Personalmanagement Von der Fünf- zur Viereinhalb-Tage-Woche

Von Julia Mauritz 5 min Lesedauer

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Da eine Vier-Tage-Woche für die Werkstatt des Friedrichshafener VW-Autohauses Oskar Bleicher nicht darstellbar war, hat die Serviceleiterin ein alternatives Arbeitszeitmodell an den Start gebracht. Auf neue Beine gestellt hat sie auch das Entlohnungsmodell.

Das Friedrichshafener Autohaus Oskar Bleicher hat im Service ein neues Arbeitszeit- und Entlohnungsmodell eingeführt.(Bild:  Mauritz – VCG)
Das Friedrichshafener Autohaus Oskar Bleicher hat im Service ein neues Arbeitszeit- und Entlohnungsmodell eingeführt.
(Bild: Mauritz – VCG)

Erreicht hat der Fachkräftemangel die Werkstatt des VW-Autohauses Oskar Bleicher mit Sitz in Friedrichshafen am Bodensee noch nicht. „Wir haben aktuell nur eine offene Stelle und es ist uns bislang immer gelungen, jeden Ausbildungsplatz zu besetzen“, schildert Dominique Diemer, die im Familienunternehmen das Servicegeschäft verantwortet. Gleichwohl begann sie schon vor einigen Jahren, sich Gedanken zu machen, wie man sich in einem immer härter umkämpften Marktumfeld einen Namen als attraktiver Arbeitgeber machen kann – und das mit den finanziell und organisatorisch eingeschränkten Ressourcen eines Autohauses. „Fakt ist, dass wir die Industrielöhne nicht zahlen können. Folglich mussten wir an einer anderen Stelle ansetzen“, erläutert Dominique Diemer.

Neben Mitarbeiterbenefits – vom Bike-Leasing über eine betriebliche Altersvorsorge und der Zahlung einer Inflationsausgleichsprämie bis hin zu diversen Teamevents – landete sie bei der Flexibilisierung der Arbeitszeit. Schnell war der Familie Diemer dabei klar, dass eine Vier-Tage-Woche im Unternehmen mit der bestehenden Manpower nicht realisierbar ist. Das Unternehmen beschäftigt 86 Mitarbeiter, mehr als die Hälfte davon ist im Service beschäftigt. Bei der Einführung der Vier-Tage-Woche hätte das Autohaus in der Werkstatt, in der Serviceannahme und im Teilelager noch mindestens vier Fachkräfte einstellen müssen.