Trotz gutem dritten Quartal Volkswagen kappt Gewinnziel

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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VW hat wegen Sicherungsgeschäften und hohen Kosten die Prognose für das operative Ergebnis im Gesamtjahr zurückgefahren. Dabei lief es im abgelaufenen Quartal gut für den Konzern.

(Bild:  Volkswagen)
(Bild: Volkswagen)

Der VW-Konzern hat seine Ziele für das operative Ergebnis eingedampft. Zwar meldeten die Wolfsburger am Freitagabend für das dritte Quartal mehr Erlös und Ergebnis als ein Jahr zuvor, mit Blick auf das Gesamtjahr wird der Vorstand um Oliver Blume beim Betriebsgewinn aber vorsichtiger. Er machte dafür vor allem negative Effekte bei Sicherungsgeschäften verantwortlich. Auf Kurs sieht sich das Management dagegen beim Umsatzziel und auch bei der im Sommer gestutzten Auslieferungsprognose.

Für das operative Ergebnis 2023 peilen Konzernchef Blume und Finanzchef Arno Antlitz nun nur noch den Vorjahreswert vor Sondereinflüssen von rund 22,5 Milliarden Euro an. Bislang hatte der Volkswagen-Vorstand eine operative Marge von 7,5 bis 8,5 Prozent in Aussicht gestellt bei einem Umsatzwachstum von 10 bis 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Erlös soll also auf 307 bis 321 Milliarden Euro steigen. Am unteren Ende der Umsatzspanne läge die operative Marge in diesem Jahr damit jetzt rechnerisch bei höchstens gut 7,3 Prozent. Schafft VW einen Erlös am oberen Ende der Prognose, betrüge die Marge rund 7 Prozent.

Negative Effekte aus Sicherungsgeschäften nicht zu kompensieren

Der Vorstand begründete die gekappten Gewinnziele vor allem mit den Sicherungsgeschäften, die der Konzern regelmäßig zur Absicherung von Preisen und Mengen eingeht. Deren in der Bilanz anzusetzender Wert schwankt mitunter bei den Wolfsburgern stark – vor allem im Zusammenhang mit Rohstoff- und Energiepreisen. Die bisher aufgelaufenen negativen Effekte in Höhe von 2,5 Milliarden Euro seien bis zum Jahresende nicht mehr zu kompensieren, hieß es nun.

Daneben habe insbesondere der Produktionsausfall eines Zulieferers in Slowenien aufgrund von Überschwemmungen belastet – aber auch höhere Produktkosten für die Markengruppe Core um die Wolfsburger Kernmarke VW Pkw, für die das Unternehmen gerade an Details eines milliardenschweren Sparprogramms feilt.

Dachgesellschaft bleibt bei Gewinnprognose

Die VW-Dachgesellschaft Porsche SE (PSE) bestätigte derweil ihre bisherige Ergebnisprognose. Das Konzernergebnis nach Steuern soll aber nun in der unteren Hälfte der Spanne von 4,5 bis 6,5 Milliarden Euro landen. Bei der von den Eigentümerfamilien Porsche und Piëch kontrollierten Holding macht die Beteiligung am VW-Konzern den Löwenanteil des Geschäfts aus. Die Porsche SE hält 31,9 Prozent der Kapitalanteile der Volkswagen AG und 53,3 Prozent der Stimmrechte. An der ebenfalls im Dax notierten Porsche AG hält die PSE seit dem Teilbörsengang im vergangenen Jahr 25 Prozent plus eine Aktie und damit eine Sperrminorität.

Unterdessen kletterte der VW-Konzernerlös der drei Monate bis Ende September auf Basis vorläufiger Zahlen im Jahresvergleich um 12 Prozent auf 78,8 Milliarden Euro. Davon blieben etwa 4,9 Milliarden Euro als operatives Ergebnis übrig. Im vergangenen Jahr hatte Volkswagen rund 4,2 Milliarden Euro als operativen Gewinn gemeldet.

Die operative Rendite von 6,2 Prozent lag etwas niedriger, als Analysten im Durchschnitt gedacht hatten. Die vollständigen Zahlen will Volkswagen an diesem Donnerstag präsentieren. Die Porsche AG als Ertragsperle des Konzerns legt ihre Zahlen bereits am Mittwoch vor.

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