Doch schon erheben sich wieder die ersten kritischen Stimmen: Das einflussreiche Verbrauchermagazin „Consumer Reports“ – quasi die amerikanische Stiftung Warentest – urteilte über das aktuelle Jetta-Modell vernichtend: Es sei „ein Schatten des einst so agilen und gut verarbeiteten Autos“. VW habe die Qualität dem Preis geopfert, klagten die Tester. Das Absatzplus im April scheint allerdings dem Konzern Recht zu geben. Doch auch die immensen Marketingaufwendungen der Wolfsburger dürften zur stärkeren Nachfrage beitragen: Den Jetta enthüllte Popstar Katy Perry öffentlichkeitswirksam auf dem Times Square in Manhattan.
Zudem schickte Volkswagen den Passat beim größten US-Sportereignis Super Bowl ins Rennen. Der einminütige TV-Spot dürfte mehr als 100 Millionen TV-Zuschauer erreicht haben. Das hat seinen Preis: Ein 30-Sekünder kostet beim Super Bowl rund drei Millionen US-Dollar. Mit der jüngst eingegangenen Partnerschaft mit dem Museum of Modern Art (Moma) feilt Volkswagen weiter am Image
Gravierender Ausbau des Händlernetzes
Als weiteren Schritt dürfte Volkswagen nun sein Händlernetz in den USA deutlich ausbauen. Dies deutet VW-Amerikachef Jonathan Browning für die nächsten drei bis vier Jahre bereits an. Zunächst könne der Importeur über die bestehenden 600 Händlern noch mehr Fahrzeuge verkaufen, doch in einer zweiten Phase müsse das Netz wachsen.
An den immensen Investitionen führt kein Weg daran vorbei, wenn Volkswagen seine „Strategie 2018“ umsetzen will. Denn auf dem US-Markt, der ein wesentlicher Bestandteil der Pläne ist, sind die japanischen Hersteller fest verankert. Sie haben früh anerkannt, welche Bedeutung das Bekenntnis zum Produktionsstandort USA für die Kundschaft hat.
Weit entfernt vom Ziel 2018
Bis 2018 will der VW-Konzern seinen Absatz in den USA auf jährlich eine Millionen Einheiten erhöhen – rund 800.000 Fahrzeuge der Marke Volkswagen und 200.000 Audi. Im vergangenen Jahr verkauften die beiden Marken rund 360.000 Autos, 2011 sollen es etwa 400.000 Fahrzeuge sein.
Zwar sind die Wolfsburger von ihrem Ziel noch weit entfernt. Doch die aktuelle Situation spielt dem Konzern in die Hand: In der Krise hat Volkswagen nicht vor den Investitionen zurückgeschreckt und die direkten Wettbewerber, die japanischen Hersteller, sind durch die Katastrophe im Heimatland geschwächt. Für Volkswagen eine gute Ausgangsposition.
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