VW-Rückruf: Schlechtes Licht

Autor / Redakteur: Niko Ganzer / Jens Rehberg

Wolfsburg muss europaweit fast 125.000 Fahrzeuge aus mehreren Baureihen zurückholen, weil es zu diversen Fehlern im Lichtsystem kommen kann.

Unter anderem müssen sich zahlreiche Tiguan-Modelle bei den Vertragspartnern zurückmelden.
Unter anderem müssen sich zahlreiche Tiguan-Modelle bei den Vertragspartnern zurückmelden.
(Bild: VW)

Auch vergleichsweise harmlose Fehler können bei Volumenmodellen große Rückrufaktionen auslösen. Das zeigt ein neues Beispiel bei Volkswagen. Von der Kernmarke müssen in Europa etwa 124.000 Einheiten des Golf (inkl. Variant und Sportsvan), Tiguan, Touran und Passat aus den Modelljahren 2016 und 2017 zu einem Software-Update in die Vertragswerkstatt. „In Deutschland sind rund 93.000 Fahrzeuge betroffen“, erklärte ein Sprecher auf Anfrage von »kfz-betrieb«.

An Fahrzeugen mit einem bestimmten Softwarestand (S0162) sei das Bordnetzsteuergerät fehlerhaft kalibriert, hieß es zur Begründung. Mögliche Folge ist, dass ein Ausfall des Blinkers, Abblend-, Fern-, Tagfahr- oder Nebelschlusslichts nicht erkannt und somit nicht im Kombiinstrument angezeigt wird. „Weiterhin besteht die Möglichkeit, dass eine Beleuchtung, die in Ordnung ist, als defekt angezeigt wird“, sagte der Sprecher. Ebenso bestehe die Möglichkeit, dass bei einem einseitigen Ausfall des Abblendlichts die vorgesehene Ersatzreaktion – also die Aktivierung des Standlichts – nicht erfolge.

Die Umprogrammierung des Bordnetzsteuergeräts soll etwa 30 Minuten dauern. Anschließend werden die Fahrzeuge mit einem Aktionsaufkleber im Bereich des Kofferraums und im Bordbuch markiert. Der Code der Aktion lautet „97CH“; sie läuft seit Ende Januar. Unfälle aufgrund des Fehlers sind dem Hersteller nach eigenen Angaben keine bekannt. Zu anderen Konzernmodellen liegen derzeit keine Meldungen über ähnliche Probleme vor.

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