Vredestein will Erstausrüster werden
Nach der geplatzten Cooper-Übernahme positioniert sich Apollo-Vredestein neu. Nun soll die niederländische Marke OE-Lieferant werden und sucht parallel dazu Vertriebspartner in der Kfz-Branche.

Der indisch-niederländische Reifenhersteller Apollo-Vredestein positioniert sich nach der geplatzten Übernahme des Konkurrenten Cooper neu. „Wir haben eine klare Zukunftsstrategie“, sagte Vertriebs- und Marketingleiter Jaap van Wessum gegenüber »kfz-betrieb« auf dem Genfer Automobilsalon. „Ein wichtiger Teil davon ist, dass wir mit Vredestein in die Erstausrüstung gehen wollen.“ Die niederländische Marke ist besonders für designorientierte UHP-Reifen bekannt und war bislang ein reiner Ersatzmarktlieferant.
Der indische Mutterkonzern Apollo ist bereits in der Erstausrüstung aktiv und soll weiterhin die globale OE-Marke bleiben. „Wir wollen beide Marken auf dem für sie richtigen Niveau platzieren“, erklärte van Wessum. Kontakte zu Autoherstellern bestünden bereits, einen Zeitplan oder mögliche OE-Kunden wollte der Manager aber noch nicht nennen.
Nachdem die Übernahme von Cooper abgesagt wurde, will Apollo auf den wichtigsten Märkten nun aus eigener Kraft wachsen. Dazu gehört der erneuerte Plan, eine Reifenfabrik für Apollo-Produkte in Osteuropa zu bauen. Der erste Versuch in Ungarn war nach Protesten von Umweltschützern aufgegeben worden. In den nächsten Monaten will das Unternehmen den Ort für den Neubau bekannt geben. Apollo-Reifen sollen ab diesem Jahr aber auch in der Vredestein-Fabrik in Enschede produziert werden. Dort sitzt zugleich das globale Entwicklungszentrum für Pkw-Reifen des Konzerns.
Reifenplatzer im „Auto-Bild“-Test „ein Einzelfall“
Mit der OE-Offensive wächst auch das Interesse von Apollo-Vredestein an einer Zusammenarbeit mit Autohäusern. Das Unternehmen sucht Partner in der Kfz-Branche für die Vermarktung seiner Produkte. Allerdings muss das Unternehmen zuerst mit einem schlechten Testergebnis fertigwerden. Der Apollo Aspire hatte nach zuletzt guten Ergebnissen im jüngsten Reifentest von „Auto Bild“ den Schnelllauftest nicht bestanden.
„Der Test lief nach anderen Kriterien ab, als sie gesetzlich vorgeschrieben sind“, kommentierte Jaap van Wessum. „Wir haben den Reifen nachgetestet, sowohl nach den gesetzlichen Auflagen als auch nach der Methode von ‚Auto Bild’, und haben keine Probleme festgestellt. Unsere Produkte sind sicher.“
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