Verfahren gegen Ortner beendet
Gut ein Jahr nach der Verhaftung des Passauer Autohändlers Alois Ortner sind die Ermittlungen beendet. Der Unternehmer akzeptiert nach Presseinformationen den zur Bewährung ausgesetzten Strafbefehl.
Die Bestechungsaffäre um den Passauer Autohändler Alois Ortner und seinen Sohn Michael steht nach Angaben der Passauer Neuen Presse vor dem Abschluss. Gegen die beiden Beschuldigten werden nach Angaben der Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Wirtschaftsstrafsachen in Landshut Strafbefehle wegen Bestechlichkeit im geschäftlichen Verkehr ausgestellt.
Die Verhaftung von Alois Ortner hatte Ende Oktober 2008 für Aufregung um süddeutschen Raum gesorgt, wo Ortner senior als engagierter Unternehmer für soziale Belange und das Kfz-Gewerbe bekannt ist. Im Zuge von Ermittlungen gegen Mitarbeiter von Volkswagen Financial Services in Braunschweig waren er und sein Sohn ins Visier der Staatsanwaltschaft geraten. Die VW-Mitarbeiter hätten den Händlern gegen entsprechende Zahlungen Vorteile im Vermarktungsprozess von Leasing-Rückläufern verschafft.
Verzwicktes Zahlungssystem
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft sei es den Ermittlern gelungen, in 19 Fällen nachzuweisen, dass Ortner und Sohn Geld an Mitarbeiter der VW-Bank Financial Services mit Sitz in Braunschweig gezahlt haben. Dazu hätten die VW-Beschäftigten von der Finanztochter Autos zu Sonderkonditionen gekauft, die sie mit deutlichem Aufschlag an die Geschäftsführer des Passauer Autohauses weiterveräußerten. Diese Fahrzeuge konnten von Ortner und Sohn aber nur mit Verlust abgesetzt werden. Die daraus resultierenden Verluste stuften die Staatsanwälte als verdeckte Schmiergeld-Zahlungen an das knappe Dutzend VW-Mitarbeiter ein, gegen die parallel ermittelt wurde.
Als Gegenleistungen habe das Passauer Autohaus, wie im Anfangsverdacht vermutet, über Jahre hinweg vertrauliche Informationen über gebrauchte Leasing-Fahrzeuge des Volkswagen-Konzerns erhalten, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Markus Kring. Die Informationen hätten aktuelle Bieterstände in Online-Auktionen ebenso beinhaltet wie Ausstattungsmerkmale von stark nachgefragten Fahrzeugen.
Nach Informationen der Passauer Neuen Presse hat Alois Ortner die zur Bewährung ausgesetzte Strafe inzwischen akzeptiert, um das Ermittlungsverfahren mit einem Strafbefehlsantrag zu beenden. „Ich habe damit die Verantwortung dafür übernommen, in einigen wenigen Fällen neuere gesetzliche Vorschriften nicht beachtet zu haben“, wird Ortner in der Online-Ausgabe der Zeitung zitiert.
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