VMB: Mehr Macht für Vertreter
Dr. Peter Ritter, Vorsitzender des Verbands, begrüßt die Neustrukturierung des Vertriebsnetzes und den Eintritt von markenfremden Handelsgruppen.
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Redaktion: Wie beurteilen Sie das Händlernetz nach dem Verkauf der 63 deutschen Niederlassungen?
Dr. Peter Ritter: Im Verlauf der letzten Jahre ist der Absatzanteil der zuletzt 37 Niederlassungen stark angewachsen. Er lag bei fast 55 Prozent des Retailabsatzes. Mit dem Verkauf der Niederlassungen hat sich der Absatz wieder Richtung Vertretungen verlagert. Wir gehen davon aus, dass in Zukunft der Vertreteranteil am Retailabsatz bei 60 bis 65 Prozent liegen wird. Das stärkt die Position des Vertreternetzes. Das finden wir gut. Die Vertreter, die eine Niederlassung gekauft haben, sehen darin eine Wachstumsmöglichkeit und strukturelle Effekte, die den Unternehmen Kosten sparen. Das ist eine wichtige Investition in die Zukunft. Wir müssen davon ausgehen, dass in der Zukunft immer schneller Veränderungen sowohl im Vertrieb als auch im Service auf uns zukommen. Unsere Unternehmen müssen in der Lage sein, darauf rasch und effektiv zu reagieren oder, noch besser, diese selbst voranzutreiben. Die wichtigste Herausforderung ist hier die Digitalisierung. Unsere Betriebe können sich aufgrund ihrer Struktur und Organisation leichter auf diesen Wandel einstellen als Niederlassungsorganisationen. Von daher meine ich, dass die Entscheidung, die Niederlassungen an Vertreter oder auch neue Player zu veräußern, der richtige Weg ist. Es ist ein klares Bekenntnis des Herstellers zum Handel.
Welche Auswirkungen hat die Kündigung des Vermittlervertrags bei 100 Servicepartnern?
Dass sich der Mercedes-Benz Vertrieb Deutschland (MBVD) entschieden hat, das Pkw-Vermittlernetz zu verkleinern, begrüßen wir. Strukturelle Veränderungen waren nötig, und die jeweiligen Geschäftsmodelle der einzelnen Vertriebspartner sollten auf den Prüfstand kommen. Für uns war es notwendig, die Anzahl der Vermittler zu reduzieren, um so die Markenrepräsentation der Vertreter zu stärken und ihre Ertragssituation zu verbessern.
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