Volkswagen: Flexibilität als Trumpf
Der Leiter der Vertriebsorganisation Deutschland Volkswagen Pkw, Emmerich Engels, sieht in der günstigen Umsetzbarkeit den größten Vorteil des Modulkonzepts.
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Der Leiter der Vertriebsorganisation Deutschland Volkswagen Pkw, Emmerich Engels, sieht in der günstigen Umsetzbarkeit den größten Vorteil des Modulkonzepts.
Redaktion: Was unterscheidet das Modul- vom bisherigen Piazzakonzept von Volkswagen?
Emmerich Engels: Das Architektur- und Schauraumkonzept Modul ermöglicht eine deutlich flexiblere Reaktion auf die sich schnell ändernden Bedürfnisse unserer Kunden und Händler. Das Konzept wird einen wichtigen Beitrag leisten, um unseren Partnern einen optimalen Auftritt vor den Kunden zu ermöglichen und die Kundenzufriedenheit bei einem Besuch im Autohaus weiter zu verbessern. Durch die beinah unbegrenzte Kombinationsmöglichkeit der einzelnen Gestaltungselemente lassen sich die zur Verfügung stehenden Räumlichkeiten unabhängig von Größe und Altersstruktur optimal nutzen. Diese Flexibilität ermöglicht zum einen die Präsentation einer großen Zahl von Ausstellungsfahrzeugen, zum anderen werden die Bereiche Service, Zubehör und Accessoires enger mit dem Verkauf verzahnt, was einer Unterscheidung der einzelnen Kundengruppen effektiv entgegenwirkt.
Wie haben die deutschen Volkswagen-Händler auf das neue Konzept reagiert?
Zunächst einmal war es uns wichtig, dass unser bisheriges Piazza- neben dem Modulkonzept weiterhin seine Gültigkeit behält. Wir verpflichten somit keinen Händler zu Investitionen und kostenintensiven Umbaumaßnahmen. Diese Wahlfreiheit wurde von unserer Handelsorganisation sehr positiv aufgenommen.
Lässt sich das neue Konzept zusammen mit dem alten verwirklichen?
Das Verbindungsteil zwischen dem alten und dem neuen Konzept ist das Eingangsmodul. Wenn jetzt ein Händler investieren möchte, um ein Stück weit in Richtung des neuen Konzepts zu gehen, dann ist es – und ich meine es wirklich so – der berühmte Eimer weißer Farbe, um das heute gelbe Portal weiß zu streichen. Und wenn es dann noch gerade irgendwo reinpasst, dann sollte er im inneren Bereich das neue Willkommenselement einsetzen. Das lässt sich mit ganz geringen Mitteln umsetzen.
Ist das neue System teurer oder billiger als das alte?
Die ersten Projekte nach dem Modulkonzept werden jetzt erst sukzessive umgesetzt. Eine gesicherte Datenbasis liegt somit noch nicht vor. Gemäß unserer internen Kalkulation gehen wir jedoch davon aus, dass die Händler das Modulkonzept kostengünstiger umsetzen können als das Piazzakonzept.
Ein Betrieb nach dem Modulkonzept ist multifunktionaler nutzbar und damit vermutlich werthaltiger. Haben Sie dazu schon irgendwelche Rückmeldungen von den Banken bekommen?
Nein, dafür ist es definitiv noch zu früh. Aber ich glaube, dass das zukünftig eine wesentliche Rolle spielen wird. Für uns ist es verständlicherweise schwer, momentan über eine Drittverwertung eines unserer Händlerbetriebe im Rahmen einer Insolvenz nachzudenken. Aber vom Grundsatz her stimme ich Ihnen zu. Ein solches Gebäude könnte man anschließend besser nutzen, da es eben nicht so extrem stark auf eine Marke zugeschnitten ist. Daher wird der Risikoabschlag, den die Bank bei einer Finanzierung macht, vermutlich deutlich niedriger sein. Natürlich wird heute kaum jemand, der ein solches Projekt plant, dies mit dem Hintergedanken machen, in diesem Gebäude später einen Getränkemarkt zu eröffnen. Aber bei den Gesprächen mit der Bank über eine solche Investition wird das mit Sicherheit einen Pluspunkt darstellen.
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