Verkehrsamt verweigert Abgas-Stilllegung

Autor Jakob Schreiner

Das KBA droht VW-Update-Verweigerern schon seit geraumer Zeit mit der Stilllegung ihrer Fahrzeuge. Jetzt wurde die erste Stilllegung eines VW Amarok verfügt – und nichts ist passiert.

VW Amarok
VW Amarok
(Foto: VW)

Das Euskirchener Verkehrsamt verweigert eine vom Kraftfahrt-Bundesamt angeordnete Stilllegung eines Fahrzeugs. Wie die Kanzlei des betroffenen Amarok-Besitzers am Donnerstag mitteilte, wurde noch am gleichen Tag die Aussetzung der sofortigen Vollziehung beantragt – mit Erfolg. Doch damit nicht genug: Das Verkehrsamt in Euskirchen hob die Ordnungsverfügung zur Stilllegung komplett auf. Damit wurde die Stilllegung des Fahrzeugs innerhalb nur eines Tages wieder rückgängig gemacht und das Fahrzeug kann auch ohne Softwareupdate weiterhin gefahren werden.

Den Fall zeichnet allerdings eine Besonderheit aus: Der Fahrer des Amarok weigert sich, das Update aufspielen zu lassen, da er noch im Rechtsstreit mit dem VW-Konzern und seinem Händler steht. In dem laufenden Zivilverfahren muss möglicherweise noch ein Gutachten erstellt werden, welches den Fahrzeugzustand vor Aufspielen des Updates bewertet. Hätte das zuständige Verkehrsamt den Mann jetzt verpflichtet, das Update aufspielen zu lassen, wäre es ihm nahezu unmöglich, noch erfolgreich gegen Händler und Volkswagen vorzugehen, heißt es in der Mitteilung der Kanzlei weiter.

Das KBA droht bereits seit einiger Zeit von der VW-Abgas-Affäre betroffene Fahrzeuge stillzulegen. Inwieweit der jetzt bekannt gewordene Fall einen Präzedenzfall darstellt, kann zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht bewertet werden, da bislang nur dieser öffentlich ist. Ebenso kann nicht eingeschätzt werden, welche Auswirkungen das parallel laufende Zivilverfahren des Mannes auf die Entscheidung der Behörde hatte.

Auf Nachfrage von »kfz-betrieb« konnte VW bis zum Redaktionsschluss nicht sagen, wie viele und ob ähnliche Fälle existieren und auch nicht, wie viele Kunden in etwa das Update bislang verweigerten. Fest steht allerdings, dass eine potenzielle Stilllegung nach wie vor allen droht, die ihr Fahrzeug nicht updaten lassen.

(ID:44972175)