Diskussionsrunde Vertrauen schafft Verantwortung
Von den Besten lernen, Ideen austauschen und Trends diskutieren – dieses Konzept hat sich schon immer bewährt. Erstmalig bot nun auch der Bundes-BerufsbildungsKongress eine solche
Von den Besten lernen, Ideen austauschen und Trends diskutieren – dieses Konzept hat sich schon immer bewährt. Erstmalig bot nun auch der Bundes-BerufsbildungsKongress eine solche Gesprächsrunde. Eingeladen waren die Preisträger und Topplatzierten des Bundesbildungspreises. Schließlich waren auf Grund der Preisverleihung am Vorabend noch alle Topbetriebe in Bad Wildungen anwesend. Diese Gelegenheit wollte man nicht ungenutzt verstreichen lassen. So ergab sich eine hochkarätige Gesprächsrunde mit insgesamt sechs Vertretern der ersten drei Plätze in den beiden Kategorien „Großbetriebe“ sowie „kleine und mittlere Betriebe“.
Einige der Unternehmen hatten Azubis mitgebracht, die sich ebenfalls zur Ausbildung äußerten. Ihr Tenor: Für die Auszubildenden ist Teamgeist wichtig, und sie wollen ernst genommen werden. Das – so waren sich alle einig – fördert die Eigeninitiative und das Engagement.
„Ein Gütesiegel unserer Ausbildung ist sicher, dass wir unsere Azubis sehr ernst nehmen“, betonte die Leiterin Personal- und Sozialwesen bei der Fahrzeug-Werke Lueg AG, Birgit Behrens. „Unsere Azubis sind Mitarbeiter wie alle anderen Kollegen auch!“ Die Geschäftsführerin von Autoschmitt Idstein, Yasmin Karpinski, ergänzte: „Wir fördern unsere Azubis während der Ausbildung sehr, aber wir sind auch streng und verlangen viel.“
„Eine gewisse Strenge ist wichtig, aber die jungen Leute brauchen auch Vorbilder“, meinte Klaus Balzereit, Ausbildungsberater bei Koller + Schwemmer. Diese Rolle müssten die Kollegen und Vorgesetzten erfüllen und sich um die jüngeren Mitarbeiter kümmern. Die Juniorchefin und Trainerin des Autohauses Schneider, Nancy Schneider, führte aus: „Wir arbeiten mit Belohnung und Vertrauen. Aber natürlich haben wir nicht nur Super-Azubis. Wenn es Probleme gibt, reden wir miteinander. Hilft das nicht, sind Sanktionen wichtig.“
Zustimmung erhielt sie vom Besitzer des Autohauses „Gute Fahrt“, Kurt Hähnichen: „Wir loben auch, aber man kann nicht den ganzen Tag diskutieren. Wir alle in dieser Branche müssen hart und marktwirtschaftlich arbeiten. Als Chef habe ich die Aufgabe, die jungen Menschen marktfähig zu machen. Da sind manchmal Restriktionen nötig.“ Und Günther Haller, Inhaber von Holz & Haller, berichtete: „Die Berichtshefte müssen bis zu einem Stichtag bei mir im Fach liegen, denn Ausbildung ist bei uns Chefsache. Ein echtes Motivationsmittel ist Weiterbildung. Wenn sich ein Azubi zum Beispiel die Teilnahme an einem Schweißkurs wünscht, dann darf er dies ab einem bestimmten Notendurchschnitt machen.“
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