In Sachen Staatskarosse griffen Frankreichs Präsidenten auch immer wieder zu Peugeot. Das war bereits vor rund 100 Jahren so und ist heute auch nicht anders.
1975 holte Valéry Giscard d’Estaing die Löwenmarke zurück an den Elysée-Palast. Neben normalen Modellen wurde auch ein Fahrzeug des Typs 604 als Stretchlimousine für den Präsidenten gefertigt.
(Bild: Peugeot)
Repräsentation, Kommunikation, Schutz: Das Fahrzeug eines Präsidenten hat vielfältige Aufgaben, auch das des französischen Präsidenten. Seit einem halben Jahrhundert liefert unter anderem Peugeot spezielle Exemplare an den Elysée-Palast. So zum Beispiel den 604 von Valéry Giscard d’Estaing oder den 5008 von Emmanuel Macron. Dabei begann die Geschichte der Peugeot-Präsidentenfahrzeuge bereits in den 1920er-Jahren.
Der 156 von Alexandre Millerand
Das erste Modell als fahrende Repräsentation der Französischen Republik lieferte Peugeot vor rund 100 Jahren. Alexandre Millerand wurde am 23. September 1920 zum dritten Präsidenten der Republik gewählt und fuhr ab 1921 einen Peugeot Typ 156. Dieses Vorzeigemodell der Löwenmarke war das erste Modell, das man in Sochaux herstellte. Es besaß einen Sechszylinder-Reihenmotor mit 5.954 cm3 und 25 PS. Auch Millerands Nachfolger Gaston Doumergue hielt dem 156 die Treue bis zu seinem Amtsende 1931. Dann, in den folgenden drei Jahrzehnten, griffen Frankreichs Staatsoberste stets zur Marke mit der Raute als Emblem, zu Renault.
Nach kurzen Intermezzi mit der Edelmarke Talbot Lago und Simca war es dann ab 1962 Citroën – anfangs mit der DS, dann mit SM – der das Rennen um die Gunst des automobilen Hoflieferanten machte. Erst 1975 kamen die Mannen von Peugeot wieder zum Zug; da holte Präsident Valéry Giscard d’Estaing die Löwenmarke zurück an den Elysée-Palast. Im selben Jahr stellte Peugeot sein neues Flaggschiff vor, den 604. Eine weitere Neuerung, die sich das als „modern“ charakterisierte Staatsoberhaupt wünschte, war die Farbe der Präsidentenlimousine: Statt schwarz war sie nun moosgrün.
Während der siebenjährigen Amtszeit Giscard d’Estaings bestellte der Staat vier 604-Modelle. Drei davon waren Serienmodelle, sogenannte SL-Versionen mit dem 2,6-Liter-V6-Motor mit 100 kW/136 PS, die der Präsident auch selbst fuhr. Daneben gab es eine Limousine, die für feierliche Anlässe reserviert war. Sie wurde in Zusammenarbeit mit der Karosseriefirma Heuliez hergestellt und verfügte über einen um 62 Zentimeter verlängerten Radstand. Dieser kam den luxuriösen Rücksitzen zugute. Zudem hatte sie ein schwarz lackiertes Dach.
Der 605 unter François Mitterrand
1991 erwarb der Elysée-Palast einen Peugeot 605. Dieser wurde von der bretonischen Firma Labbé, welche später zu Centigon wurde, verlängert und gepanzert. Dieses Modell war mit einem 126 kW/170 PS starken V6-Motor ausgestattet und verfügte über eine Panzerung aus hochfestem Stahl und Scheiben aus einem Mix aus kugelsicherem Glas und Polycarbonat. In Zahlen: 2.500 Kilogramm, das sind 1.000 Kilogramm mehr als beim Standardmodell, wog der Präsidenten-605. Er wurde hauptsächlich bei Besuchen von Staatsoberhäuptern genutzt, zum Beispiel wenn Michail Gorbatschow, Hosni Mubarak oder Papst Johannes Paul II vorbeischauten.
Die Peugeot-Modelle von Jacques Chirac
Während seiner zwölfjährigen Amtszeit im Elysée-Palast nutzte Jacques Chirac neben einem Citroën XM regelmäßig den Peugeot 607, der zum Fuhrpark der Präsidentschaft der Republik gehörte. Der Peugeot, der die Franzosen damals am meisten beeindruckte, war der rote Peugeot 205 SR von 1984, den die Präsidentengattin selbst auf den Straßen von Corrèze fuhr.
Der 607 Paladine von Nicolas Sarkozy
Der Peugeot 607 Paladine war das spektakulärste und kurzlebigste Präsidentenfahrzeug der Fünften Französischen Republik. Im Jahr 2007 suchte das Team von Nicolas Sarkozy nach einem Fahrzeug, das Innovation und Modernität symbolisieren sollte, wenn der neue Präsident am Tag seiner Amtseinführung über die Champs Elysées fahren würde. Die Inspiration gab schlussendlich das Konzeptfahrzeug Peugeot 607 Paladine, das im Jahr 2000 auf dem Genfer Autosalon vorgestellt worden war. Dieses ausgefallene Modell, das von der Karosseriefirma Heuliez im Auftrag von Peugeot hergestellt wurde, ist eine über fünf Meter lange Limousine. Sie wurde in ein Landaulet verwandelt und verfügte über ein versenkbares Glasdach, das die Rücksitze bedeckt. Der Innenraum wurde vom Polsterer Hermès luxuriös mit blauem und cremefarbenem Leder, einer Bar, zwei elektrisch verstellbaren Sesseln und einem Klappsitz ausgestattet.
Kurz gefragt
Präsidentschaftswagen
Wann sind welchen Fahnen am Fahrzeug angebracht?
Im Protokoll ist die „Dekoration“ des Präsidentenfahrzeugs genau festgelegt. Wenn sich der Präsident der Republik bei einem offiziellen Anlass im Wagen befindet, wird er mit einer französischen Flagge geschmückt, die an der rechten Vorderseite des Fahrzeugs auf der Seite angebracht ist, auf der das Staatsoberhaupt ein- und aussteigt. Befindet sich ein zweites Staats- oder Regierungsoberhaupt in Begleitung des französischen Staatspräsidenten, wird die Flagge des Gastlandes an der linken Vorderseite auf der Ein- und Ausstiegsseite des Fahrzeugs angebracht.
Welches Nummernschild hat der Peugeot des Präsidenten?
Bis in die 1970er-Jahre wurden im Elysée-Palast die Nummernschilder 1PR75 bis 5PR75 für den Wagen des Präsidenten reserviert. Mehrere Fahrzeuge waren auf das Kennzeichen 1PR75 zugelassen. Diese Tradition gibt es heute nicht mehr: Die Fahrzeuge des Präsidenten tragen nun gängige Nummernschilder, die von der Zulassungsstelle chronologisch zugeteilt werden.
Was geschieht mit den Fahrzeugen nach dem Ausscheiden des Präsidenten?
Es gibt keine Vorschrift. Einige bleiben im Fuhrpark des Elysée-Palasts, andere werden verkauft oder an Museen abgegeben. Der Typ 156 von Millerand, die Limousine Peugeot 604 von Giscard d’Estaing, die Limousine Peugeot 605 von Mitterrand und die Limousine Peugeot 607 Paladine werden beispielsweise im Musée de l'Aventure Peugeot in Sochaux aufbewahrt.
Stand: 08.12.2025
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Auf Wunsch des Teams von Nicolas Sarkozy wurde der Peugeot 607 Paladine aus dem Peugeot-Museum geholt und am 16. Mai 2007 auf den Champs Elysées ausgestellt. Trotz der zahlreichen Veränderungen, die am Fahrzeug vorgenommen worden waren, blieb die Eleganz des originalen Peugeot 607 weiterhin bestehen. Der Kraftstofftank des Präsidentenfahrzeugs wurde durch den Einbau des versenkbaren Daches auf ein Volumen von sechs Litern verkleinert. Was für ein Konzeptfahrzeug kein Problem war, wurde bei regelmäßiger Nutzung schnell zu einer Herausforderung: Durch das hohe Gewicht des Fahrzeugs war dieses nicht wirklich energieeffizient. Es wurde daher beschlossen, den Peugeot 607 Paladine nicht mehr zu verwenden.
Der 5008 von Emmanuel Macron
Das jüngste Modell in der Geschichte der Präsidentschaftsfahrzeuge ist der Peugeot 5008 – in ihm fuhr Frankreichs amtierender Präsident Emmanuel Macron am 14. Juli 2017 zu seiner Amtseinführung vor. Er behielt dieses Modell während seiner gesamten fünfjährigen Amtszeit. Aus Sicherheitsgründen bewahrt die Präsidentschaft der Republik über die Einzelheiten des Fahrzeugs Stillschweigen. Was jedoch bekannt ist: Der Peugeot 5008 wurde im französischen Werk Rennes hergestellt und dann Centigon anvertraut, einem bretonischen Spezialunternehmen, das die Panzerung des Fahrzeugs vornahm. Einige wenige Informationen liegen über die Anordnung der Rücksitze, des Blinkers und des Kühlergrills vor. Das Präsidentenfahrzeug hatte zwei (statt drei) Sitze, welche mit einer speziellen Mittelkonsole ausgestattet waren. Zudem unterschied sich der Peugeot 5008 des Präsidenten durch die Anbringung der vorderen Blinker am Kühlergrill und des Abzeichens der Präsidentschaft der Republik an der Karosserie von dem Original.