VW übernimmt drei Autohäuser im Raum Hannover

Redakteur: Andreas Wehner

Die Autohäuser Rudolf Petzold in Lehrte, Stietenroth in Burgwedel und Marquardt in Langenhagen gehören künftig zum VW-Konzern. Der Hersteller will mit der Übernahme seine Präsenz im Raum Hannover sichern.

Volkswagen übernimmt zum 1. Februar drei Autohandelsbetriebe im Raum Hannover. Wie der Hersteller am Dienstag mitteilte, gehören die Autohäuser Rudolf Petzold in Lehrte, Stietenroth in Burgwedel und Marquardt in Langenhagen künftig zum Konzern. Alle drei Standorte sind Teil des bisher von Ralf und Frank Stietenroth geführten Autorings Hannover.

Nach Angaben eines VW-Sprechers beschäftigen die drei Betriebe insgesamt 290 Mitarbeiter und 80 Auszubildende, die alle übernommen werden. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

Zum Autoring Hannover gehört neben dem Vertrieb der Marken VW Pkw, VW Nutzfahrzeuge und Audi auch eine Service-Vertretung für die Konzernmarken Skoda und Seat. Das ebenfalls zum Verbund gehörende Autohaus Uetze, ein Servicebetrieb für VW und Audi, wird nach Angaben des VW-Sprechers von den Stietenroths weitergeführt.

Volkswagen wolle die Präsenz und den Absatz im Umkreis der niedersächsischen Landeshauptstadt sichern, kommentierte Konzernvertriebsvorstand Christian Klingler laut Mitteilung den Erwerb der drei Autohäuser. Den Betrieben ging es offenbar nicht unbedingt rosig: Schon 2009 musste der Autoring drei seiner damals sieben Standorte schließen.

Bereits im Mai 2011 hatte »kfz-betrieb ONLINE« über die bevorstehende Übernahme berichtet. Damals war von einem hohen Preisdruck in der Region die Rede. Volkswagen betreibt in Hannover bereits drei eigene Standorte. Daneben konkurrieren mit Gessner & Jacobi, Fritz Raupers und Kahle mehrere selbstständige Händler um die Kunden.

Der Hersteller wird trotz der neuerlichen Übernahme eines Betriebs nicht müde, sich zum konzernunabhängigen Handel zu bekennen: „Der Kauf hat keinen Einfluss auf unsere Strategie, den Vertrieb auch künftig vor allem über eigenständige Partner abzuwickeln. Dabei bauen wir auf eine hervorragend motivierte und qualifizierte Händlerschaft“, sagte Klingler laut Pressemitteilung. Mit der Übernahme von großen Händlern in Ballungsgebieten wie Raffey in Hamburg, Eduard Winter in Berlin oder der Mahag in München hatte Volkswagen jedoch in den vergangenen Jahren wiederholt für Unbehagen im Handel gesorgt.

Der Konzern geht allerdings auch den anderen Weg: Im vergangenen Jahr verkaufte VW die vier Autohäuser der Volkswagen Automobile Ostfriesland an die Wellergruppe. Klinger sprach damals von einer „langfristig angelegten Invest- und Deinvest-Strategie“ für die Retail-Betriebe in Deutschland.

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