Volkswagen clever repariert

Autor / Redakteur: Konrad Wenz / Dipl. Ing. (FH) Konrad Wenz

Laut VW verlangt der Markt nach kostengünstigen Schönheitsreparaturen. Clever Repair eröffne den Werkstätten ein riesiges Umsatzpotenzial.

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„Der Kunde fordert die kostengünstige Reparatur, das heißt, die Nachfrage nach Clever Repair ist deutlich gestiegen“, sagte Arno Kalmbach, Leiter Volkswagen Service Deutschland, anlässlich des Expertentreffens der Clever-Repair-Partner in Wolfsburg. Allerdings handle es sich um ein beratungsintensives Geschäft, dass vermeintlich die Umsätze und die damit verbundenen Deckungsbeiträge im Autohaus konterkariere. Vermeintlich deshalb, weil dem Kunden eine kostengünstige Reparatur für Kleinschäden angeboten würde, statt auf herkömmlichen Weg zu reparieren. „Der Austausch der Windschutzscheibe spült mehr Geld in die Kasse, als deren Reparatur“, sagte Kalmbach.

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Die Autohäuser müssten an dieser Stelle umdenken, forderte Kalmbach. Es ginge heute nicht mehr allein um den kurzfristigen Ertrag, sondern um die langfristige Kundenbindung an die VW-Werkstätten. Der deutsche Servicechef sieht bei Clever Repair zudem ein riesiges Umsatzpotenzial für die Partnerbetriebe. „Rund 60 Prozent aller Fahrzeuge auf unseren Straßen weisen Kleinschäden auf“, bestätigte Volkswagens K&L-Experte Tobias Matejek. Etwa 60 Prozent dieser Schäden würden auf Dellen entfallen, 24 Prozent auf Kratzer und 12 Prozent auf Glasschäden.

Volkswagen veranstaltete erstmals den Expertentreff auch wegen einer entsprechenden wachsenden Nachfrage. Über 50 der insgesamt 70 Partner, die den mobilen Clever-Repair-Service anbieten, folgten dem Ruf nach Wolfsburg. Hier wurden in verschiedenen Arbeitsgruppen zum einen die unterschiedlichen Techniken und deren Grenzen behandelt. Zum anderen diskutierten die Teilnehmer über die gezielte Kundenakquise. Zielgruppen sollen nach den Vorstellungen von Volkswagen neben dem Endverbraucher die VW-Partner sein, die Clever Repair nicht anbieten sowie Fuhrparkbetreiber. Kalmbach rät zwar von der Akquise markenfremder Autohäuser nicht ab, ist aber überzeugt, dass sich das System mit den Konzernmarken gut auslasten lässt.

Auch bei guter Auslastung wird die Amortisation eines Clever-Repair-Mobils angesichts der Mindestinvestition von 40.000 Euro (für einen komplett ausgestatteten Caddy; der T5 schlägt mit 50.000 Euro zu Buche) nicht einfach sein. „Das ist in starkem Maße vom Engagement des Autohauses abhängig“, resümierte Matejek. In den nächsten zwei Jahren soll die Zahl der mobilen Clever-Repair-Anbieter auf 100 ansteigen.

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