Verkauf der Mercedes-Niederlassungen geht im Ausland weiter

Autor Dr. Dominik Faust

Nach dem Verkauf zahlreicher Niederlassungen in Deutschland sucht Daimler nun Unternehmer für seine ausländischen Dependancen. Aktuell gesucht wird ein Käufer für den Standort Luxemburg.

Die Mercedes-Niederlassung in Luxemburg (hier der Standort Hollerich) ist am 30. November an die Merbag übergegangen.
Die Mercedes-Niederlassung in Luxemburg (hier der Standort Hollerich) ist am 30. November an die Merbag übergegangen.
(Bild: „Luxemburger Wort“/Guy Jallay)

63 ihrer 158 herstellereigenen Standorte in Deutschland hat die Daimler AG seit 2014 veräußert. Nun steht die nach eigenen Angaben „älteste, noch existierende Auslandsvertretung der Daimler AG“ zur Disposition, die Mercedes-Benz Luxemburg S.A. mit insgesamt sechs Standorten im benachbarten Großherzogtum. Leiter der Niederlassung ist seit dem 1. Februar Michael Schiebe.

Konkrete Gründe für die Trennung nennt der schwäbische Autobauer auf Anfrage von »kfz-betrieb« nicht. Offiziell heißt es, man sei zum Ergebnis gekommen, dass ein unabhängiger Partner die Wünsche und Bedürfnisse der Luxemburger Kunden „noch besser“ erfüllen könne. Die Frage, warum die Daimler AG dies nicht selbst leisten könne, ließ der Konzern unbeantwortet.

Die Niederlassung im Großherzogtum beschäftigt fast 600 Mitarbeiter und gehört seit dem Juli 1997 zum Konzern. Damals hatte der Autobauer 60 Prozent der Anteile der damaligen Meris & Cie übernommen. Der Name der Gesellschaft wurde in Mercedes-Benz Luxembourg S.A. geändert. In den folgenden Jahren stockte Daimler die Anteile weiter auf. Seit Juli 2016 sind die Stuttgarter hundertprozentiger Anteilseigner.

Käufer mit Top-Reputation gesucht

Keine sechs Monate später will der Konzern das ganze Paket nun los werden. Ähnlich wie die 63 deutschen Mercedes-Benz-Niederlassungen, die spätestens zum 1. August 2016 an neue Eigentümer übergegangen sind. Für den Luxemburger Standort sucht Daimler einen Käufer „mit Top-Reputation“, sagte ein Sprecher. Daimler suche einen Partner, „der langfristig in die lokale Strategie investiert und unser starker Markenbotschafter vor Ort wird“.

Hinsichtlich der Zukunft weiterer Niederlassungen im deutschsprachigen Raum oder im europäischen Ausland analysiere der Konzern seine Vertriebsstrukturen in einem kontinuierlichen Prozess mit dem Ziel eine optimale Betreuung der Kunden sicher zu stellen und langfristig wirtschaftlich und profitabel zu agieren. Weitere Verkäufe sind damit wohl nicht ausgeschlossen.

Die Mitarbeiter der Luxemburger Betriebe sind über die Pläne laut der Zeitung „Luxemburger Wort“ inzwischen informiert. Mit den konkreten Personalien wird sich der neue Eigner befassen. Laut der Zeitung soll sich für die Kunden aber nichts ändern. Es bleibe bei den bekannten Ansprechpartnern.

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