Der schwedische Premiumhersteller stellt seinem vollelektrischen SUV-Flaggschiff eine Limousine zur Seite. Der ES90 punktet nicht nur mit Platzangebot satt und einem luxuriösen Ambiente, sondern auch mit seiner Effizienz.
Der vollelektrische ES90 ist die einzige Limousine, die Volvo aktuell in Deutschland anbietet.
(Bild: Mauritz – VCG)
Mit Limousinen tut sich Volvo seit jeher schwer in Deutschland – so richtig abheben konnte bislang noch kein Modell. 2024 hatten sich sowohl der S60 als auch der S90 aus dem Markt verabschiedet – die Produktion beider Verbrenner-Modelle wurde eingestellt. Strategisch konzentriert sich Volvo klar auf Crossover-Modelle und SUVs. Doch so ganz „Adjö“ sagt der schwedische Hersteller der Limousine dann doch nicht.
Mit dem vollelektrischen ES90, der in China produziert wird, startet er nun einen neuen Anlauf. Und das ist mit Blick auf das Entwicklungsergebnis durchaus begrüßenswert. Der stolze fünf Meter lange ES90 ist aus mehreren Aspekten gut gelungen.
Mit Heckantrieb ist die Volvo-Limousine ab 70.590 Euro zu haben. Damit liegt sie preislich leicht über dem Mercedes EQE (Basispreis 67.187 Euro) und in etwa auf dem Niveau des BMW i5 (Basispreis 70.900 Euro). Bereits in der Basisversion namens Core kann die Volvo-Limousine dabei mit Ausstattungen punkten, die bei anderen Herstellern nicht serienmäßig an Bord sind: allen voran mit einem riesigen Panorama-Glasdach, das auf Wunsch von transparent auf milchig wechselt, einer Einparkhilfe vorne und hinten, eine Vier-Zonen-Klimaanlage oder einer Sitzheizung auf den vorderen Sitzen.
Ein klassischer Vertreter seines Segments ist das Modell dabei nicht: Der ES90 hat mit 18 Zentimetern die gleiche Bodenfreiheit wie das vollelektrische SUV-Pendant EX90. Und das merkt man auch sowohl beim Ein- und Aussteigen als auch beim Fahren selbst: Als Fahrer profitiert man durch die höhere Sitzposition von einer besseren Straßenübersicht.
Enormes Platzangebot
Die größte Stärke des ES 90 ist aber das enorme Platzangebot für die Insassen. Mit über 3,1 Metern Radstand ist das Raumgefühl nicht nur auf den vorderen Sitzen üppig. Die hinteren Passagiere haben auch dank des komplett ebenen Bodens im Fond Beinfreiheit satt. Lässt man die Tatsache außer Acht, dass man auf den hinteren Plätzen beim aufrechten Sitzen die Beine recht stark anwinkeln muss, ist der ES90 auch dank der neigbaren hinteren Rückenlehnen die perfekte Chauffeurlimousine. Die 424 Liter Kofferraumvolumen sind indes eher Mittelmaß. Limousinentypisch ist die Ladefläche nicht besonders hoch, dafür aber tief. Dank großer Heckklappe ist das Einladen dennoch recht mühelos möglich.
Neben dem großzügigen Platzangebot im Innenraum kann der ES90 auch in weiteren Disziplinen glänzen: beispielsweise mit seiner schlichten Eleganz. Beim Außendesign bleibt auch der ES90 mit seiner coupéartigen Dachlinie Volvos Designmotto treu: Weniger ist mehr. Von Sicken und Kanten macht der schwedische Hersteller bewusst sparsam Gebrauch. Geschwungene Linien sucht man ebenfalls vergeblich. Das extravaganteste Designgimmick sind neben den C-förmigen Rückleuchten die LED-Leuchten, die die Heckscheibe seitlich flankieren. Leuchten tun diese beim Fahren übrigens nicht – eine EU-Regulierung verbietet das. Dafür hat Volvo die Leuchten aber zumindest in die Begrüßungssequenz eingebaut.
Skandinavisches Flair im Innenraum
Wohl fühlt man sich beim Einsteigen in den ES90 sofort. Der elektrisch einstellbare Fahrersitz ist gut konturiert und der Sitzkomfort ist außergewöhnlich hoch. Erhältlich ist die Limousine wahlweise mit einem dunklen oder einem hellen Innenraum. Letzterer war bei der getesteten Top-Ausstattung Ultra in Sachen Optik, Haptik, Materialwahl und Verarbeitung auf Oberklasseniveau. Volvo beweist, dass auch Innenräume mit recycelbaren Materialien statt mit Leder Luxus versprühen können – erwähnt sei hier als Beispiel das hintergrundbeleuchtete Holzdekor auf dem Armaturenbrett.
Wie bei den anderen Volvo-Modellen gilt auch im ES90: Tasten gibt es nur am Lenkrad. Ansonsten wird alles über das großzügig dimensionierte, 14,5 Zoll große zentrale Display im Tabletformat gesteuert. Das ist, analog zum EX90, vertikal angeordnet – noch, denn mit seinem jüngsten vollelektrischen Modell EX60 kehrt Volvo wieder zu einer horizontalen Anordnung zurück. Zum Touchscreen in der Mittelkonsole gesellen sich im ES90 ein 9 Zoll großes Fahrerdisplay und ein 13,2 Zoll großes Head-up-Display. Diese Kombination ermöglicht es, dass der Blick immer auf die Straße gerichtet bleibt.
Dank einer neuen Akustikverglasung stellt Volvo mit einem Geräuschniveau von 68 Dezibel ein angenehm leises Reisen in Aussicht. Das bestätigte sich auf einer längeren Testfahrt. Gleichwohl machten sich ab einer Geschwindigkeit von rund 130 km/h Windgeräusche bemerkbar. Verbannen lassen sich diese, indem man das empfehlenswerte, 3.460 Euro teure High-End-Audiosystem von Bowers & Wilkins anschaltet, das man auch über die vorderen Kopfstützen hören kann.
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel Communications Group GmbH & Co. KG, Max-Planckstr. 7-9, 97082 Würzburg einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.
Jede Menge Auswahlmöglichkeiten hat der Fahrer, wenn es um die Einstellung des Lenkgefühls oder des Federungskomforts geht, wobei die Unterschiede eher marginal spürbar sind. Alles in allem ist der ES90, vor allem mit dem optionalen adaptiven Luftfahrwerk, das im Testwagen verbaut war, auf komfortables Dahingleiten optimiert.
In puncto Antrieb haben die Käufer mehrere Optionen zur Auswahl: Den Einstieg bildet eine heckgetriebene Version des ES90, die auch für die Testfahrten zur Verfügung stand. Bei dieser konnte der Elektromotor durchaus überzeugen. Die 245 kW/333 PS Leistung erwiesen sich in jeder Fahrsituation als ausreichend – auch bei schnellen Autobahnfahrten und Überholmanövern. Den Sprint von 0 auf 100 km/h meistert der ES90 mit Heckantrieb in 6,6 Sekunden.
Wettbewerbsfähige Reichweiten
Auch in puncto Reichweite müssen die Käufer des ES90 mit Heckantrieb keine Abstriche machen: Sie liegt im WLTP-Zyklus gemessen zwischen 554 und 651 Kilometern. E-Auto-typisch schmilzt die reale Reichweite bei winterlichen Temperaturen allerdings auch beim ES90 deutlich – auf rund 350 Kilometer. Nach der knapp 100 Kilometer langen Testfahrt, die vorwiegend auf Landstraßen und im Stadtgebiet stattfand und nur kurze Autobahnpassagen beinhaltete, vermeldete der Bordcomputer einen durchschnittlichen Verbrauch von 20 kWh/100 km – ein Wert, der sich mit Blick auf das Fahrzeuggewicht durchaus sehen lassen kann.
Verbaut hat Volvo im heckgetriebenen ES90 eine Lithium-Ionen-Batterie mit 92 kWh Brutto-Kapazität. Dank 800-Volt-Technik halten sich die Ladezeiten an DC-Säulen in Grenzen: die maximale Ladeleistung gibt der Hersteller mit 310 kW an. 22 Minuten Zeit muss man einkalkulieren, um den Akku von 10 auf 80 Prozent zu laden. Getestet werden konnte das nicht.
Für die beiden Twin-Motor-Varianten des ES90 hat sich Volvo für einen Akku mit 106 kWh Kapazität entschieden. Von 10 auf 80 Prozent lässt sich auch der größere Akku in 22 Minuten laden, wobei die maximale Ladeleistung in der Spitze bei 350 kW liegt.
Etwas höher als bei der heckgetriebenen Variante ist auch die Reichweite. Der 335 kW/456 PS starke Allradantrieb kommt, im WLTP-Zyklus gemessen, mit einer Batterieladung 561 bis 711 Kilometer weit. Die Reichweite der 500 kW/680 PS starken Top-Version ist identisch. Wer sich den Spaß macht, Letztere aus dem Stand heraus auf 100 km/h zu beschleunigen, braucht dafür lediglich 4 Sekunden.
Jenseits der reinen Leistungsdaten könnten auch die 2.000 Kilogramm Anhängelast ein Argument für manch einen Käufer sein, sich für eine der beiden Allradversionen zu entscheiden – wobei Limousinen klassischerweise weniger als Zugfahrzeuge dienen.
Die Preise für beide Allradvarianten liegen mit 87.490 bzw. 92.990 Euro deutlich über dem Modell mit Heckantrieb – was aber vor allem daran liegt, dass sie nur in der höchsten Ausstattungsvariante Ultra erhältlich sind. Der heckangetriebene Testwagen brachte es mit Vollausstattung ebenfalls auf einen Preis von 93.320 Euro.