Vom Öl- zum Energiekonzern – 100 Jahre BP

Redakteur: Steffen Dominsky

Der Vorläufer der deutschen BP ist bereits seit 1904 aktiv. Heute ist BP mit den Marken Aral und Castrol Marktführer im deutschen Mineralölgeschäft und investiert mehr als jeder andere Ölkonzern in erneuerbare Energien.

Vor exkakt 100 Jahren wurde in London die Anglo-Persian Oil Company (APOC) gegründet, die später als BP (British Petroleum) zu einem der großen Energiekonzerne der Welt aufstieg. Die 1909 gegründete APOC gewann weltweit rasch an Einfluss. So übernahm sie 1917 die British Petroleum Company und sicherte sich in der Folgezeit zahlreiche strategisch wichtige Ölreserven und weitere Beteiligungen. Bereits 1904 war in Wien die „Aktiengesellschaft für österreichische und ungarische Mineralölprodukte“ OLEX gegründet worden. Die OLEX wuchs ebenfalls und strebte nach Einfluss auf dem deutschen Markt. Hier betrieb sie 1939 bereits 7.000 Tankstationen. Die jahrzehntelange Konkurrentin und heutige Tochterfirma Aral – deren Vorläuferfirmen seit 1898 am Markt agierten – kam damals sogar auf rund 11.000 Tankstationen. 1931 wurde die vormalige OLEX von der APOC übernommen.

Auf dem Weg zu BP

Die APOC firmierte später als „Anglo-Iranian Oil Company“. Und ab 1954 hieß das Unternehmen „The British Petroleum Company“. Dieser Name sollte sich erst nach fast einem halben Jahrhundert mit einer grundlegenden Anpassung des Firmenlogos im Jahr 2000 ändern. Seither heißt das Unternehmen schlicht „BP plc“. Aus dem Ölunternehmen wurde ein Öl- und Gaskonzern: Mit dem Erwerb von Amoco und Arco in Nordamerika hatte BP sein Gasgeschäft auf 40 Prozent der täglichen Förderung ausgebaut. Castrol und in Deutschland Veba Oel und Aral, sowie in Russland das Gemeinschaftsunternehmen TNK-BP rundeten das umfassende Angebot ab, das BP heute zu einem der größten börsennotierten Energiekonzerne der Welt macht.

Führend in den Energiemärkten

Mit den erfolgreichen Marken Aral, BP und Castrol ist die deutsche BP die Nummer Eins auf dem inländischen Tankstellen- und Schmierstoffmarkt und nimmt eine Spitzenposition unter den Wirtschaftsunternehmen ein. BP betreibt das zweitgrößte deutsche Raffineriesystem mit Schwerpunkt in Gelsenkirchen und Lingen. Die bekannteste Marke der BP in Deutschland ist Aral (seit 1898 in Bochum ansässig) als Marktführer mit 2.400 Tankstellen. Auch im Schmierstoffbereich ist BP mit den Marken Castrol, Aral und BP national die Nummer Eins. Rund 5.500 Mitarbeiter sind für BP in Deutschland tätig, davon die meisten in NRW. Die BP Gruppe hat rund 92.000 Mitarbeiter in mehr als 100 Ländern.

Zukunft erneuerbare Energien

Neben dem Zugang zu den Energiereserven, der das Ölgeschäft von Anfang an prägte, ist seit 1997 auch der Klimawandel ein wichtiges Thema für BP. Dabei standen zunächst die Solarenergie und der Emissionshandel im Vordergrund. 2005 gründete das Unternehmen den weltweiten Geschäftsbereich „BP Alternative Energy“ (BP AE). Für Windkraft, Solarenergie, Stromerzeugung aus Wasserstoff mittels CO2-Abscheidung und -Speicherung sowie Biokraftstoffe sind Investitionen in Höhe von 8 Milliarden Dollar bis 2015 vorgesehen. Das Windgeschäft soll in den kommenden Jahren vor allem in den USA von aktuell rund 1.000 Megawatt auf etwa 20 Gigawatt erweitert werden. Ab 2015 will BP jährlich 24 Mio. Tonnen Treibhausgasemissionen einsparen. Das entspricht dem Ausstoß von zikra 6 Millionen Kraftfahrzeugen.

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