VW Crafter greift Mercedes Sprinter an

Autor / Redakteur: sp-x / Vera Scheid

In Deutschland steht der Sprinter von Mercedes ganz oben in der Gunst der Käufer. Der VW Crafter rangiert dagegen nur auf dem dritten Rang. Sparsamere Motoren sollen dem VW Nützling neue Kunden zuführen.

Die Zulassungszahlen sprechen eine klare Sprache. Bei den gewerblichen Transportern bis 3,5 Tonnen gibt der Stern aus Stuttgart klar die Marschrichtung vor. Für den Sprinter aus Stuttgart entscheidet sich fast ein Drittel der Kunden in Deutschland. Danach kommt lange nichts. Auf dem zweiten Rang positioniert sich der Fiat Ducato mit rund elf Prozent. Der VW Crafter folgt mit knapp zehn Prozent auf dem dritten Platz.

Allein die Tatsache, dass der Abstand zu den Stuttgartern so groß ist, schmerzt die Verantwortlichen bei VW. Besonders ärgerlich aus ihrer Sicht dürfte zudem sein, dass Crafter und Sprinter aus einem gemeinsamen Entwicklungsprojekt stammen und technisch eng verwandt sind. Aber was tun, wenn der Produktionszwilling deutlich erfolgreicher ist als man selbst? Ganz einfach: Man folgt dem Stern und tauscht im Rahmen eines Facelifts die bisherigen Aggregate gegen sparsame Motoren aus.

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Statt der rauen Fünfzylinder-Dieselaggregate kommt nun ein Zweiliter-Turbodiesel mit Common-Rail-Direkteinspritzung zum Einsatz, der an ein Sechsgang-Getriebe gekoppelt ist. Der 2,0-Liter-TDI wird in drei Leistungsstufen mit 80 kW/109 PS, 100 kW/136 PS oder als Bi-Turbo mit 120 kW/163 PS angeboten. Im Vergleich zu den vorherigen, gleich starken Triebwerken wurde nicht nur der Hubraum reduziert, sondern auch der Verbrauch. Besonders eindrucksvoll lesen sich die Werte des 163 PS-Triebwerks.

CO2-Emissionen deutlich gesunken

In Verbindung mit dem 400 Euro (netto) teuren Bluemotion-Technology-Paket (Start-Stopp-System, Rekuparation, Rollwiderstands-optimierte Reifen, lang übersetzte Hinterachse, geändertes Motormanagement) kommt der Crafter mit durchschnittlich 7,2 Liter aus. Das sind 3,6 Liter weniger als zuvor. Die CO2-Emissionen sinken so von 285 auf 189 g/Km.

Insgesamt liegt das Einsparpotential des Bluemotion-Technology-Pakets bei rund 0,8 Liter. Das dürfte besonders für die Kasten-Varianten, die gern von Kurierdiensten im innerstädtischen Auslieferungsverkehr genutzt werden, interessant sein. VW Nutzfahrzeuge rechnet damit, dass rund ein Drittel der Käufer die Spritspartechnik bestellt.

Angenehmer Nebeneffekt der neuen Motoren: Da diese leichter sind als die zuvor eingesetzten, steigt die Zuladung. Im Einzelfalle können bis zu 90 Kilogramm mehr transportiert werden.

Den Kasten gibt es in vier Längen von 5,24 bis zu 7,34 Metern. Drei Radstände (3,25, 3,67 oder 4,33 Meter) sowie vier Dachhöhen stehen zur Wahl. Das Laderaumvolumen variiert zwischen 7,5 und 17 Kubikmeter. Die Preise beginnen bei rund 32.618 Euro (27.410 Euro ohne Mehrwertsteuer).

Auf Seite 2: Der Crafter im Praxistest

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