E-Mobilität Verbände fordern neues Modell zum Stromtanken

Von Doris S. Pfaff 2 min Lesedauer

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E-Autos zu laden, sollte einfacher und die Ladekosten transparenter werden. Das fordern ZDK, VDIK und BBM gemeinsam vom Bundesverkehrsministerium.

Mit dem Durchleitungsmodell könnte das Stromtanken für E-Autofahrer deutlich transparanter werden. (Bild:  frei lizenziert /  Pixabay)
Mit dem Durchleitungsmodell könnte das Stromtanken für E-Autofahrer deutlich transparanter werden.
(Bild: frei lizenziert / Pixabay)

Für viele Fahrer von Elektroautos bleibt das Stromtanken ein Ärgernis: Zu oft sind Schnellladesäulen besetzt, defekt oder mit intransparenten Tarifen versehen. Häufig erfahrene Kunden erst beim Blick auf die Abbuchung, wie teuer der Ladestrom tatsächlich war.

Dass es auch einfacher und fairer geht, zeigen der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK), der Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) und der Bundesverband Betriebliche Mobilität (BBM). Gemeinsam werben sie in einem Positionspapier für das sogenannte Durchleitungsmodell.

Eigenen Stromvertrag überall nutzen

Das Durchleitungsmodell sieht vor, dass E-Autofahrer ihren bestehenden Stromvertrag auch an öffentlichen Ladesäulen nutzen können. Der Betreiber der Säule erhalte dann lediglich eine Nutzungsgebühr, die Stromkosten gingen direkt an den jeweiligen Energieanbieter. Für Verbraucher bietet dieses System mehr Transparenz und Wahlfreiheit – und könnte den Wettbewerb auf dem Lademarkt deutlich beleben, so die Verbände.

Aus ihrer Sicht wäre das Modell ein wichtiger Baustein, um das Stromtanken zu vereinfachen und damit die Elektromobilität attraktiver zu machen. Ihr gemeinsames Positionspapier (hängt am Ende des Beitrags an) stellten sie im Vorfeld der „Ladeinfrastruktur-Konferenz 2025“ des Bundesministeriums für Verkehr vor. Darin fordern ZDK, VDIK und BBM die Bundesregierung auf, „die rechtlichen und technischen Rahmenbedingungen zügig anzupassen“, um das Modell flächendeckend einzuführen.

Peckruhn: System könnte zum Game-Changer werden

„Wer Elektromobilität in der Breite verankern will, muss die Ladeinfrastruktur konsequent aus Sicht der Nutzer denken“, betont ZDK-Präsident Thomas Peckruhn. „Intransparente, teils hohe Ladetarife und ein Wirrwarr aus Bezahlkarten und Abrechnungssystemen schrecken viele Verbraucher noch immer vom E-Auto ab. Das Durchleitungsmodell kann diesen Knoten lösen – und zu einem echten Game-Changer werden.“

Das sieht auch VDIK-Präsidentin Imelda Labbé so: „Das Durchleitungsmodell ist die richtige Antwort auf zwei große Hürden für den Hochlauf der Elektromobilität, nämlich hohe Strompreise und Unsicherheit an öffentlichen Ladesäulen. Darauf hatte der VDIK bereits in seiner Stellungnahme zum Referentenentwurf hingewiesen. E-Auto-Fahrer sollen selbst entscheiden können, ob sie das Durchleitungsmodell oder die Angebote der Ladesäulenbetreiber nutzen wollen. Die Grundlagen dafür müssen nun rasch geschaffen werden.“

Dem schließt sich Axel Schäfer, Geschäftsführer des BBM, an: „Dass das Modell überzeugend funktioniert, sehen wir bereits bei dem Deutschlandnetz für Lkw. Der Ausbau für alle Elektrofahrzeuge ist da der logische Schritt. Das Durchleitungsmodell fördert fairen Wettbewerb, senkt die Kosten für Halter von Elektrofahrzeugen und vereinfacht die Nutzung von Ladeinfrastruktur erheblich. Wer den Erfolg von Elektrofahrzeugen in deutschen Fuhrparks als Turbo für steigende Zulassungszahlen und einen funktionierenden E-Gebrauchtwagenmarkt im Blick hat, muss handeln.“

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