Viele Händler tragen Nissan-Versprechen nicht mit

Von Christoph Baeuchle

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Nissan hat sein Kundenversprechen scheinbar am Handel vorbei gegeben. Die Art und Weise der Einführung und die Kostenverteilung stoßen nun bei vielen Partnern auf Ablehnung .

(Foto:  Nissan)
(Foto: Nissan)

Nissan und seine Partner streiten weiter über das seit Anfang des Monats geltende Kundenversprechen. Viele Händler sind sauer, denn nach ihrer Einschätzung will der Importeur die meisten Kosten auf seine Partner abwälzen. Die Handelsorganisation sehe zwar Chancen im Versprechen, allerdings müssen „die Vertragshändler und autorisierten Werkstätten die (finanzielle) Hauptlast dieses Kundenversprechens allein tragen“, kritisierte Jörg Seemann, Geschäftsführer des Nissan-Händlerverbands, in einem Brief an Nissan-Deutschland-Chef Thomas Hausch, der »kfz-betrieb« vorliegt.

Vier Punkte kennzeichnen das Versprechen: Neben einer 24/7-Pannen-und-Unfall-Hilfe und einem kostenlosen Fahrzeugcheck sollen die Nissan-Partner ihren Kunden ein Preisversprechen und einen kostenlosen Ersatzwagen geben. Dies bedeutet für Händler nicht nur zusätzliche Kosten, sondern auch wegbrechende Einnahmen.

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Der Importeur sieht die Kostenverteilung natürlich anders als die Händler. „Den größeren Anteil trägt der Hersteller“, antwortet Nissan schriftlich auf eine Anfrage. Für den kostenlosen Ersatzwagen gebe es „signifikante Sonderkonditionen“, für die Tablets zum Fahrzeugcheck Bonuszahlungen, hinsichtlich des Preisversprechens trage Nissan Differenzen zwischen UVP und Marktpreis, die Kosten der Assistance trage allein der Hersteller während der dreijährigen Neuwagengarantie.

Allerdings schränkt Nissan dann doch ein: „Wir können nicht ausschließen, dass sich im Einzelfall die Lastenverteilung anders darstellt.“

Teilnahme: Händler müssen aktiv widersprechen

Die Kosten sind eine Seite, die Umsetzung eine andere. Gerade aufgrund der Kostenlast sieht es der Verband laut Schreiben als wesentlich an, dass die Händler freiwillig über die Teilnahme entscheiden. Also: sich aktiv anmelden. Doch der Importeur geht einen anderen Weg: Wer sich in einer bestimmten Frist nicht abmeldet, ist automatisch dabei. Viel Zeit ließ der Importeur seinen Partnern dafür nicht: zehn Tage.

So nicht, stellte der Händlerverband gegenüber dem Importeur klar. Die notwendigen Voraussetzungen für ein solches Opt-out-Verfahren würden fehlen. „Es muss jedem Nissan-Vertragshändler und jeder autorisierten Vertragswerkstatt weiterhin und stets frei bleiben, an dem Nissan-Kundenversprechen teilzunehmen“, fordert der Verband in dem Schreiben. Auch nach der genannten Frist. Dagegen sieht Nissan die Vorteile im angewendeten Verfahren. „Dieser Prozess garantiert nach unserer Meinung eine einfachere und schnellere Abfrage zur Teilnahme-/Nichtteilnahme.“

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