Maßnahmen können nur erfolgreich sein, wenn sie in einen Masterplan eingebettet sind, der Rahmenbedingungen schafft wie Ladeinfrastruktur und faire Strompreise.“

VAD lehnt angekündigte Kaufprämie ab

Die Ergebnisse des Autogipfels im Kanzleramt bewertet der Verband der Automobilhändler Deutschlands (VAD) größtenteils positiv. VAD-Präsident Burkhard Weller: „Dass der Bundeskanzler sich so klar für ein Ende des Verbrennerverbots ausgesprochen hat, ist ein wichtiger Schritt – und ganz im Sinne der Kunden. Jetzt gilt es, die Partner in Brüssel zu überzeugen. Das wird nicht einfach. Aber mit Zwang werden wir die Menschen nicht von der Elektromobilität überzeugen.“ Die Ankündigung einer Kaufprämie für Elektroautos kritisiert Weller: „Solche Programme erzeugen Strohfeuer – und die Restwerte der Fahrzeuge sinken! Das ist schlecht für die Autobesitzer und für den Handel.“

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