Showroom-Konzepte Vom Auto- zum Kundenhaus

Von Julia Mauritz 8 min Lesedauer

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Weniger Fahrzeuge, mehr Wohlfühlatmosphäre: Die neuen Retailkonzepte der Hersteller zeigen auf, wo der Trend bei der Innenraumgestaltung von Autohäusern hingeht – und welche Folgen das für die Mitarbeiter hat.

Großzügig dimensionierte Kundenlounges sind Teil von BMWs neuem Retailkonzept.(Bild:  Widmann + Winterholler)
Großzügig dimensionierte Kundenlounges sind Teil von BMWs neuem Retailkonzept.
(Bild: Widmann + Winterholler)

Wenn es darum geht, das aktuell innovativste Showroom-Konzept eines Automobilherstellers zu küren, dürfte der chinesische Autobauer Nio wohl ganz oben auf dem Siegertreppchen landen. Wer das Frankfurter Nio House betritt, wird schnell umzingelt sein von Studenten, Start-up-Mitarbeitern und hippen Städtern. Sie schlürfen im Nio-Café den eigens kreierten Cocktail, entspannen sich im Nio-Living-Room oder nutzen die Co-Working-Spaces. Im Mittelpunkt des 1.600 Quadratmeter großen, lichtdurchfluteten Nio House steht der Community-Gedanke. Es finden dort Yoga-Kurse statt, Workshops für Familien, Kunstausstellungen und Livekonzerte. Ach ja, im Nio-Space kann man auch noch Autos in Augenschein nehmen.

Sicher sind solche Prestigeprojekte nicht eins zu eins eine Blaupause für den Handel. Aber auch in den klassischen Händler-Showrooms wird das Rad zurzeit neu erfunden: „Es findet gerade ein riesiger Umbruch über alle Marken hinweg statt – nicht nur im Premiumsegment, sondern auch bei den Volumenmarken. Der Trend geht dahin, dass die Showrooms und der Empfangsbereich komplett neu aufgeteilt werden und sich der Fokus vom Fahrzeug zum Kunden verlagert“, schildert Michael Schramm, Architekt bei Archinetwork. Das Architekturbüro ist auf Bauprojekte im Automotive-Bereich spezialisiert. „Es geht darum, dem Kunden zu suggerieren, dass in dem Autohaus seine automobilen Wünsche wahr werden“, bestätigt auch Architekt Götz Seidel, der sich auf den Neu- und Umbau von Autohäusern im Premiumsegment spezialisiert hat.