Volkswagen: „Wir helfen beim Restwertrisiko“
Nach Aussage des Leiters Vertrieb und Marketing Deutschland von VW Pkw, Werner Eichhorn, wird Volkswagen in den Jahren 2010 und 2011 die Leasingrückkaufwerte bei den Modellen Touran, Passat und Touareg subventionieren.
Anbieter zum Thema
Redaktion: Wie steht es um Volkswagen in Deutschland?
Werner Eichhorn: Der Gesamtmarkt Deutschland entwickelt sich dank der staatlichen Umweltprämie sehr positiv – wir erwarten für das Jahr 2009 ein Gesamtmarktvolumen von zirka 3,8 Millionen Einheiten. Volkswagen hat dabei überproportional profitiert. Bis Ende Oktober haben wir unseren Marktanteil in Deutschland auf 21 Prozent gesteigert. Neben der absoluten Stückzahl ist auch der Mix der verkauften Modelle bemerkenswert – im Rahmen der Umweltprämie ist es uns gelungen, vornehmlich Modelle des A- und B-Segments zu verkaufen. Die Auftragseingänge nach dem Auslauf der Prämie zeigen jedoch eine deutlich verhaltene Tendenz. Wir erwarten für 2010 daher ein schwieriges Jahr.
Bei den Gebrauchtwagen sieht es alles andere als rosig aus.
In diesem Bereich gab es über das Jahr gesehen einige Veränderungen. Während sich der Absatz und damit die Bestände bei den jungen Gebrauchten aufgrund der Umweltprämie sehr positiv entwickelt haben, zeichnete sich früh eine gegenläufige Entwicklung bei den drei bis vier Jahre alten Fahrzeugen ab.
Die Händler fordern wegen des Restwerteverfalls eine weitergehende Unterstützung. Wie stehen Sie dazu?
Fast alle Hersteller haben in den letzten Monaten eine rückläufige Restwertentwicklung verzeichnen müssen, wobei die Restwerte von Volkswagen stabiler bleiben als jene vieler Wettbewerber. Das Gebrauchtwagengeschäft und damit auch die Vermarktung von Leasingrückläufern sind momentan hohen Belastungen ausgesetzt. Diese Entwicklung haben wir bereits berücksichtigt und für das Neugeschäft gemeinsam mit den Vertretern des Handels die Restwerte angepasst. Darüber hinaus helfen die seit 2007 angebotene und kürzlich auf alle Modelle erweiterte Restwertoption zur Restwertabsicherung für Großkunden sowie die im April 2009 eingeführte Restwertoption für gewerbliche Einzelabnehmer dabei, Risiken für unsere Partner erheblich zu verringern. Das Feedback aus dem Handel dazu ist sehr positiv.
Wie können Sie Ihre Handelsorganisation unterstützen?
Die gerade beschriebenen Maßnahmen helfen, die Risiken aus zukünftigen Leasinggeschäften für unsere Handelspartner abzusichern, greifen jedoch erst für neue Verträge. Die Volkswagen Leasing GmbH bietet den Volkswagen-Partnern daher nun zusätzlich eine finanzielle Unterstützung für Bestandsverträge. Mit dieser Maßnahme wird der Handel gestärkt und die wesentlichen Voraussetzungen für die erfolgreiche Gestaltung des kommenden Jahres werden geschaffen.
Wie sieht diese Maßnahme genau aus?
Die Volkswagen Leasing GmbH hat für die Volkswagen-Partner ein Angebot konzipiert, das der aktuellen Entwicklung Rechnung trägt und die Partner bei den wesentlichen Restwertrisiken unterstützt. Die Maßnahme gilt für ausgewählte Modelle und für die Jahre 2010 und 2011. Die Unterstützung beläuft sich für die Modelle Touran und Passat auf vier Prozent, beim Touareg auf acht Prozent der ursprünglichen Netto-UPE. Einzelheiten hierzu kommunizieren wir an die Handelsorganisation.
Der ZDK fordert, dass die Hersteller zukünftig das gesamte Restwertrisiko übernehmen sollen. Wie stehen Sie zu dieser Forderung?
Volkswagen bietet hier bereits eine Lösung. Die Vermarktung von Leasing-Rückläufern eröffnet sowohl Chancen als auch Risiken. Mit der Restwertoption, die der Hersteller dem Handel für gewerbliche Einzelkunden und Großkunden anbietet, haben die Partner die Möglichkeit, sich von den möglichen Risiken des Leasinggeschäfts zu befreien. Damit geht aber gleichzeitig einher, dass die Partner die späteren Vermarktungschancen von den Partnern nicht nutzen können.
Gehen Sie davon aus, dass die Erosion bei den Restwerten weitergeht oder haben wir die Talsohle erreicht bzw. durchschritten? Worauf muss sich der Handel einstellen?
Nach Auslauf der Umweltprämie erwarten wir eine Stabilisierung und bei einigen Modellen sogar schon eine Erholung der Restwerte. Auch in anderen Märkten, beispielsweise in den USA oder auch Großbritannien, sind derzeit wieder steigende Restwertniveaus zu beobachten. Trotz der vorgenommenen Anpassung spiegeln die Restwerte die starke Position von Volkswagen in Deutschland wider.
Was empfehlen Sie den Händlern in der aktuellen Situation? Wie geht es weiter bei Volkswagen?
Volkswagen hat mit einem Fahrzeugbestand von zirka acht Millionen Einheiten die größte Kundenbasis in Deutschland. Die systematische Bearbeitung der Bestandskunden und die hohe Attraktivität der Produkte sind eine hervorragende Ausgangsposition für weiteres Wachstum von Volkswagen in Deutschland. Unsere Modelloffensive setzen wir auch im Jahr 2010 fort – neben dem Ausbau unseres Blue-Motion-Angebots werden wir zum Beispiel den neuen Touareg auf den Markt bringen. Und für den Jahresverlauf sind noch einige interessante Neuigkeiten zu erwarten. Zudem wird Volkswagen auch in Zukunft maßgeschneiderte Finanzierungs- und Mobilitätskonzepte für seine Kunden anbieten. Davon werden auch unsere Handelspartner mit Sicherheit deutlich profitieren können.
(ID:327696)