VW-Händlerrendite besser als bei Ford und Opel

Autor Jens Rehberg

Alle drei deutschen Volumenfabrikate haben es 2015 geschafft, die durchschnittliche Rendite ihrer Vertriebspartner anzuheben. Zweien gelang sogar eine sehr deutliche Steigerung.

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(Foto: Volkswagen)

Alle drei deutschen Volumenfabrikate haben es geschafft, die durchschnittliche Rendite ihrer Vertriebspartner im vergangenen Jahr anzuheben. Den besten Wert erzielte dabei VW: Wie aus Händlerkreisen zu hören war, schafften die Partner der Wolfsburger Kernmarke im Schnitt 1,6 Prozent. Im Vorjahr hatte der Wert bei knapp über einem Prozent gelegen. „2015 war ein gutes Renditejahr für den Handel – dies wird auch an den deutlich verbesserten Eigenkapitalquoten in vielen Betrieben deutlich“, sagte Pkw-Vertriebschef Thomas Werner Zahn im Gespräch mit »kfz-betrieb«.

Obwohl sich der Gewinn je nach Betrieb „teils spürbar“ unterscheide, erwirtschafte der deutlich überwiegende Teil der VW-Händler überdurchschnittliche Renditen, „die auch im Vergleich zu Premiumwettbewerbern erstklassig sind“, so der Vertriebschef weiter. Ein ausführliches Interview mit Thomas Werner Zahn erscheint in »kfz-betrieb«-Ausgabe 16 (22.April).

Offenbar nur knapp hinter der VW-Netzrendite bleiben die Ford-Partner mit einer durchschnittlichen Umsatzrendite, die laut Ford-Vertriebschef Wolfgang Kopplin knapp unter 1,5 Prozent liegt. Die Zahl der Ford-Händler, die Verluste schreiben, sei im vergangenen Jahr deutlich gesunken. Betrachte man ausschließlich die Ford-Exklusivpartner, so hätten diese 2015 eine durchschnittliche Umsatzrendite von deutlich über zwei Prozent erreicht. 2014 hatte die Durchschnittsrendite im Ford-Netz noch bei 0,8 Prozent gelegen.

Opel: „Gewisse Entspannung“ erst ab 1,5 Prozent

Auch die Opel-Händler erreichten über das gesamte Netz gesehen 2015 eine Steigerung der Rentabilität. Sie stehen laut Hersteller jetzt bei 1,0 Prozent. Im Vorjahr waren es genau wie bei Ford 0,8 Prozent gewesen. Peter Hübner, Mitglied im Vorstand des Opel-Händlerverbandes, ist mit der Steigerung „nicht unzufrieden“. Die Renditesituation sei jedoch nach wie vor nicht ausreichend. „Ein Prozent reicht nicht, um nachhaltig in die Marke investieren und gemeinsam mit Opel einen großen Schritt nach vorne gehen zu können“, sagte der Händler am Mittwoch im Gespräch mit »kfz-betrieb«. „Bei 1,5 Prozent würde dagegen eine gewisse Entspannung bei mir eintreten.“ Ab diesem Wert könne man davon ausgehen, nur noch wenige defizitär arbeitende Partner im Netz zu haben. Die Zielrendite für den Opel-Händlerverband liege nach wie vor bei zwei Prozent.

Opel-Vertriebschef Jürgen Keller hatte zuvor seine Besorgnis darüber geäußert, dass die Renditen im Partnernetz eine „enorme Spreizung“ aufwiesen. „Wir haben einen spürbaren Anteil an Partnern im Netz, die Geld verlieren, während andere 3 oder 3,5 Prozent Umsatzrendite erreichen.“ Laut Keller vergrößere sich die Spreizung aktuell sogar tendenziell. Die Zielrendite des Herstellers für seine Vertriebspartner liege bei 1,5 Prozent.

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