Volkswagen USA: Das Jahr der Entscheidung

Redakteur: Christoph Baeuchle

Der US-Markt ist wesentlicher Bestandteil der VW-Strategie 2018. Hier soll sich der Konzernabsatz verdreifachen. Ob die Rückkehr mit der Produktion ein Erfolg wird, könnte sich schon dieses Jahr entscheiden.

Firmen zum Thema

( Archiv: Vogel Business Media )

Volkswagen geht einen weiteren Schritt zum weltgrößten Automobilhersteller: Am heutigen Dienstag eröffnet der Wolfsburger Automobilhersteller offiziell sein Werk in Chattanooga. In der Strategie 2018 spielen die USA eine wesentliche Rolle. Entstanden ist das Werk während der automobilen Absatzkrise 2008/2009 für rund eine Milliarde US-Dollar.

Mit der Inbetriebnahme kehrt Volkswagen nach 23 Jahren Abstinenz wieder mit einem eigenen Werk in die USA zurück. Von 1978 bis 1988 hatte der Autobauer bereits den Golf in Amerika produziert. Qualitätsprobleme und mangelnder Absatz führten letztlich zu der Entscheidung, die US-Produktion aufzugeben. Der zweite Versuch ist wohl überlegt und von langer Hand geplant.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 13 Bildern

Produktionsverbund Chattanooga, Puebla und Silao

Der Standort Chattanooga umfasst sämtliche Stationen eines kompletten Produktionsprozesses: Karosseriefertigung, Lackiererei, Montage sowie technisches Prüfzentrum und Trainings-Akademie zur Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter. Der Zuliefererpark am Werk bietet Platz für acht Unternehmen. Hier will Volkswagen jährlich 150.000 Passat produzieren.

Die anderen Verkaufsschlager in den USA produziert Volkswagen im mexikanischen Werk Puebla. Künftig sollen mehr als eine halbe Million Einheiten von Jetta, Golf und Beetle hier vom Band rollen. Die Motoren dazu kommen aus Silao, wo Volkswagen bis 2013 etwa 550 Millionen US-Dollar in Produktion und Fertigung investiert.

Großer Abstand zwischen Toyota und Volkswagen

Seine Modelle schickt der Konzern zu Kampfpreise in den Markt: Mit seinem Grundpreis von 20.000 Dollar plus Steuern soll der neue Passat vor allem die Mittelklasse-Limousine Camry von Toyota angreifen, die genauso viel kostet. Das Vorgängermodell kostet etwa 6.000 Dollar mehr. Entsprechend war der Passat ein Ladenhüter: Laut „Detroit News“ verkaufte Volkswagen vom Passat in den vergangenen zwei Jahren weniger als 13.000 Einheiten pro Jahr. Dagegen lag der Camry-Absatz bei mehr als 300.000 Stück pro Jahr.

Noch günstiger ist der VW Jetta: Das Modell, das in Mexiko produziert wird, ist ab 16.000 Dollar plus Steuern zu haben, die sich je nach Bundesstaat unterscheiden. So mancher Europäer dürfte sich bei solchen Preisen verwundert die Augen reiben. Liegen die Preise für Jetta und Passat bei den aktuellen Wechselkursen doch zwischen 11.000 und 14.000 Euro plus Steuer.

Seite 2: Mehr Händler, mehr Werbung

(ID:377193)