VW-Abgasaffäre: Das Rohr der Rettung

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Jan Rosenow

Mit einem simplen Plastiksieb will VW das Abgasverhalten der 1,6-Liter-TDI-Motoren wieder mit den Vorschriften in Einklang bringen. Die 2,0- und 1,2-Liter-Maschinen brauchen sogar nur ein Software-Update. Ist der Skandal damit durch?

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Der Strömungsgleichrichter wird einfach auf den Luftmassenmesser aufgesteckt.
Der Strömungsgleichrichter wird einfach auf den Luftmassenmesser aufgesteckt.
(Foto: VW)

Warum denn nicht gleich so? Das dachten nicht nur die Millionen VW-Besitzer, sondern auch viele Fachleute, als ihnen der Wolfsburger Konzern die Hardware-Lösung für das Abgasproblem beim 1,6-Liter-Dieselmotor präsentierte. Ein simples Plastikrohr mit Gitter – von VW hochtrabend Strömungstransformator genannt – soll den verwirbelten Luftstrom vor dem Luftmassenmesser beruhigen und so die Messgenauigkeit des Luftmassenmessers verbessern.

Ein solches Gitter ist bei den meisten Sensoren dieser Bauart ohnehin vorhanden. Beim 1.6 TDI hingegen nicht – der Verdacht drängt sich auf, dass VW beim Einkauf ein paar Cent sparen wollte und deshalb auf den Gleichrichter verzichtete. Das Unternehmen selbst allerdings behauptet, dass der Gleichrichter zum Zeitpunkt der Entwicklung des EA 189 noch nicht verfügbar gewesen sei.