Wie entwickelt man auf Basis einer Konzernplattform ein markengemäß aufregend-sportliches Auto – zumal, wenn es noch dazu ein Stromer ist? Bei Alfa Romeo heißt die Lösung: Junior Veloce.
Alfa bringt sein erstes E-Auto auf die Straße
(Bild: Alfa Romeo)
Bei einem Vielmarken-Konzern wie Stellantis besteht eine besondere Gefahr, nämlich, dass sich die auf gleicher Plattform stehenden Fahrzeuge eines Segments in Technik und Alltagsgebrauch allzu sehr ähneln. Warum etwa, sollte man für ein technisch identisches E-Auto zu einem teuren Alfa Romeo greifen und nicht zum Beispiel zu einem Fiat 600 E oder einem Jeep Avenger?
Zumindest beim Top-Modell der neuen Alfa-Baureihe Junior stellt sich diese Frage nicht, denn 206 kW/280 PS wie bei der Variante Veloce hat keine andere Stellantis-Marke in dieser Klasse derzeit im Programm. 48.500 Euro plus einige mehr für Extras für ein lediglich 4,17 Meter kurzes Elektroauto will sich allerdings auch längst nicht jeder leisten
Natürlich gibt es den Junior auch günstiger, zum Beispiel das Basismodell mit 100 kW/136 PS-Ottomotor plus 21 kW/29 PS aus dem 48-Volt-Hybridsystem, also ein Mild-Hybrid für rund 30.000 Euro. Aber mal ehrlich: Ist das dann ein echter Alfa? Nein, wir sprechen heute nur über den Veloce. Denn wenn schon Alfa Romeo, dann diesen Alpha Stromeo.
Die Geschichte mit dem Junior, der eigentlich Milano heißen sollte, sparen wir uns an dieser Stelle mal. Viel wichtiger: Optisch ist der kleine Alfa ein Hingucker geworden mit seinen schmalen LED-Tagfahrlichtern, dem typischen Scudetto-Grill und der der schön ausgeformten Motorhaube. Nach hinten läuft die Fensterlinie zudem in einem kecken Schwung nach oben aus. Der Veloce wirkt zudem auf seinen 20-Zöllern und dank der Tieferlegung um 2,5 Zentimeter gegenüber den Normalo-Modellen sowie der tiefroten Lackierung unseres Testwagens besonders schick und dynamisch.
Der Motor hat leichtes Spiel
Und so fährt er sich auch. Der selbst entwickelte Synchronmotor, zunächst auf 176 kW/240 PS ausgelegt und dann zur allgemeinen Überraschung mit 40 PS mehr vorgestellt, ist eine Wucht. 345 Newtonmeter Drehmoment haben mit dem nur 1.590 Kilo wiegenden Fahrzeug natürlich leichtes Spiel. Unter sechs Sekunden benötigt der Alfa bis Tempo 100 und anders als viele E-Autos wird auch nicht schon bei 160 oder 180 km/h abgeregelt, oder bei 150 km/h wie der normale Elettra, sondern erst bei 200 Sachen. Der E-Motor ist mit einem mechanischen Torsen-Sperrdifferential kombiniert, in dieser Fahrzeugklasse ein Novum, das den Italienern zur Ehre gereicht. Die Antriebskraft wird vom Differential mechanisch an die Räder verteilt. In Kurven erhält das äußere Rad dann mehr Schub, was das Fahrzeug stabilisiert und höhere Kurvengeschwindigkeiten erlaubt. Das spürt man durchaus, wenn man den Italiener mal fordert.
Zwar ist beim Veloce, wie übrigens bei allen Junior-Versionen die bekannte Fahrdynamikregelung DNA (für Dynamic, Natural und Advanced Efficiency) an Bord, aber die wirkt nicht auf das doch ziemlich straff geratene Fahrwerk ein, sondern stellt im Dynamic-Modus nur E-Motor, Lenkung und Pedale scharf – und die Rekuperation ab. So wirft sich der Veloce auch dank der Sportstabilisatoren mit Enthusiasmus in die Kurven und bleibt auch in schneller Fahrt stabil. Die sehr direkte Lenkung sorgt für zusätzlichen Fahrspaß, wäre aber im Alltag sicher etwas übertrieben reaktiv. Aber dafür gibt es ja die Einstellung Natural (also: Normal) oder Advanced Efficiency (also: Sparfuchs). Wir genießen derweil lieber das Sportprogramm und erfreuen uns an kräftig zupackenden Bremsen, vorn Sportbrembos.
Erstmals Chat-GPT in einem Alfa Romeo
Auch im Innenraum geht es markengemäß eher sportlich zu, wobei nicht alle Kunststoffe von hochwertiger Art sind. Fahrer und Beifahrer werden durch eine breite Mittelkonsole getrennt, durchs Lenkrad blickt man auf ein digitales Infodisplay, das klassische Rundinstrumente nachahmt, aber natürlich nicht ersetzen kann. Das mit 10,25 Zoll angenehm zurückhaltend dimensionierte Mittendisplay wendet sich leicht dem Fahrer zu. Darunter sind einige Tasten platziert, mit denen sich etwa die Klimaautomatik steuern lässt. Erstmals in einem Alfa Romeo kommt Chat-GPT zum Einsatz, der Sprachassistent lässt sich mit „Hey Alfa“ aktivieren.
Während man vorn genügend Platz hat, wird’s hinten für Erwachsene schnell (zu) eng. Auf der anderen Seite sind 400 Liter Kofferraumvolumen für diese Klasse recht viel. Wer die hinteren Sitzplätze nicht benötigt, kann sie umlegen und hat dann Platz für 1.265 Liter Gepäck.
Womit wir bei einer Schwäche des Alfa wären. Denn die 100 kW beim DC-Laden sind nicht gerade eine Offenbarung. Zudem ist die Batterie mit 51 kWh (netto) reicht klein geraten, die rund 400 Kilometer versprochene Reichweite sind wohl in der Praxis kaum zu schaffen. Gerade für die Spitzenversion fehlt aus Platzgründen, das Sperrdifferential lässt grüßen, eine die Reichweite verlängernde Wärmepumpe, die zum Beispiel das schwächere E-Modell Speciale an Bord hat.
Trotzdem: Alfa hat es im Rahmen des Möglichen geschafft, auf einer bekannten Plattform ein optisch gelungenes und sportlich zu bewegendes E-Auto auf die Räder zu stellen. Auf der Minusseite stehen allerdings das harte Fahrwerk, die fehlende Wärmepumpe, der hohe Preis und die mickrige Garantie von nur zwei Jahren. Aber das wird wirklich elektrisierte Alfisti kaum stören.
Stand: 08.12.2025
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