Führerscheinreform Verkehrssicherheit auf dem Prüfstand – Fahrschulen in der Existenzkrise

Von Steffen Dominsky 6 min Lesedauer

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Das Bundesverkehrsministerium plant die größte Führerscheinreform seit Jahren. Doch statt Entlastung droht vielen Fahrschulen das Aus. Auch Experten äußern sich kritisch, die Verkehrssicherheit werde durch pauschale Kürzungen gefährdet. Dabei liegt eine wissenschaftlich fundierte Lösung bereits vor.

Hierzulande einen Führerschein zu machen, ist mittlerweile oftmals eine teure Angelegenheit. Eine Reform soll das ändern.(Bild:  © AntonioDiaz - stock.adobe.com.jpg)
Hierzulande einen Führerschein zu machen, ist mittlerweile oftmals eine teure Angelegenheit. Eine Reform soll das ändern.
(Bild: © AntonioDiaz - stock.adobe.com.jpg)

„Ich warte auf die Reform, die nehme ich auf jeden Fall noch mit“: Solche Aussagen hört man derzeit oft von potenziellen Fahrschülern. Das Bundesverkehrsministerium gab im Oktober 2025 die Planung umfassender Änderungen zur Fahrausbildung bekannt. Seitdem verzeichnen Fahrschulen einen drastischen Einbruch bei den Neuanmeldungen. Sie erwägen bereits, ihre Mitarbeiter in Kurzarbeit zu schicken. Vor allem familiengeführte Betriebe, die 90 Prozent der Fahrschulen in Deutschland ausmachen, sind besonders betroffen. Der Grund für die Zurückhaltung bei Neuanmeldungen: Der Führerschein soll günstiger werden.

Aktuell zahlen Fahrschüler für den Erwerb des Führerscheins Klasse B zwischen 3.300 und 4.500 Euro – 2010 lagen die Kosten noch bei rund 1.800 Euro. Das ist eine Verdopplung in 15 Jahren, die dringend Erklärungen und Lösungen fordert. Doch der Kontrast ist groß: Wo Schüler in ländlichen Gebieten eher an der unteren Grenze zahlen, sind sie in Großstädten wie München und Hamburg schnell bei 4.500 Euro und mehr. Auch bei den Erfolgsquoten gibt es regionale Unterschiede. Während in Hamburg nur 34 Prozent der Geprüften die Theorieprüfung nicht bestehen, sind es in Berlin oder Thüringen bis zu 49 Prozent.